Nachrichten von squat.net

Berlin: Update, Aktions- und Diskussionstagen

Aktions- und Diskussionstagen in Berlin 30.10.-1.11.2020
United we fight! Städtische Kämpfe verbinden – Autonome Räume verteidigen!

Als Interkiezionale rufen wir weiterhin zu den internationalen Aktions- und Diskussionstagen vom 30.10.-01.11.2020 auf! Hiermit wollen wir euch kurz über den derzeitigen Stand der Vorbereitungen informieren.

Die Ausbreitung der Corona-Pandemie, gerade in einem kalten Herbst wie diesem, und die damit einhergehenden staatlichen Maßnahmen und Verordnungen, stellen uns vor neue Herausforderungen. Klarerweise müssen und wollen wir aufeinander achten und uns nicht gesundheitlich gefährden, gleichzeitig sehen wir es als eine Notwendigkeit und keine beliebige freiwillige Entscheidung, unsere Kämpfe im urbanen Raum weiterzuführen und dementsprechend auch miteinander zu diskutieren und zusammenzukommen.

Aus dem Aufruf:

“Wir befinden uns in einer kritischen Phase, sowohl für die Gesellschaft als auch für radikale Bewegungen weltweit. Unter dem Dogma von „Recht und Ordnung“ intensivieren Staat und Kapital ihren Angriff auf die Gesellschaft und versuchen, ihre Herrschaft in allen Aspekten des Alltagslebens weiter auszubauen, indem sie jede kollektive Vision und jeden kollektiven Anspruch sowie jede Perspektive des Widerstands und Kampfes unterbinden.

Mit Blick auf Berlin als Hauptstadt eines der dominantesten kapitalistischen Länder der Welt wollen wir den sozialen Kampf im Herzen der Bestie intensivieren. Der deutsche Staat ist einer der unerträglichsten Staaten der Welt, Vorzeige-Modell für viele andere Regierungen weltweit, als Staat der durch seine Bürokratie und Institutionen alle Aspekte unseres Lebens infiltriert und keinen Raum für Selbstorganisation und anti-institutionelle Kämpfe lässt. Wir wollen unsere Perspektive auf diesen Staat deutlich machen und Perspektiven schaffen, um damit ein Vermächtnis nicht nur für die lokale Bewegung, sondern für jede rebellische Zelle weltweit schaffen.”

Auch wenn wir als Interkiezionale zentral nach Berlin einladen, so sind wir uns dessen bewusst, dass es für Manche nicht möglich sein wird, hierher zu reisen und wollen deswegen unterstreichen, dass Veranstaltungen oder Aktionen nicht nur hier in Berlin stattfinden müssen, um ihren Teil zu unserem Aufruf beizutragen, diesen zu bereichern und Diskussionen anzustoßen. Ob Aktionen oder Diskussionsbeiträge wir freuen uns auch schon auf Zusendungen vor, während und nach den Tagen.

Programm:

In den Tagen werden verschiedene inhaltliche Veranstaltungen, eine offene Versammlung sowie eine gemeinsame Demonstration, die – bewegt durch die Räumung der Liebig34 am 9.10. – durch Friedrichshain ziehen wird, stattfinden. Über den Blog interkiezionale.noblogs.org könnt ihr euch bald über das Programm informieren. Aus dem Aufruf:

“Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, um die anarchistische Perspektive sichtbarer zu machen und die Diskussion über unsere Ideen, Praxis und Strategien voranzubringen. Die Tage vor der Demonstration am 31.10. werden Raum bieten für eine Versammlung, Austausch, Diskussionen und Handlungsmöglichkeiten zu unseren gemeinsamen Zielen, Strategien, kollektiven Raumname und kollektiver Verteidigung.

Wir betrachten diese Demonstration als eine Gelegenheit, zusammen zu kommen, um einen Bruch in ihren Plänen und viele Momente wütender, dynamischer und militanter Erfahrungen zu schaffen, in denen wir die defensive Rolle aufgeben und uns stattdessen als aktive und offensive Bewegung die Straße nehmen. Aus diesen Gründen hoffen wir, diese Tage zu einem Teil eines kontinuierlichen Diskurses zu machen und nicht zu einem weiteren uneingebundenen Ereignis ohne Perspektive.”

Und außerdem:

Interkiezionale Versammlung am Sonntag, den 25.10. um 16:00 Uhr im Innenhof der Köpi (Köpenicker Str. 137):

“Die Räumung der Liebig34 ist vorbei, und damit auch eine Ära. Wir wollen zusammen kommen und mit euch über die Räumung reden: wie geht es euch? Wie war für euch der Tag der Räumung? Habt ihr euch an den Tag X Aktionen beteiligt am Morgen und am Abend? Wenn ja, wie waren die für euch. Falls ihr nicht da wart, interessiert uns warum. Was können wir für die nächste Räumung lernen?
Außerdem gibt es Infos für das Diskussions- und Aktionswochenende „United We Fight“ vom 30.10.-1.11.” (Bitte tragt Masken & zieht euch warm an!)

In diesem Zusammenhang wollen wir auch auf eine Chronik von Aktionen rund um die Räumung der Liebig34 verweisen https://kontrapolis.info/449/ und gleichzeitig auf eine neue Nachrichtenplattform für Berlin aufmerksam machen: Kontrapolis.

Lasst uns unsere Wut zusammenbringen!
Nichts ist vorbei!

Gruppen: Berlin https://radar.squat.net/de/groups/city/berlin
Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/de/events/city/Berlin
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Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Indymedia https://de.indymedia.org/node/111695

Berlin: Die Liebig34 ist geräumt. Aufruf zu Tag X Demo

Es fühlt sich unfassbar an diese Worte in die Tasten zu tippen: Die Liebig34 ist geräumt.
Um 7:00 begannen Robocops an Zäunen, Türen, Fenster und Barrikaden zu sägen und zu flexen und gegen 11:00 wurden dann auch die letzten Bewohner*innen der Liebig34 aus den Räumen gezerrt.
Wir sind traurig. Wir weinen. Wir sind erschöpft. WIR SIND WÜTEND.
Sie können nicht ahnen, welche Entschlossenheit sie in uns geweckt haben. Dieser Akt der Gewalt wird in einem Akt der Gegengewalt und Selbstverteidigung explodieren. Schon so viel Solidarität sind in den letzten Nächten, Monaten, Jahren passiert und hat gezeigt, was wir in der Lage sind zu tun. Diese Räumung ist ein Moment der Radikalisierung. Wir können ihn nutzen und gemeinsam unseren Hass auf diese Scheiße Ausdruck verleihen.
Auch wenn sich jetzt Presse, Politiker*innen, Bullen und Nazis an unserem Verlust ergötzen, lassen wir die Ohnmacht zu Wut werden. So viele Grenzen sind überschritten worden. Wir schreien euch NEIN in eure gehässigen Fressen. Unser Haus könnt ihr haben, unsere Leidenschaft kriegt ihr nie. Wir sind so viel mehr als dieses Haus – wir sind Anarchist*innen, Feminist*innen, Queers und Antifaschist*innen, die jetzt ihren Wut bündeln und das kapitalistische Patriarchat bis zuletzt angreifen werden.

Wir rufen zu der Demo ab 21:00 im Monbijoupark auf. Wir rufen zu dezentralen Aktionen auf. Lasst uns gemeinsamen einen wilden und chaotischen Oktober erleben!

34 Millionen Sachschaden – wir sind schon gut dabei.

Liebig34 lebt. Liebig34 kämpft.

Liebig34
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Liebig34 http://liebig34.blogsport.de/2020/10/09/die-liebig34-ist-geraeumt-aufruf-zu-tag-x-demo-liebig34-is-evicted-call-for-day-x-demo-09-10-20/

Winterthur: Zensur, neue Besetzung an der Talackerstrasse

Wir haben das Gebäude an der Talackerstrasse 99 diesen Freitag Abend besetzt. Nachdem es seit mehr als 3 Jahren leer steht, wollen wir das ehemalige Sulzer-Bürogebäude neu beleben und ein soziales und kulturelles Zentrum aufbauen.

Aktuell „gehört“ das Gebäude der Implenia, welche mit Grossprojekten wie z. B. Der LokStadt sowie der Aufwertung von Hegi eine treibende Kraft in der Entwicklung von Winterthur zu einer „Stadt der Reichen“ ist.

Mit der ZENSUR wollen wir einen Raum schaffen, der es Menschen ermöglicht, Projekte ohne viel Geld umzusetzen. Damit es sich alle leisten können, kreativ zu sein, sport zu machen, Filme zu zeigen und Diskussionen zu veranstalten. Jeder Person soll es hier möglich sein, mit ihren Vorschlägen sowie Fähigkeiten die ZENSUR mitzugestalten und so ihre Wünsche und Ideen kollektiv zu erfüllen und verwirklichen.

Die ZENSUR soll dem Austausch dienen und nicht ein Ort werden, an dem jede*r nur für sich alleine schaut und sich selbst „verwirklicht“, sondern ein Ort, an dem wir auf einander Rücksicht nehmen und zusammenarbeiten. Wir wollen gegen die Vereinzelung in der Gesellschaft einen Raum schaffen, in dem wir Projekte, Wünsche und Probleme gemeinsam angehen können.

Es gibt immer weniger Möglichkeiten, sich ungestört an einem Ort aufhalten zu können, ohne Geld auszugeben. Im öffentlichen und halböffentlichen Raum werden wir von Polizei und Securitas schikaniert und vertrieben, in Cafés/Kinos/Clubs müssen wir Eintritt bezahlen oder konsumieren. Wir wollen mit der ZENSUR einen Raum schaffen, in dem alle sich ungestört aufhalten können, ohne Geld ausgeben zu müssen.

Mit der ZENSUR kämpfen wir gegen die Gentrifizierung von Winterthur, also gegen die oben genannte “Stadt der Reichen”. Die millionenschweren Grossprojekte von Firmen wie der Implenia sind Teil dieser städtebaulichen Entwicklung, die schon seit einigen Jahren stattfindet. Ehemalig kostengünstiger Wohnraum, der öffentliche Raum, kulturelle und soziale Einrichtungen, die der Allgemeinheit zugutekamen, werden zunehmend privatisiert und kommerzialisiert. Günstiger Wohnraum verschwindet zugunsten von teuren Miet- und Eigentumswohnungen, Einrichtungen wie z. B. das Volkhaus Winterthur werden abgerissen und anstelle von ihnen werden “Konsumtempel”, wie die Ar(s)chhöfe hingeklotzt. Die weniger gut verdienende Mehrheit der Bevölkerung wird an den Stadtrand verdrängt. Menschen, die nicht dem aufpolierten Stadtbild entsprechen, haben in der Stadt keinen Platz mehr und werden zunehmend kriminalisiert oder weggesperrt. Kulturelle und soziale Räume sowie der öffentliche Raum müssen Gewinn abwerfen und werden immer lückenloser überwacht.

Um den Charakter der ZENSUR aufzuzeigen, haben wir dieses Wochenende, von Freitag bis Sonntag, ein Programm auf die Beine gestellt. Wir wollen die Nachbarschaft einladen, uns zu besuchen und sich am Projekt zu beteiligen. Das Programm findest du auf der ersten Seite.

Komm vorbei, nimm wen mit, plaudere, komm was essen, schau einen Film, mach was anderes oder werde gleich selbst aktiv!

Wir sind gegen jegliche Formen von Diskriminierung und treten für gegenseitigen Respekt und ein solidarisches Miteinander ein.

Liebe Grüsse und bis bald,

Die Besetzer*innen

Zensur
Talackerstrasse 99,
8400 Winterthur, Schweiz
https://squ.at/r/80f2

Gruppen in Winterthur: https://radar.squat.net/de/groups/city/winterthur/country/CH
Veranstaltungen in Winterthur: https://radar.squat.net/de/events/city/Winterthur/country/CH

Gruppen in Schweiz https://radar.squat.net/de/groups/country/CH
Veranstaltungen in Schweiz https://radar.squat.net/de/events/country/CH

Berlin: Aufruf zur demo gegen die räumung der Liebig34! Chaos statt räumung

Demo 03.10. – Friedrichshain – 21 Uhr

Wir sind wütend! Wütend darauf, dass uns die Liebig34 genommen werden soll. Wütend darauf, dass jeder Versuch eines selbstbestimmten Lebens versucht wird zu zerschlagen. Wir haben keinen Bock mehr auf die ganzen Bullenschikanen im Kiez und überall. Wir haben deren Repression satt, den Staat und seine Bediensteten, die es unmöglich machen, dass Menschen die Stadt gestalten, in der sie leben. Wir scheißen auf Investor*innen für die Berlin nichts weiter ist, als ein Monopoly Spielbrett, auf dem sie ihre Häuser umherschieben können. Wir haben keinen Bock auf die Yuppies, die mit ihren Neubauten und Eigentumswohnungen, die Menschen verdrängen, die hier ihr Leben verbringen, für die die Straße und der Dorfplatz mehr ist, als bloß der Weg zum Co-Working Space.
Wir fordern eine Stadt von unten. Wir wollen Häuser besetzen. Wir wollen selber entscheiden, wie wir leben wollen.

Die Liebig34 muss bleiben! Nicht nur, weil es das Zuhause so vieler Menschen ist. Aber vor allem, weil die Liebig die Geschichte eines Berlins erzählt, in dem nicht nur Menschen mit Kapital und einem SUV sich auf ein Bier treffen konnten. Weil es ein Ort ist, fern von Konsumzwang. Ein Ort gelebter Solidarität und feministischer Utopie.
Die Nachbar*innenschaft hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten so massiv verändert, dass bereits viele Alteingessessene gehen mussten. Kiezorte sind Yuppiecafés gewichen, Eigentumswohnungen verdrängen Hausprojekte. Wenn die Liebig geht, kommt ein weiterer Ball der Gentrifizierung ins Rollen. Das dürfen wollen wir nichts zulassen.

Lasst uns nicht warten, bis das nächste Projekt geräumt wurde. Lasst uns ein starkes Statement setzen und zeigen, dass wir keine Räumung zu lassen werden.

Nicht nur der Staat nimmt uns immer mehr Räume, auch Faschos und Rechte Kräfte drängen sich immer weiter in unsere Kieze. Am 3. November ruft der dritte Weg ab 11 Uhr zu einem Aufmarsch in Berlin Hohenschönhausen auf. Am sogenannten „Tag der deutschen Einheit“ kommen bundesweit Neonazis und selbsternannte „Nationalrevolutionärs“ nach Berlin, um ihren verpassten 1. Mai Aufmarsch nachzuholen. Ein widerständiger Kiez von unten bedeutet auch, dass Faschos keinen Platz bekommen. Ihnen wollen wir uns ebenso entgegenstellen. Wie immer, werden die Cops die Nazis schützen und versuchen den antifaschistischen Widerstand zu verhindern. Das werden wir nicht hinnehmen und unsere Wut auf die Straße tragen – gegen den 3ten Weg und gegen die Staatsbüttel, die uns räumen wollen.
Wir wollen nicht warten, bis der Gerichtsvollszieher vor unser Tür steht. TagX ist nun auch jeder Tag vor der Räumung der Liebig34, denn es gilt diese Räumung mit allen MItteln zu verhindern.

Kieze von unten und Orte für Vernetzung.
Kommt alle ab dem 03. Oktober nach Berlin!
Liebig34 kämpft. Gegen Nazis, GroßinvestorInnen und Räumungen!

(Am 04.10. wollen wir noch ein kulturelles Event auf dem guten alten Dorfplatz mit euch feiern.)

Stadtkarte der Stadt der Reichen

Hier ist ein Karte die über die Stadt der Reichen informiert. Vielleicht interessiert ihr euch für manche dieser Orte.
Behaltet aber im Hinterkopf, dass die Karte auch gut möglich nicht auf dem neusten Stand und vollständig ist.
Jeder Tag bis zum 10. ist TagX!
Chaos statt Räumung!

Schlafplätze

Damit auch Leute Anreisen können, die nicht in Berlin wohnen, bieten wir
eine Schlafplatz-Vermittlung an. Falls ihr einen Schlafplatz in Berlin
braucht oder einen anbieten könnt, meldet euch hier: witches-need-sleep [at] riseup [dot] net

Gebt dazu bitte folgendes an:

Kontaktname (Pseudonym!):
Kontaktmöglichkeit (Mail oder Handy):
Anreisedatum bzw. Datum, ab wann ihr was anbieten könnt:
Abreisedatum bzw. Datum, bis wann die Leute eure Couch wieder frei machen sollten:
Anzahl Personen:
Seid ihr FLINT*?
Brauchst du einen FLINT*-Space bzw. willst du Pennplätze nur an
FLINT*-Personen anbieten?

Wenn ihr uns verschlüsselt schreiben wollt, könnt ihr das gerne tun.
Unser PGP-key findet ihr hier: http://keys.gnupg.net/pks/lookup?search=witches-need-sleep%40&fingerprint=on&op=index

Solidarische und kämpferische Grüße,
die Schlaplatz-Crew

Liebig34
Liebigstraße 34, 10247 Berlin
liebig34 [at] riseup [dot] net
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https://defendliebig34.noblogs.org/

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Liebig34 http://liebig34.blogsport.de/2020/09/21/call-demo-for-l34-on-october-3rd/
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Athen: Aufruf zur internationalen Solidarität für ein Gerichtsverfahren am 18.September

Am 18.September findet im Evelpidon Gericht in Athen die Verhandlung gegen zwei Gefährten aus Berlin und zwei Gefährten aus Athen statt. Am 26.November 2017 wurden die vier Personen bei der gewaltsamen Räumung des Gare Squat, im Athener Stadtteil Exarchia, festgenommen. Neben weiteren Anklagepunkten wird Ihnen Hausfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung, Verweigerung der kriminaltechnischen Identifizierung sowie der Besitz von explosionsgefährlichen Stoffen und Sprengbomben vorgeworfen. Diese Räumung war die erste von dreien, in deren Folge die vier Gefährten für 4 Tage inhaftiert wurden. Sie wurden unter Auflagen, bzw. gegen Kaution freigelassen und sollen sich nun, fast drei Jahre später, vor Gericht verantworten.

Spätestens seit dem 17. November 1973 hat sich Exarchia als ein Viertel des Widerstands entwickelt. In den letzten Dekaden wurde eine Vielzahl an Häusern besetzt, unter anderen eine Reihe von und für Refugees. Es gibt selbstorganisierte Strukturen, welche vornehmlich in der Krise entstanden sind, wie ein selbstverwaltetes Krankenhaus, Essensausgaben und Wohnraum. Innerhalb der Nachbar*innenschaft sind Strukturen für das soziale Zusammenleben entstanden, wie ein Park mit einem Spielplatz und Gärten. Zudem gibt es diverse Besetzungen, die von diversen politischen Strömungen bewohnt oder bespielt werden und eine Vielfältigkeit an politischer Auseinandersetzung befördern. Im Kiez kommt es aufgrund der Widerständigkeit und der Art des Zusammenlebens, welche sich oft jenseits der staatlichen Kontrolle abspielt, häufig zu Auseinandersetzungen mit den Cops. In den verschiedenen Phasen waren diese Auseinandersetzungen unterschiedlich intensiv. Die repressiven Maßnahmen gegen das Viertel und dessen Bewohner*innen reichen von dem umstellen des Viertels mit MAT- Einheiten, Patrouillen mit gepanzerten Fahrzeugen, willkürlichen Kontrollen bis hin zum regelmäßigen Einsatz von Anti-Terror-Einheiten im Viertel. Diese Maßnahmen werden oft von einer medialen Kampagne gegen einen rechtsfreien Raum, in dem mit Drogen gehandelt und der von der Mafia kontrolliert wird, begleitet. Hiermit wird der lokale Kampf entpolitisiert und der Widerstand gegen verschiedene Staatliche Interventionen marginalisiert.

Die Besetzungen im Viertel sind ein elementarer Bestandteil um den Widerstand zu ermöglichen. Sie bieten Rückzugsraum, Wohnraum, Infrastruktur für das soziale Zusammenleben und für diverse Bedürfnisse, wie Essen, Strom, Waschen und Internet. Sie sind Treffpunkte unterschiedlicher politischer Kollektive, Veranstaltungsräume und Basis politischer Diskussionen, Anlaufpunkt für Aktivist*innen und Infrastruktur für die Bewegung. So haben sie sich zu Schnittpunkten zwischen der Bewegung und der Nachbar*innenschaft entwickelt. Gerade aufgrund der staatsfeindlichen, antiautoritären Haltung der Besetzungen und ihrer Autonomie, legt der Staat einen Fokus auf deren Eliminierung und greift sie offen an. Hierbei ist irrelevant, welche Partei zur Zeit an der Macht ist, Räumungen und andere Angriffe auf Besetzungen fanden und finden immer statt.
Ähnliches passiert auch in Berlin. Vor allem die Strukturen, die sich offen gegen den Staat stellen, erfahren die meiste Repression und gerade diejenigen, die nicht auf Legalisierungsangebote eingehen, vom Staat nicht einnehmbar sind und Reformierungsversuche ablehnen, werden mit aller Härte bekämpft. In diesem Jahr sind diverse Räumungen von Projekten angekündigt, eines wurde geräumt und die große Welle ist für den Herbst zu erwarten. Hiergegen regt sich seit langem Widerstand, welcher die Kämpfe stadtweit in den unterschiedlichen Nachbar*innenschaften aufflammen lässt. Das kollektive Widersetzen gegen diese staatlichen Angriffe hat zur Folge, dass wir eine neue Stärke finden.

Die besetzten Häuser haben ihre Relevanz nicht aufgrund der Steine, aus denen sie gebaut sind, sondern aufgrund der Ideen, die in ihnen entstehen und gelebt werden. Diese Ideen finden sich überall auf der Welt wieder und werden auch überall von den Herrschenden angegriffen. Das macht internationale Vernetzung und Solidarität notwendig, um gemeinsam Widerstand zu leisten und unsere Ideen zu verteidigen.

So findet in Athen jährlich am 6.Dezember eine Demonstration in Gedenken an Alexandros Grigoropolous, einen anarchistischen Jugendlichen, der 2008 in Exarchia von Bullen ermordet wurde, statt, zu der auch viele Unterstützer*innen aus aller Welt anreisen, um sich mit der lokalen Bewegung zu solidarisieren und das Viertel aktiv gegen die Cops zu verteidigen. Die Revolte, die unmittelbar nach dem Tod von Alexis 2008 entstanden ist und die Stärke der Bewegung ist ein Grund für die intensivierten staatlichen Angriffe jedes Jahr um diese Zeit. Die erste Räumung des Gare-Squats, bei der die vier Angeklagten verhaftet wurden, fand unmittelbar vor diesem Datum statt. In Anbetracht der Rolle, die das Gare in den Vorjahren bei der Vorbereitung der Aktionen und um den 6. Dezember inne hatte, war die Wahl des Zeitpunktes für die Räumung nicht überraschend. Sie war ein Versuch, die Bewegung in diesen Kämpferischen Tagen zu schwächen.

Auch im letzten Jahr hat die, kürzlich gewählte, konservative Nea Demokratia-Regierung zwei Wochen vor dem 6.Dezember mit einem massiven, medial begleiteten, Angriff auf die Bewegung begonnen. Der Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, hat öffentlich angekündigt, diverse Squats, vor allem in Exarchia, zu räumen und ein Ultimatum gestellt. Um die Bewegung zu spalten, forderte die Regierung alle Besetzungen dazu auf, Verträge mit dem Staat zu unterzeichnen. Alle die sich widersetzen, sollen geräumt werden. Zudem erstellte Chrysochiodis eine Liste derer Squats, die zuerst geräumt werden sollten. Keine der Besetzungen hat sich auf das Angebot der Legalisierung eingelassen. Schon wenige Tage nach dem 6.Dezember wurden die ersten Häuser geräumt und leisteten massiven Widerstand, der zu einer Welle der internationalen Solidarisierung führten. Die Angriffe des Staates auf die Bewegung und insbesondere die Besetzungen gehen weiter, um den Widerstand, vor allem in Exarchia, endgültig zu brechen. Die Eliminierung der Antiautoritären Bewegung, die in Griechenland eine lange Geschichte hat, und die Gentrifizierung Exarchias hat Ministerpräsident Mitzotakis schon in seinem Wahlkampf und dem der Nea Demokratia, zu einer Priorität gemacht, um die vornehmlich rechte Wähler*innenschaft für sich zu gewinnen. Auch wenn dies bis dato nicht komplett gelungen ist, so wurden doch einige Squats geräumt, zuletzt das Dervenion in Exarchia am 26. Juni. Wir müssen uns gemeinsam auf weitere Angriffe des Staates vorbereiten.

Zeigt euch solidarisch, begleitet den Prozess gegen die Angeklagten und leistet gemeinsam Widerstand gegen Staatliche Angriffe auf uns und unsere Projekte!

Solidarität mit der L34, Meuterei, Potse, Syndikat, SabotGarden in Berlin!

Solidarität mit** Dimitros Chatzivaseilidis und allen anderen von Repression Betroffenen und Verfolgten!**

Gare squat, Exarcheia https://squ.at/r/2y9b

Gruppen: Athen https://radar.squat.net/de/groups/city/athens/country/GR
Veranstaltungen: Athen https://radar.squat.net/de/events/city/Athens/country/GR

Gruppen: Griechenland https://radar.squat.net/de/groups/country/GR
Veranstaltungen: Griechenland https://radar.squat.net/de/events/country/GR

Diymedia http://raxuatgmxdvnp4no.onion/node/1598997600101793/

Berlin: 09.10.20 Räumungsversuch der Liebieg34 – Don’t touch Liebig34!

Heute, am 15. September haben wir Post vom Gerichtsvollzieher T. Knop bekommen. Es wird angedroht die Liebig34 am Freitag, den 9. Oktober um 7 Uhr zu räumen!

Das werden wir nicht zulassen!
Wie kann es angehen, dass ein Räumungsversuch geplant wird, obwohl öffentlich bekannt ist, dass sich ein anderer Verein als der beklagte in den Räumen befindet?
Wie kann es sein, dass in Zeiten, in denen eine zweite Welle von Corona und #StayHome erwartet wird, ein Zuhause von so vielen Leuten geräumt werden soll?
Wie kann es sein, dass gerade jetzt in Zeiten von faschistoiden Aufmärschen und Rechtsruck so massiv gegen ein feministisches, linkes und queeres Hausprojekt angegangen wird?

Wir sind wütend, aber entschlossen. Wir werden die Liebig 34 nicht ohne weiteres aufgeben.

Unterstüzt uns in unserem Kampf.
Kommt zu den Vollversammlungen, nervt Politiker*innen und Hausbesitzende.
Seid kreativ! Lasst uns den Räumungsversuch zum Desaster machen!

MEHR INFOS FOLGEN IN KÜRZE – WIR HALTEN EUCH AUF DEM LAUFENDEN!

Liebig34
Liebigstraße 34, 10247 Berlin
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Indymedia https://de.indymedia.org/node/104092

Leipzig: Gewalt ist Teil des Problems – und das Problem hat System

Am vergangenen Donnerstag ist es zunächst rund um die Eisenbahnstraße und die Tage darauf in Connewitz zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Ereignisse von Donnerstag stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tag X+1-Demo infolge der Luwi71-Räumung. Die anschließenden Kämpfe in Connewitz verstehen wir auch als solidarische Reaktion auf eben jene und weitere Besetzungen. Daher möchten wir ein paar Zeilen zur Debatte um sogenannte politisch motivierte Gewalt in Leipzig beitragen.
Wir haben als direkte Aktion eineinhalb Wochen lang das Haus in der Ludwigstraße 71 friedlich besetzt. Innerhalb weniger Tage wurde die Luwi71 zu einem Treffpunkt in der Nachbar*innenschaft. Diskussionen um Wohnraum und selbstverwaltete Freiräume wurden über verschiedene politische Spektren hinweg wieder zum Gesprächsthema. Von Beginn an signalisierten wir Stadt und Eigentümer unsere Verhandlungsbereitschaft, wir haben Nutzungsmöglichkeiten erarbeitet und Gespräche angeboten.
Es hat uns gefreut, dass Vertreter*innen von Ämtern und Parteien bereit waren mit uns ins Gespräch zu kommen, sich mit unserem Anliegen zu solidarisieren oder ernst gemeinte Kritik zu äußern.
Im Endeffekt schienen sie aber auch nicht sonderlich viel ausrichten zu können oder hatten es mit der Unterstützung vielleicht doch nicht ganz so ernst gemeint. Gleichzeitig finden wir es bedauerlich, wie schnell sich einige Menschen abwenden, wenn Andere bereit sind Konflikte weiter zu führen, anstatt vor der Androhung von staatlicher Gewalt zu kuschen.
Der Staat und seine ausführende Gewalt sitzen bei Hausbesetzungen auf kurze oder lange Sicht fast immer am längeren Hebel. Entsprechend ist die Aussage des Eigentümers Udo Heng, er hätte sich erpresst gefühlt, ziemlich absurd. Spätestens als wir erfuhren, dass dieser nicht mehr für Gespräche bereit sei, mussten wir uns auf eine zeitnahe Räumung einstellen. Von der angeblichen Verhandlungsbereitschaft Hengs erfuhren wir auch nur durch Zeitungsartikel, nie aber durch direkten Kontakt. Bis zum Platzenlassen des Treffens waren alle Gespräche – metaphorisch gesprochen – wie mit der Pistole im Anschlag.
Die Polizei ist in gesellschaftlichen Diskursen niemals Gesprächs- und Verhandlungspartnerin. Die Polizei ist die ständige Absicherung des Staates, der Stadt, der Ämter und der Eigentumsverhältnisse. Und sie wird gerufen, wenn wir uns in Konflikten nicht an die Etikette halten.
Wir haben es gewagt, das unumstößliche Recht auf Privateigentum und dessen Rolle in Bezug auf Wohnungsnot, steigende Mieten und Verdrängung nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch in Frage zu stellen und bekamen als Antwort Zuckerbrot und Peitsche zu spüren. Einerseits Gesprächsbereitschaft von einzelnen städtischen Akteur*innen – andererseits ständige Räumungsgefahr. Die letztendliche Reaktion darauf war der Überfall 60 Vollvermummter mit Kettensäge und Maschinenpistolen, nachdem der formale Besitzer sein Wohlwollen zurückgezogen hatte. Spätestens wenn die Polizei involviert ist, gibt es keine Gespräche mehr und die Komplexität von Aushandlungsprozessen wird zu einem einfachen Entweder/Oder. Entweder wir lassen uns vom schlagenden Knüppel einschüchtern oder wir nehmen uns die Häuser und Straßen unseres Stadtteils der Repression und Kriminalisierung zum Trotz.
Der Angriff auf die Luwi71 am Mittwochmorgen war ein Angriff auf einen Teil unserer Nachbarschaft – anders als das tagtägliche Racial Profiling, die Zwangsräumungen, Abschiebungen, die Belästigungen von Jugendlichen durch Cops, die Illegalisierung von Lohnarbeitenden ohne Arbeitsvertrag – aber genauso ein Angriff.
Wir verstehen somit, dass Menschen im Viertel Wut und Hass auf Polizist*innen haben. Polizist*innen sind immer die Vollstrecker*innen der herrschenden Ordnung. Konflikten um soziale Fragen und diversen Lebensrealitäten begegnen sie mit Gewalt und Strafe.
Unter der Annahme, dass Gewalt immer zu Gegengewalt führt, muss sich gefragt werden, welche Gewalt zuerst da war. Der Pflasterstein war es nicht. Wer von all der erwähnten strukturellen Gewalt nicht sprechen will, darf sich über die Wut selbstbewusster Nachbar*innenschaften nicht wundern.
Unsere Solidarität gilt Allen, die im Laufe der letzten Tage festgenommen wurden und die in den kommenden Monaten Strafverfahren ewarten. Zur selben Solidarität rufen wir auch all diejenigen auf, die es mit der Unterstützung für die Luwi71 ernst meinten. Die wenigsten Kämpfe können widerspruchsfrei geführt werden und aufeinander aufzupassen bedeutet manchmal auch, solche Widersprüche aushalten zu können. Wir lassen keine*n allein!
Für rebellische Kieze und eine Stadt von unten!

Leipzig Besetzen
leipzigbesetzen [at] riseup [dot] net
https://squ.at/r/7tb0
https://leipzigbesetzen.noblogs.org/

Luwi71, Ludwigstraße 71, Leipzig
https://squ.at/r/7zej

Gruppen: Leipzig https://radar.squat.net/de/groups/city/leipzig
Veranstaltungen: Leipzig https://radar.squat.net/de/events/city/Leipzig

Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Quelle: Leipzig Besetzen: https://leipzigbesetzen.noblogs.org/post/2020/09/09/gewalt-ist-teil-des-problems-und-das-problem-hat-system/

Leipzig: Wer Wind sät, wird Sturm ernten

Wir blicken zurück auf ein langes Wochenende voller entschlossener Kämpfe gegen die zunehmende Verdrängung, gegen die Aufwertung und die unerträgliche Bullenbelagerung in unseren Vierteln. Nachdem zwei besetzte Häuser innerhalb kürzester Zeit wieder geräumt worden waren, spitzte sich die Wut über die gesellschaftlichen Missstände in Leipzig ein weiteres Mal zu.

Nachdem am Mittwoch das besetze Haus Luwi71 geräumt wurde, war zu einer Tag X+1 Demo am darauf folgenden Donnerstag aufgerufen worden. Dieser schlossen sich mehrere hundert Menschen an und verliehen ihrer Wut über die Räumung des angehenden sozialen Zentrums nahe der Eisenbahnstraße Ausdruck. Es wurden Bullen angegriffen, Barrikaden errichtet und angezündet. Die Auseinandersetzungen erstreckten sich über einen Zeitraum von mehreren Stunden, in denen sogar ein Wiederbesetzungsversuch der Luwi71 gestartet wurde. Die Bullen versuchten immer wieder die Masse zu zersprengen, doch stattdessen bildeten sich viele kleinere Demonstrationen, die die Auseinandersetzung vorantrieben. Viele Zuschauende schlossen sich den immer wieder zersprengten und sich doch wieder findenden Massen an. Die Wut auf die Belagerung und Kriminalisierung der Eisenbahnstraße unter anderem durch die Waffenverbotszone war deutlich spürbar. Im Zuge der Auseinandersetzungen und nach einigen missglückten Vorstößen der Bullen begannen diese willkürlich mit Tränengas in die Menge zu schießen. Dass hierbei wie auch am darauf folgenden Abend nach Kriegswaffengesetz verbotene Munition zum Einsatz kam, die auch auf Journalist*innen abgefeuert wurde, überrascht angesichts der Zustände in der sächsischen Polizei wohl niemanden mehr.

Im Zuge dieser Auseinandersetzungen wurden mehr als 20 Personen festgenommen, wir wünschen ihnen viel Kraft!

Erfreulicherweise wurde direkt am nächsten Tag, Freitag den 04.09., ein weiteres Haus in Leipzig-Connewitz besetzt. Doch nach kurzer Zeit rückten Secus und Bullen an und räumten das Haus wieder, noch bevor eine größere Öffentlichkeit mobilisiert werden konnte. Jedoch scheinen viele davon erfahren zu haben, denn für die noch am selben Abend stattfindende Sponti fanden sich über 300 Leute kurzfristig im Herderpark ein. Was folgte, war eine angemessen Reaktion auf die menschenverachtende Praxis der Bullen. Nachdem sich die Sponti unter großem Einsatz von Pyrotechnik in Bewegung gesetzt hatte, wurde zunächst der Besatzungsposten der Schweine angegriffen, Überwachungskameras zerstört und einige Scheiben mittels Farbbeuteln und Steinen beschädigt. Es war der fünfte größere Angriff auf den Außenposten seit seiner Eröffnung 2014.

Daraufhin bewegte sich die Sponti über die Hammerstraße Richtung Bornaische Straße, wo zuerst eine Wanne mittels Pyrotechnik und Steinwürfen verjagt und auch erste eintreffende Greiftrupps in einem Steinhagel wieder zurückgeschickt werden konnten. Als sich die Demo zur Kreuzung Bornaische/Stockartstraße bewegt hatte, trafen von Süden und Norden erste Großaufgebote der Bullen mit mehreren Wannen ein. Es kam zu minutenlangen Auseinandersetzungen. In deren Verlauf rasten Bullenwannen aus Richtung Süden mit hoher Geschwindigkeit auf eine Menschenmenge zu. Sie zwangen Personen in letzter Sekunde zur Seite zu springen, um nicht zu sterben. Dabei rammten sie fast eine Straßenbahn und kamen letztlich mit einer Vollbremsung zum Stehen, wobei das zweite Fahrzeug in das erste hinein krachte. Ohne zu dramatisieren, wollen wir dennoch benennen, worum es sich hierbei handelte: Um einen Mordversuch an Menschen, die dem Staat ein Dorn im Auge sind. Dass bei diesem Auffahrunfall niemand überfahren wurde, grenzt an ein Wunder. Und bei aller Freude über die Bilder der zerstörten Wanne, bei allen Witzen, die jetzt über illegale Straßenrennen der Bullen usw. gemacht werden, wollen wir nicht vergessen, dass hier Menschenleben bewusst aufs Spiel gesetzt wurden. Die Springerpresse schreibt, der Auffahrunfall sei durch Angriffe auf Bullen verursacht worden. Stimmt so in etwa, denn die Bullen die in ihren Wannen saßen und mit Steinen angegriffen wurden, versuchten daraufhin die Angreifenden zu überfahren. Wie heuchlerisch Polizeipräsident Torsten Schultze ist, wenn er sagt wir würden Menschenleben in Kauf nehmen, lässt sich an diesem Szenario gut erkennen. Zumal wir eine voll ausgestattete und gut trainierten Kampfeinheit mit Panzerung und Helmen konfrontieren und bei all den geworfenen Pflastersteinen Bullen (leider) in der Regel nur leicht verletzt werden. Die Wut, der Hass gegen die Polizei, die Ausschreitungen der letzten Monate sind durch genau solche Aktionen der Bullen potenziert worden. Durch die zahlreichen Verletzungen und Misshandlungen, die Menschen zugefügt wurden und werden. Durch all die Zwangsräumungen, die sinnlosen Schikanen, den permanenten Belagerungszustand. Ihr braucht euch nicht wundern, dass immer mehr Leute aufhören, an eine friedliche Lösung der sozialen Probleme in unserer Stadt zu glauben.

Die Spontandemo zog sich letztlich langsam zurück und löste sich schließlich nach ca. 45 Minuten intensiver Auseinandersetzungen auf. Dass es dabei keine Festnahmen gab, macht uns sehr froh und zeugt davon, dass in den letzten Monaten auch kollektive Lernprozesse stattgefunden haben, dass wir mehr aufeinander achten und die Bullen sich weniger trauen, weil sie wissen, dass sie bei Festnahmen mit Gegenwehr und Gefangenenbefreiungen zu rechnen haben. Es ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Bullen nach dem Vorabend im Osten nicht damit gerechnet hatten, am Freitag schon wieder mit Ausschreitungen im Leipziger Süden konfrontiert zu sein. Sie waren nicht auf eine weitere Besetzung vorbereitet und hatten nur ca. 3 Stunden Zeit für eine Einsatzplanung, weshalb wir spontan besser handlungsfähig waren als sie.

Am Samstag Abend fand dann die schon länger angekündigte Demonstration unter dem Motto “Kämpfe verbinden” statt. Viele Initiativen verlasen Redebeiträge über die sozialen Kämpfe in Leipzig und international und natürlich wurde angesichts der aktuellen Ereignisse auch auf die Räumungen der Luwi71 und der B34 Bezug genommen. Die Demo war von Beginn an sehr kämpferisch und brachte eine antagonistische Haltung gegenüber dem bürgerlichen Staat zum Ausdruck. Dies geschah unter anderem durch das massenweise Zünden von Pyrotechnik und diverse kleinere Angriffe auf Bullen. Nachdem an der Wolfgang-Heinze-Straße Luxuswohnungen attackiert worden waren, entschlossen sich die Bullen die Demonstration aufzulösen und von verschiedenen Seiten gleichzeitig anzugreifen. Dabei kam es zu körperlichen Übergriffen auf Unbeteiligte und Journalist*innen. Willkürlich wurden Personengruppen durch die Seitenstraßen gejagt und brutal festgenommen. Dennoch konnten wir der ausufernden Polizeigewalt durch solidarische Reaktionen und das Zusammenhalten in Großgruppen einiges entgegensetzen, immer wieder wurden Bullen von Kleingruppen attackiert. Teilweise wurden sie verjagt und so konnte die Zahl der Festnahmen zumindest auf 15 begrenzt werden (was trotzdem 15 Festnahmen zu viel sind). Dass nach zwei vorausgehenden Nächten voller Angriffe auf die Staatsdiener eine hohe Zahl von Festnahmen das Hauptziel der Bullen war, war von Anfang an klar. Ebenso klar war, dass die Bullen jede Gelegenheit nutzen würden, um die Demonstration aufzulösen und die Jagd auf Autonome zu beginnen. Mit Freude nahmen wir die Nachricht auf, dass auch im Leipziger Westen zeitgleich zur Demonstration eine Bullenwanne auf dem Gelände des Polizeiverwaltungsamtes in Flammen aufging.

Da sich in einigen Presseberichten über die Angriffe auf die Luxusbauten an der Wolfgang-Heinze-Straße empört wird, wollen wir hierzu kurz Stellung beziehen. Dabei muss klar sein, dass wir keine offiziellen Sprecher*innen der Demonstration sind und nicht den Anspruch haben, alle Teilnehmenden zu repräsentieren. Zunächst halten wir es für eine sinnvolle, notwendige und legitime Form symbolischen Protests, Neubauten mit Farbe, Steinen, Feuer oder was auch immer anzugreifen. Hierdurch kann die berechtigte Wut über Verdrängungsprozesse zum Ausdruck gebracht werden. Verdrängungsprozesse, die dazu führen, dass soziale Netzwerke zerstört werden, dass Personen aus ihrem angestammten Wohn- und Lebensumfeld verdrängt werden und Platz machen müssen für Besserverdienende. Wenn dadurch diese Besserverdienenden zum Entschluss kommen, Connewitz wieder zu verlassen und somit die Nachfrage für Luxuswohnungen sinkt, ist das ein erwünschter Nebeneffekt. Was wir selbstverständlich ablehnen, ist wenn bei solchen Angriffen nicht ausgeschlossen werden kann, dass Kinder oder Kinderzimmer betroffen sein könnten. Inwieweit die Angreifenden dies getan haben, können wir nicht beurteilen. Dass jedoch nun in diversen Presseartikeln darüber geschrieben wird, wie schlimm es doch sei, dass Luxuswohnungen mit Steinen und Farbgläsern attackiert wurden, dass sich wegen eines Bengalos auf einem vollkommen aus Stein bestehenden Balkon aufgeregt wird, grenzt an Menschenverachtung angesichts all der Menschen ohne Obdach. Angesichts all der Menschen, die wegen Entmietungen und Luxussanierungen ihre Wohnungen aufgeben mussten, all der Menschen, die ihre Miete nicht mehr oder nur noch mit größter Mühe bezahlen können. Denn all das ist es, was wir mit struktureller Gewalt meinen, Gewalt, die von einem Wirtschaftssystem ausgeht, in dem alles zur Ware wird, in dem aus allem der größtmögliche Profit geschöpft werden soll. Ein System, in dem Menschenwürde nur noch ein lästiges Hindernis für Ausbeutung und Akkumulation ist und welches mit institutionalisierter Gewalt in Form von Polizei, Militär und Knast aufrecht erhalten wird.

Neben den vielen Demonstrationen und Auseinandersetzungen gab es das ganze Wochenende zudem in Connewitz ein Diskussions- und Veranstaltungswochenende. Die “Soziale Kampfbaustelle” lud zu Diskussionen, Vorträgen und Vernetzung mit Rahmenprogramm, wie Infoständen, Brunch/Küche für alle und einer Cocktailbar ein. Alle Veranstaltungen fanden im öffentlichen Raum, in den umliegenden Parks und Straßen statt. Viele Menschen setzten sich bei Sonne oder Nieselregen hin und diskutierten. Teilweise lauschten bis zu 60 Interessierte den Vorträgen über Frauen* und Militanz, sozialen Kämpfen in Chile, Repression in Italien oder dem Räumungsbedrohten Hausprojekt Liebig34 und ließen sich auch durch eine hohe Bullenpräsenz nicht davon abbringen. Auch vor der Luwi71 wurde am Sonntag zum Nachbarschaftsbrunch eingeladen, wo sich trotz massiver Bullenpräsenz einige Nachbar*innen und Unterstützer*innen der Luwi71 trafen und über Perspektiven nach der Räumung diskutierten oder Hilfe für bei der Tag X+1 Demo entstandene Kollateralschaden organisierten. Wir merken, dass gerade in diesen Zeiten ein großer Bedarf nach Austausch und Diskussion über die bestehenden Verhältnisse besteht und sich in unterschiedlichen Kiezen organisiert wird. Und auch, dass viele eine Wut teilen und dieser Ausdruck verleihen wollen, angesichts der Ohnmacht gegenüber den Verdrängungsprozessen, dem grassierenden Rassismus und Frauen*hass, dem erstarkenden Faschismus und staatlicher Repression.

Uns verwundert es nicht, dass angesichts der sozialen Verhältnisse und der Entwicklungen insbesondere am Wohnungsmarkt in Leipzig die Menschen wütend sind. Dennoch freuen wir uns darüber, welches Ausmaß die Auseinandersetzungen mit Hauseigentümern, Immobilienfirmen und den Staatsschergen am vergangenen Wochenende, doch auch in den letzten Monaten angenommen haben. Natürlich kommen alle staatlichen Akteure und bürgerlichen Zeitungen dem dringenden Bedürfnis nach, all jene Menschen, die das Wochenende über auf den Straßen waren, als Chaoten zu diffamieren. Die Wut und die Gewalt jedoch waren keineswegs chaotisch, richteten sich an den vergangenen drei Tagen ausschließlich gegen Neubauprojekte und Bullenschweine. Zielgerichtet griffen viele Menschen an diesem Wochenende diejenigen an, die sich in den Dienst der Reichen und Besitzenden stellen, deren Eigentum schützen und ein Leben in Würde für alle verhindern. Sollte es dennoch Leute geben, deren Autos, Häuser oder Fahrräder im Zuge der Auseinandersetzungen zu Schaden gekommen sind, werden sich hoffentlich Wege finden, diesen kollektiv zu tragen.

An dieser Stelle möchten wir aus dem Aufruf für die Demonstration “Kämpfe Verbinden” zitieren (zu finden hier: https://fightforyourfuturele.noblogs.org/post/2020/08/30/158/ oder hier: https://sozialekampfbaustelle.noblogs.org/demonstration/):

“Besonders in Connewitz stehen wir seit Jahren einer Verdrängungsstrategie der Stadt gegenüber, die anscheinend nicht nur auf Profit, sondern auch auf die Spaltung und Verdrängung der sogenannten „Szene“ in Connewitz aus ist. War es damals doch jene „Szene“, die in den 90er Jahren die Häuser vor dem Verfall und dem Abriss bewahrte und eine Kunst-, Kultur- und Kneipenlandschaft errichtete, die bis heute dazu beiträgt, dass das Viertel eines der attraktivsten der Stadt geworden ist. Und das nicht nur für sogenannte „Alternative“, sondern auch für viele junge Familien. So können die Menschen, die in den 90er Jahren hier im Viertel, auch im Kampf gegen den Staat, einen Schutzraum gegen den alltäglichen Naziterror durchsetzten, heute ihre Miete im hippen Connewitz nicht mehr bezahlen. (…) Wenn also Baustellen angegriffen werden, neue Häuser mit Farbe beschmiert werden, dann sehen wir darin nicht das Werk von gelangweilten Chaot*innen, sondern ein letztes verzweifeltes Aufbäumen all derjenigen, die sich nicht kampflos aus ihrem Kiez verdrängen lassen wollen. ”

Das Ziel Wohnraum für alle zu organisieren und eine Stadt von unten aufzubauen wird mit Verhandlungen, Mietpreisbremsen, Milieuschutzsatzungen oder großangelegten Enteignungskampagnen (die eigentlich keine sind) nicht erreicht werden. Die Interessen des Kapitals werden vom bürgerlichen Staat immer über Menschenleben gestellt werden. Daran liegt es auch, dass in Leipzig trotz aller leeren Worte und Verständnisbekundungen keine der herrschenden Parteien sich ernsthaft dafür einsetzt, dass Wohnraum bezahlbar bleibt bzw. wieder wird. Schließlich handelt es sich hierbei um einen rentablen und krisenresistenten Markt. In den letzten Jahren gab es vor allem in Großstädten nicht nur eine massive Entwicklung von Kapitalakkumulation, die dazu führte, dass nur noch wenige Menschen über das Glück verfügen die eigenen vier Wände selbst zu besitzen und somit die meisten ihr Leben lang in Abhängigkeit zu Vermietern und dem Mietmarkt stehen müssen. Es gab vielmehr auch eine Zunahme von Menschen, die ihre Wohnungen aufgrund von Entmietung oder Abhängigkeit vom Arbeitsamt verloren haben oder aufgrund der Ausländerbehörde und der rassistischen Gesetzgebung nicht mal mehr überhaupt eine Wohnung bekommen können.

Auch die Geschichte zeigt, dass sich auf dem Immobilienmarkt mit dem Wohnraum der ärmeren Bevölkerungsschichten und deren Verschuldungen gut spekulieren lässt, siehe die Finanzkrise 2008. Und dass sich mit dem Bau von Luxuswohnungen und den Aufwertungen von Stadtvierteln nicht nur viel Geld verdienen lässt, sondern damit auch politische Macht und Einflussnahme einhergeht. Die großen Immobilienfirmen bestimmen letztlich, wie unsere Städte aussehen werden, wer wo Wohnraum bekommt und wer hinten runter fällt. Lehnen wir uns nicht gegen dieses Gesamtsystem auf, wird es immer nur eine Lösung für wenige geben. Unsere Wehrhaftigkeit ergibt sich daher aus einer Organisierung in den Nachbar*innenschaften, aus der staatsfernen Organisation von Solidarität und gegenseitiger Hilfe und aus dem Widerstand, den wir dem kapitalistischen System und dem erstarkenden faschistischen Kräften entgegensetzen.

Auch abseits der Wohnraumdebatte und der sich dadurch zuspitzenden gesellschaftlichen Verhältnisse in Leipzig, gibt es viele Dinge, die uns bewegen und die unsere Wut fördern. In Berlin sind viele linke Projekte räumungsbedroht. Vor Jahren erkämpft, sollen sie nun der Neuerfindung einer reichen Hauptstadt weichen. In Sachsen gewinnen faschistische Kräfte an Einfluss, faschistoide Parteien an Zulauf und rechte Inhalte an Zuspruch. Dass Menschen aufgrund von unveränderbaren Merkmalen oder sozialem Background von Faschisten angegriffen werden, ist an der Tagesordnung. Dass Nazis zu tausenden mit besorgten Bürgern marschieren, seit Pegida keine Seltenheit mehr. Dass aus staatlichen Behörden Waffen an rechte Gruppen gelangen oder faschistische Terrornetzwerke vom Verfassungsschutz oder den Bullen geschützt oder sogar personell unterstützt werden, ein offenes Geheimnis.

Connewitz oder Leipzig scheint in Sachsen eine antifaschistische Bastion zu sein, doch auch diese wurde und wird sich permanent erkämpft. In den letzten Jahren und vor allem in diesem Jahr findet ein repressiver Sturm auf Antifaschist*innen statt, so zeigen es z.B. die martialischen Hausdurchsuchungen vom vergangenen Juni. Auch andere linke Politikfelder sind im Fokus der Repressionsbehörden, ein neues 129a-Verfahren trifft Genoss*innen in Frankfurt am Main und gerade letzte Woche fanden bundesweit 27 Hausdurchsuchungen, wegen eines 129-Verfahrens gegen den Roten Aufbau statt. Der Staat versucht momentan massiv linke Kräfte und Kontexte anzugreifen und zu zerschlagen. Auch weltweit beobachten wir eine Erstarkung des Faschismus und des unbeschränkten Herrschaftswillen des Neoliberalismus, der gerade durch die grassierende Pandemie sein wahres Wesen noch klarer zeigt.

Doch in den letzten Jahren entstanden weltweit Rebellionen gegen die Herrschaft des Kapitalismus und die herrschenden Klassen der Welt. Der revolutionäre Aufbruch in Chile gegen die neoliberale Politik, getragen von den unteren Schichten der Gesellschaft mit einer starken indigenen und feministischen Vertretung geben Hoffnung darauf, dass auf der Straße ein System gestürzt werden kann. Doch musste sich auch diese Bewegung aufgrund der Pandemie erst mal auf den Eigenschutz und den der Communities konzentrieren. Denn die meisten Opfer des Virus, nicht nur dort, sind die ärmsten der Gesellschaft, die aufgrund der Privatisierung des Gesundheitswesens keine ausreichende Versorgung erhalten.
In Belarus gehen seit Wochen Menschen auf die Straße und greifen eine Diktatur an, die für ihren Machterhalt tausende Menschen einsperren lässt und scharf auf Demonstrierende schießt. In den USA hat sich ein sozialer Konflikt zugespitzt, der seit Jahrzehnten immer wieder hoch kocht. Schwarze Communities, indigene Communities und auch weiße Antifaschist*innen wehren sich gegen die strukturelle Ermordung von POC’s durch die Polizei. Sie kämpfen gegen den rassistischen Normalzustand und destabilisieren ein politisches System, welches seit jeher von der weißen politischen Elite getragen wird. Die nun schon Monate andauernden Unruhen breiteten sich rasant über das ganze Land und auch international aus. Trotz oder gerade wegen der vielen Opfer, die die Bewegung in den letzten Monaten zu beklagen hat, erschossen, überfahren oder erschlagen durch die Bullenschweine oder faschistische Milizen, geht der Konflikt noch intensiver weiter. Ein Wind weht durch die Welt und die Zeichen stehen auf Sturm.

Wir müssen kämpfen, müssen Widerstand leisten! Nicht zu handeln, heißt die Zustände zu befürworten oder zu kapitulieren!

Wir rufen dazu auf in dieser Woche Teil der “Actionweek for Liebig34” zu sein und zur kämpferischen Demonstration am 12.09. um 20 Uhr zum Wassertorplatz (Berlin Kreuzberg) zu kommen!

Jede Räumung hat ihren Preis!

Solidarische Grüße gehen außerdem von Leipzig nach Athen, wo sich Gefährten wegen der Räumung des Gare Squats nun vor Gericht verantworten müssen.

B34, Bornaische Strasse 34, Connewitz
https://b34.squat.net

Luwi71, Ludwigstraße 71, Leipzig
https://squ.at/r/7zej

Gruppen: Leipzig https://radar.squat.net/de/groups/city/leipzig
Veranstaltungen: Leipzig https://radar.squat.net/de/events/city/Leipzig

Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Quelle: https://de.indymedia.org/node/102513

Leipzig: Pressemitteilung zur Demonstration „Kämpfe verbinden – Für eine solidarische NachbarInnenschaft!“

Am Abend des 05.09.2020 veranstalteten wir die Demonstration „Kämpfe verbinden – Für eine solidarische NachbarInnenschaft!“ mit dem Startpunkt Hildebrandpark in Connewitz.

In unseren Redebeiträgen thematisierten wir die Verdrängungsprozesse in Connewitz und Leipzig. Wir kritisierten die Neubauprojekte, da sie für viele Menschen hier nicht mehr bezahlbar sind und der Wohnraum immer knapper und teurer wird. In der Folge müssen viele Menschen die hier seit Jahren wohnen das Viertel verlassen. Soziale Netzwerke, über Jahre gewachsene Strukturen und Freundeskreise werden damit zerstört.

Wir erklärten uns mit den Hausbesetzungen der letzten Wochen in Leipzig in der Ludwigstraße 71 und der Bornaischen Straße 34 solidarisch und verlasen ein Grußwort der geräumten LuWi-Besetzer*innen. Ein Redebeitrag drückte unsere Solidarität mit der BlackLivesMatter Bewegung in den sogenannten Vereinigten Staaten aus. Wir schließen uns ausdrücklich der FreeThemAll Kampagne an, die die Freilassung aller Gefangenen der George Floyd Rebellion fordert.

Unter dem Motto Kämpfe verbinden spielten wir außerdem einen Redebeitrag der von Hausdurchsuchungen Betroffenen AntifaschistInnen in Connewitz ab. Wir verurteilen die Kriminalisierung linker Strukturen zu Zeiten der militaristischen Aufrüstung rechter Zellen und ihrer Verstrickungen in die deutschen Sicherheitsbehörden. Wir können der sächsischen Polizei nicht vertrauen, die unsere Fahrräder verkauft, unsere jungen FreundInnen misshandelt oder unsere NachbarInnen aus ihren Wohnungen räumt.

Gegen 20:45 Uhr starteten wir mit einem kraftvollen Demozug vom Hildebrandpark durch die Hildebrandstraße und die Dölitzer Straße. Nach unseren Schätzungen beteiligten sich erfreulicherweise zwischen 600-800 Menschen an unserer Demonstration, was zeigt, dass unsere Anliegen in Leipzig und in Connewitz auf Gehör stoßen.

Im Verlauf der Demonstration zündeten TeilnehmerInnen Feuerwerk, dies wurde durch die Polizei untersagt und wir wiesen auch vom Lautsprecherwagen aus darauf hin.

Bedauerlicherweise kam es an der Ecke Wolfgang-Heinze Straße/Meusdorfer Straße, dazu, dass ein Stein in eine nach unserem Wissen bewohnte Wohnung geworfen wurde.

Wir können es nicht gutheißen wenn unbeteiligte Menschen einer solchen Gefährdung ausgesetzt werden!

Wir können die Wut über die Verdrängungsprozesse in unserem Viertel verstehen, doch wir denken nicht, dass die BewohnerInnen dieses Hauses die Hauptverantwortlichen in einem komplexeren Entwicklungsprozess sind.

Obwohl wir beruhigend auf die Demonstration einwirken wollten um unsere genehmigte Route zu beenden, löste die Polizei die Demonstration um 21:00 Uhr auf und begann daraufhin Menschen in der Wolfgang-Heinze Straße und den umliegenden Straßen zu attackieren und festzusetzen. Wir forderten die Polizei dazu auf ruhig zu bleiben, damit es keine Verletzten gibt.

Wir verständigten uns darauf den Lautsprecherwagen aus dem Bereich zu fahren.

Deswegen können wir über den weiteren Verlauf des Abends zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen.

Für uns ist es unverständlich warum die Polizei Menschengruppen attackierte, die sich offensichtlich versuchten den Geschehnissen zu entziehen. Ebenso unverständlich ist für uns die massive Polizeipräsenz im Verlauf des Tages in Connewitz. Gerade nach den Geschehnissen der letzten Tage empfanden wir die Polizeistrategie als offensiv und eskalierend.

Das Bedrohungsszenario, welches im Vorfeld wieder einmal aufgebaut wurde kritisieren wir. Es erweckte für uns den Anschein, dass die Polizei offensiv die Eskalation gesucht hatte, da sie heute die Kräfte vorhanden hatten die wohl in den letzten Tagen fehlten um Festnahmen zu machen und ihre Quoten zu erfüllen. Ein Verhalten welches leider für die deutsche Polizei typisch und die Verhältnismäßigkeit sehr zu bezweifeln ist.

In den nächsten Tagen folgt noch eine ausführlichere Pressemitteilung. Wir sind über unsere E-Mail Adresse für weitere Fragen erreichbar.

Wir wünschen allen Betroffenen von Polizeigewalt und den Gefangenen viel Kraft.

Des Weiteren appelieren wir an die Presse den Gesamtkontext zu berücksichtigen, kritisch und objektiv zu bleiben und nicht wie so oft die Pressemitteilung der Polizei nachzudrucken.

Bündnis Fight For Your Future, 05.09.2020 (Stand: 22:00 Uhr)

B34, Bornaische Strasse 34, Connewitz
https://b34.squat.net

Luwi71, Ludwigstraße 71, Leipzig
https://squ.at/r/7zej

Gruppen: Leipzig https://radar.squat.net/de/groups/city/leipzig
Veranstaltungen: Leipzig https://radar.squat.net/de/events/city/Leipzig

Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Fight For Your Future https://fightforyourfuturele.noblogs.org/post/2020/09/05/vorlaeufige-pressemitteilung-zur-demonstration-am-05-09-2020-kaempfe-verbinden-fuer-eine-solidarische-nachbarinnenschaft-stand-05-09-2200-uhr/

Leipzig: Luwi71 geräumt. Ein erstes Resümee

Die Luwi könnt ihr uns nehmen, unsere Träume nicht
Gestern am 02.09.2020 wurde die Luwi71 geräumt. Gegen sechs Uhr morgens begannen Bullen den Versuch ins Haus einzudringen. Dank stabiler Barrikaden war das mit dem Rammbock nicht möglich. Erst Motorsägen verschafften der Staatsgewalt Zutritt. Nach etwa drei Stunden vermeldete die Polizei das Ende des Einsatzes auf Twitter. Damit stand die Luwi wieder leer und Träume von nicht-kommerziellen Freiräumen sowie günstigem Wohnraum lagen wie die Eingangstür in Trümmern.
Dank solidarischer und wachsamer Anwohner*innen sowie einem eigenen Scout-System, welches Wannenbewegungen im Viertel beobachtete, konnten die Menschen im Haus allesamt rechtzeitig vor der Polizei fliehen. Trotzdem wurden vier Menschen in Hausnähe aufgegriffen und deren Identitäten festgestellt. Drei Personen wurden daraufhin vorläufig auf die Dimitroff-Wache verschleppt. Zwei Menschen aufgrund des Verdachts des Hausfriedensbruchs. Ihnen wird also vorgeworfen Besetzer*innen gewesen zu sein. Die dritte Person wegen eines offenen Haftbefehls, welcher auf ein nicht gezahltes Bußgeld wegen des falschen Anbringens einer Hundesteuermarke zurückzuführen ist. Nachdem das Geld bezahlt wurde, konnte die dritte Person gehen.
Die anderen beiden konnten gegen halb elf ebenfalls die Wache verlassen, aber laut eigener Aussage nicht, bevor ihnen DNA entnommen und ihnen die Ohren abgemessen wurden.
Es hat sich gezeigt, dass Profite und Kapital über den Bedürfnissen der Stadtbewohner*innen stehen. Das Privateigentum als höchster Wert dieses Systems hat mal wieder gewonnen. Der Staat schafft es wieder einmal nicht, Wohnraum für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Die Bedürfnisse der Menschen sind in diesem System Nebensache.

Anderthalb Wochen Besetzung und eine ausgestreckte Hand

Am Freitag, den 21.08.2020, besetzten wir die Ludwigstraße 71. Wir haben sofort der Stadt Leipzig, einigen Stadtratsfraktionen und der Presse unser Nutzungskonzept zukommen lassen bzw. um Verhandlungen gebeten. Leider haben zunächst weder die Stadtratsfraktionen noch Ämter der Stadt auf unsere Mail geantwortet. Erst am 22.08.2020 haben wir über einen Artikel der Leipziger Volkszeitung erfahren, dass der Eigentümer ermittelt wurde und am Mittwoch, den 26.08.2020, nach Leipzig kommen will, „um mit den Aktivisten ins Gespräch zu kommen“ [1]. Wir haben für diese Verhandlung Räume organisiert und Rechtsanwält*innen kontaktiert.
Am Dienstag, den 25.08.2020, besuchte uns der Leiter des Amts für Wohnbau und Stadterneuerung und teilte uns stellvertretend mit, dass der Eigentümer die Gespräche am Mittwoch nicht länger führen und weiter anonym bleiben will. Kommunikation zum Eigentümer könne allerdings über das Amt laufen. Er bot sich als “Mediator” und “Briefkasten” an. Der Amtsleiter informierte uns außerdem, dass der Eigentümer fragt, ob wir das Haus kaufen oder mieten könnten. Wir haben keine der Optionen abgelehnt, sondern unser Interesse bekundet, nach einer konkreten Summe gefragt und als weitere Alternative angeboten, dass wir uns auch einen Wächterhausstatus vorstellen könnten. Dies zeigt, dass wir konkrete finanzielle Abmachungen mit dem Eigentümer eingehen wollten, wodurch erneut unser Bemühen um Verhandlungen zur Legalisierung des Hausprojekts deutlich wurde. Des Weiteren haben wir einen Brief an den Eigentümer verfasst, welchen wir auch veröffentlichten [2]. Doch unsere ausgestreckte Hand wurde weggeschlagen. Am 28.08.2020 erschien in der BILD-Zeitung ein Interview mit dem 56-jährigen Eigentümer “Christoph R.” (Name von der BILD-Redaktion geändert) unter dem Titel „Gebäude in Leipzig besetzt – Chaoten lassen mich nicht in mein Haus“ [3].
Kaya von LeipzigBesetzen dazu: „Es gab im Zuge dieses Akts des zivilen Ungehorsams von unserer Seite keinerlei Eskalation – eher im Gegenteil, symbolisiert durch eine erste Nachbar*innenversammlung am Sonntag, den 23.08.2020 und eine zweite, die für Mittwoch, den 02.09.2020, um 19:00 angesetzt war. Und trotzdem hat die BILD es als nötig erachtet, uns als ‘Chaoten’ zu bezeichnen. Wir betrachten diese Form des ‘Journalismus’ als chaotisch. Herr R. hätte uns außerdem jederzeit kontaktieren können. Wir haben ihn sogar mehrfach dazu ermutigt. Diese Aktion hatte nie Bedrohung oder Gewalt als Ziel, sondern die Schaffung von Aufmerksamkeit für Missstände und die Notwendigkeit von kulturellen Freiräumen sowie günstigem Wohnraum. Häuser dürfen nicht als Zweitwohnsitz und Altersabsicherung dienen, so lange Andere in Wohnungsnot sind.“ Die zweite Pressesprecher*in Sasha fügt hinzu: „Dieses Schwarz-Weiß Denken und die Diskreditierung von Protest ist typisch für den Springer-Konzern. Die Aussage ‘Ein Kapitalist erwirbt im Osten Häuser und lässt sie verrotten, obwohl der Wohnraum dringend benötigt wird’ [3] ist verkürzt und hat nichts mit unseren Ansichten zu tun. Sie erfüllt lediglich schon lange ausgediente Ost-West-Klischees. Die BILD-Zeitung betreibt mal wieder Spaltung. Die Wohnungslage ist außerdem in der gesamten Bundesrepublik katastrophal, nicht nur im Osten.“
Der Artikel steht mit seiner Diffamierung von Protest in der Tradition der BILD. Was wir aber genau aus dem Artikel ablesen konnten, war, dass der Eigentümer kein “Freiberufler” ist, sondern Firmen-Inhaber und Investor. Außerdem konnten wir durch die offen gelegten Informationen zum Eigentümer und die Bildaufnahme den tatsächlichen Namen des Eigentümers und seine Firma recherchieren. Wir wussten jetzt, wer ‘Christoph R.’ ist und hatten endlich die Möglichkeit ihm direkt eine Mail zu schreiben, statt über Pressemitteilungen oder das AWS kommunizieren zu müssen. An dieser Mail saßen wir in der letzten Nacht vor der Räumung, um noch einmal direkt Verhandlungen anzubieten und konkrete Vorschläge zu machen.
Am gestrigen Mittwoch dann die Eskalation, welche seitens des Eigentümers heraufbeschworen wurde.
Das Vermächtnis der Luwi
Nichtsdestotrotz bewerten wir die Besetzung der Luwi71 als Erfolg.
Die Besetzung konnte sich anderthalb Wochen halten, hat bundesweite Medienaufmerksamkeit erhalten und den Diskurs über Verdrängung, steigende Mieten sowie die Eigentumsfrage erneut angestoßen. Es waren etliche Stunden des gemeinsamen Schaffens in und vor dem Haus. Es gab politische Vorträge und Diskussionen, an den meisten Tagen Küfa, es spielten Liedermacher und Punkbands, wir kamen über die Nachbar*innenversammlung am 23.08.2020 mit den Anwohnenden über ihre Bedürfnisse und Wünsche ins Gespräch und haben gezeigt, dass wir es ernst meinen.
An dieser Stelle bedanken wir uns auch noch einmal bei allen Anwohnenden und Unterstützer*innen, die uns mit Lebensmitteln, Werkzeugen und Wasser versorgt haben. Bei den Menschen, die vor dem Haus gekocht, gesungen und geredet haben oder einfach durch ihre Anwesenheit zeigten, dass wir nicht allein sind und die Luwi auf Sympathie gestoßen ist. Fettes Danke!
Für Mittwochabend war eine zweite Nachbar*innenversammlung angedacht und im Anschluss ein erstes offenes Luwi-Plenum für alle Menschen, die  Interesse gehabt hätten, aus der Luwi trotz des illegalisierten Status und den fehlenden Hausmedien (Strom, Wasser, Gas) das Haus zu nutzen. Für den heutigen Donnerstag hatten wir geplant die Luwi offiziell dem neuen Luwi-Plenum zu übergeben. Wir haben dafür eine Menge Vorarbeit geleistet. Der Müll, Schutt und Staub, welcher sich in den letzten zwei Jahrzehnten im Haus ansammeln konnte, wurde von uns aus den oberen Etagen komplett beseitigt und in zwei “Schutträume” ins Erdgeschoss verbracht. Bereit, um bei einer Legalisierung durch Container abgeholt zu werden. Wir hatten ein eigenes Gutachten über die Bausubstanz, den Hauszustand und Mängel erstellt. Eine Toilette haben wir wieder zum Abfließen gebracht, welche mit Wasserkanistern betrieben werden konnte.
Jetzt wurde uns und somit auch der Nachbar*innenschaft sowie potenziell Nutzenden das alles wieder entrissen und die Luwi wird wohl wieder leerstehen, bis es sich für den Eigentümer lohnt das Haus gewinnbringend zu verkaufen oder die Luwi erneut besetzt wird.
Zur Veröffentlichung des Klarnamens des Eigentümers

Wir haben uns Mittwochmorgen, noch während die Luwi geräumt wurde, dazu entschieden die Anonymität des Eigentümers Udo Heng zu brechen und zu veröffentlichen, wie seine Firma heißt.
Es wäre gelogen, würden wir unerwähnt lassen, dass dabei auch Wut über die Geschehnisse eine Rolle gespielt hat. Die Gründe sind aber durchaus komplexer. Zum einen haben wir keine Lust das Versteckspiel und die Lügen des Eigentümers länger mitzuspielen. Udo Heng lehnte nicht nur jegliche Verhandlungen ab, sondern inszenierte sich in dem besagtem BILD-Interview außerdem als “Leidtragender der Sauerei”, als Künstler und nachhaltigen Firmeninhaber, der um seine Altersvorsorge beraubt wird [3]. Das ist einfach nicht der Fall, wie wir weiter oben bereits schrieben.
Es gab allerdings Kritik an unserem Vorgehen. Kritik, die wir nicht einfach abwinken wollen, sondern in unseren Reflexionsprozess aufnehmen werden. So viel für den Moment:
Nein, der Eigentümer der Luwi71 ist nicht unser Feindbild. Das kapitalistische System, welches Strukturen schafft, in dem es Investoren wie Udo Heng, Menschen, die sich ihre Miete kaum mehr leisten können und verdrängt werden sowie uns Besetzer*innen, die versuchen dem etwas entgegenzusetzen, gibt, ist an sich das Problem. Kapitalismuskritik, die sich auf Einzelpersonen einschießt, ist verkürzt und wird von uns nicht vertreten. Deshalb rufen wir auch alle dazu auf besonnen zu bleiben und keine Übersprungshandlungen zu begehen.
Es ist aber eben auch nicht die Wohndresse Hengs, die wir veröffentlicht haben, sondern sein und der Name seiner Firma “Reeds ‘n Stuff”, deren Adresse dann recht einfach zu recherchieren ist. Uns bleiben nicht viele Möglichkeiten gegen Investoren wie Heng vorzugehen, da unsere Eigentumskollektivierungen regelmäßig durch den Staat und seine Handlanger zerschlagen werden. Also bleibt uns nur ihn dort zu treffen, wo es ihm womöglich noch am meisten weh tut – dem Image seiner Firma und ggf. finanziellen Einbußen, wenn es sich herum spricht, dass zwar vielleicht seine Oboenmundstücke nachhaltig sind, nicht aber seine Investitionen.
Der einzige der Mittwochmorgen einen aggressiven Mob aus 60 Personen in Kampfmontur auf schlafende Menschen im und vor dem Haus losgelassen hat, ist Heng selbst.
Die Wut auf die Straße tragen
Allerdings gibt es dennoch eine Möglichkeit der eigenen Wut und dem Ärger über die Räumung der Luwi71, zu hohe Mieten, Verdrängung und den Schutz von Investor*inneninteressen durch den Staat und das kapitalistische System Ausdruck zu verleihen. Heute auf der Tag X+1 Demo, unweit der Luwi 71, ist dafür Platz. Wir treffen uns 21h vor dem ALDI beim Rabet.
Kommt zahlreich. Organisiert euch in Bezugsgruppen. Seid solidarisch mit- und achtet aufeinander.
Wir sind solidarisch mit jeder Aktion, die uns unterstützt. Überlegt euch Aktionsformen und Ziele. Kurz: werdet selbst kreativ! Alle erlaubten Formen des Widerstandes gegen den Kapitalismus sowie alle emanzipatorischen Errungenschaften wurden immer regelbrechend erkämpft. Wir werden daher auch weiterhin Gesetze brechen und Leerstand besetzen. Es gibt allerhand leerstehende Häuser auf der und rund um die Eisenbahnstraße. Wir werden einfach weiter besetzen. Die nächsten Freiräume werden aber besser verteidigt sein. Wenn sie uns die Häuser nicht geben wollen, nehmen wir sie halt. Wir hoffen außerdem darauf, dass ihr unserem Beispiel folgt und euren wahrscheinlich schon lange im Kopf schwirrenden Ideen von Hausbesetzungen jetzt nachgeht. Wir unterstützen alle Hausbesetzungen von denen wir hören und verbreiten alle Nachrichten über unsere Info-Kanäle. Besetzt Häuser, stoppt Zwangsräumungen und organisiert den Mietstreik! Deshalb haltet euch bereit, hört euch um und bleibt in Bewegung. Die Häuser denen, die drin wohnen!

Leipzig Besetzen
leipzigbesetzen [at] riseup [dot] net
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[1] https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Hausbesetzung-in-der-Ludwigstrasse-im-Leipziger-Osten-Eigentuemer-will-am-Mittwoch-ins-Gespraech-kommen [2] https://leipzigbesetzen.noblogs.org/post/2020/08/26/offener-brief-eigentuemer-in/ [3] https://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig-news/gebaeude-in-leipzig-besetzt-chaoten-lassen-mich-nicht-in-mein-haus-72631876.bild.html

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Berlin: Liebig34, Erneuter Prozess gegen unser Haus!

Am 26.08. wurde das Versäumnisurteil vom 3. Juni im Berliner Landgericht abermals bestätigt und zwar gegen den Verein Raduga e.V., der seit Anfang des Jahres bereits das Haus verlassen hat und den Besitz aufgegeben hat. Überraschend kommt das erneute Urteil nicht, hier wird wieder im Sinne des Eigentümers und seiner Kapitalinteressen agiert und ein Wohnraum als Spekulationsobjekt verhandelt. Im Sinne von Padovicz soll die Liebig zeitnah geräumt werden. Außerdem soll der Immobilienhai von uns nochmal 20.000 Euro in seinen Rachen gesteckt kriegen. Nur eine halbe Stunde brauchte die Berliner Justiz um wieder mal über das Schicksal von den Menschen in der Liebig zu urteilen. Eine halbe Stunde um zu entscheiden, ob Menschen auf die Straße gesetzt werden sollen, oder nicht.

Der Verein wird in Berufung gehen und damit den Fall vors Kammergericht bringen. Geräumt werden können wir trotzdem jederzeit, aber Padovicz müsste eine erhebliche „Sicherheitsleistung“ von 60.000 € aufbringen. Bei seinem Vermögen nicht unwahrscheinlich.

Wir erkennen dieses Urteil sowohl politisch als auch juristisch nicht an. Raduga e.V. sitzt lange nicht mehr in den Räumen der Liebigstraße34 und gegen den aktuellen Verein „Mittendrin.kommunikation und anderes e.V.“ liegt kein Räumungstitel vor. Außerdem leben und wohnen in unserem Haus echte Menschen, gegen die sich auch kein Titel richtet, lediglich gegen einen Verein , der nicht mehr da ist. Außerdem wird die Liebig als Gewerbe behandelt. Es handelt sich jedoch um Wohnraum und muss im Rahmen des Wohnraummietrechts betrachtet werden. Im durchgentrifizierten Berlin der Reichen müssen immer mehr Räume, die außerhalb von Konsumzwang und Profitgier kleine Utopien im Herzen der Bestie aufbauen, weichen. Dieser Dynamik wollen und werden wir uns nicht widerstandslos ergeben.

Und wenn noch 100 Gerichte entscheiden, dass unser queerfeministisches Hausprojekt zu einem weiteren gesichtslosen Betonklotz werden soll, wir bleiben. Feministisch, unangepasst, unbequem und unversöhnlich.

Die Aktionstage vom 7.-13. September sind eine Möglichkeit, dass wir überall zeigen, dass die Liebig bleibt und dass wir unsere Wut über die Zustände jetzt und immer auf die Straße tragen werden.

Kein Räumungsversuch ohne (Re)Aktion! Liebig34 bleibt!
Sie haben die Macht, wir haben die Nacht!

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Leipzig: Luwi71, die Verhandlungen sind geplatzt

Heute haben die Besetzer*innen mit dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung gesprochen. Der Chef, Hr. Dr.-Ing. Frank Amey, hat direkten Kontakt zum*r Eigentümer*in und teilte mit, dass diese*r die angesetzten Verhandlungen abgesagt hat. Spekulationen des Amtes gehen dahin, dass der*die Eigentümer*in das Haus abreißen und neu bauen wollte. Dies ist aufgrund des Bestandschutzgesetzes nicht
möglich. Nun verschieben sich die Kapitalinteressen des*der Eigentümer*in Richtung kaufen oder mieten durch die besetzenden Personen.
Kaya, Peressesprecher*in von Leipzig Besetzen, erklärte dazu: „Wir sind wütend darüber, dass keine Gespräche auf Augenhöhe möglich sind. Es fällt uns daher schwer, das bestehende Gesprächsangebot mit dem*der Eigentümer*in über das Amt ernst zu nehmen.“
Sasha ergänzt: „Sollte der*die Eigentümer*in sich dennoch entscheiden nach Leipzig zu kommen, weiß er*sie ja, wo wir sind und wo wir bleiben.“ Im Gespräch ergab sich, dass die Ordnungsbehörden eine Bedrohungslage konstruieren könnten. Diese ergäbe sich aus eventuell mangelhafter Bausubstanz und daraus resultierenden gesundheitlichen Schäden.

„Wir erkennen an, dass verschiedene Akteur*innen in der Auseinandersetzung um städtischen Raum auch unterschiedliche Motivationen haben. Doch wenn am Ende des Tages das sogenannte Recht auf Eigentum und Profitmaximierung mehr wert ist als alles Andere, sehen wir uns einmal mehr darin bestärkt, dass es richtig ist, uns die Häuser selbst zu nehmen.“, kritisiert Kaya. Nach wie vor erklärt Leipzig Besetzen sich zu Gesprächen bereit und hofft auf eine Einigung ohne Gewaltausbrüche.

Luwi71 bleibt!

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Thessaloniki: Stellungnahme zur Räumung des besetzten Hauses Terra Incognita

Am Morgen des Montags, 17. August, wurde das besetzte Haus Terra Incognita [in Thessaloniki, Griechenland; A.d.Ü.] VORLÄUFIG (!) von den Unterdrückungskräften des Neoliberalismus geräumt. Besatzungskräfte der Demokratie drangen ins Haus ein, durchsuchen es für mehrere Stunden und beschlagnahmen Sachen.

Für mehrere Tage ist das Haus offen und die Bullen jubeln VORLÄUFIG (!), dass sie die Möglichkeit haben, in jede Ecke unseres befreiten Ortes einzubrechen. Für mehr als 16 Jahre ist Terra Incognita ein Treffpunkt für hunderte Menschen der kämpfenden sozialen Basis gewesen. Mit ständigen Events, Aktionen, Demonstrationen, und Konfrontationen war es präsent in Momenten des Kampfes gegen die staatliche Gewalt, gegen die Interessen von kapitalistischen Monopolen, gegen die verletzende Autorität des Faschismus und des Patriarchats, gegen alle Formen von Diskriminierung und Speziesismus. Auf der Basis selbstorganisierter Strukturen der Selbstbildung, Solidarität und gegenseitiger Hilfe treffen sich immer noch die sogenannten “Bekannte-Unbekannte“, d.h. die Kämpfer/innen der Freiheit. Es wurden hier revolutionäre und autoritätsfreie Beziehungen gegründet, subversive Operationen geplant, Träume geträumt, die Tag für Tag ihren ethischen und moralischen Wert bestätigen. Das besetzte Haus ist seit über 16 Jahren Teil des vielfältigen Kampfes gegen jede Form von Autorität und Repression gewesen, ohne bestimmten Kampfmitteln nach „politischer Wichtigkeit“ Vorrang vor anderen Mitteln einzuräumen, in den allgemeinen Bemühungen um die Verbreitung von libertären Projekten und die Organisation des sozialen und Klassengegenangriffes. Denn das bedeutet für uns Befreiung.

Terra Incognita ist bestimmt kein „Mittelpunkt“ der Bewegung und wir möchten auf keinen Fall, daß das Haus als Mittelpunkt betrachtet wird. Sowas kann nur egozentrisch sein und würde uns gegen unsere Genoss/innen stellen, die auch Repression erlebt haben. Terra ist noch ein Mittel des Kampfes, der durch ihre Strategie den eigenen Beitrag leistet für die Verbreiterung der anarchistischen Projekte in der Gesellschaft und für die Dursetzung des unmittelbaren Kampfes gegen das Regime. Deswegen gehört Terra sozial, politisch und historisch in die Hände der ganzen antiautoritären Bewegung, die seit Jahrzehnten mit allen Mitteln gegen die Barbarei der Ausbeutung kämpft. Wenn aber die Regierung und irgendein/e Unterstützer/in der Legalitat des Regimes glaubt, dass diese Räumung unser Ende ist, als Besetzung, als Anarchist/innen und als kämpferischer Teil der militanten Gesellschaft, da haben sie sich getäuscht.

Für uns ist diese Entscheidung [der Räumung; A.d.Ü.] Teil einer zentraler Repressionspolitik, die von höheren Rängen des staatlichen Terrorismus diktiert wurde. Der Staat versucht (in den letzten Monaten) eine direkte Konfrontation mit den kämpferischen Kräften der Gesellschaft. Der Staat schickt ein Ultimatum, missbraucht und foltert in den Straßen und in Gefängnissen, ermordet und lässt Migrantinnen und Migranten ertrinken an den Grenzen an Land und im Meer, zielt auf jeden von uns mit dem Finger am Abzug.

Es ist unser Moment sich zu wehren. Auf Krieg reagieren wir mit Krieg. Zur Gewalt der staatlichen und kapitalistischen Autorität antworten wir mit Gewalt. Auf die Barbarei der Individualisierung reagieren wir kollektiv durch die Schärfung der militanten Konfrontation.

Wir rufen die kämpfende revolutionäre Kräfte an jeder Ecke der Welt auf, dass wir unsere Worte und Aktionen vereinen, und dass wir diesen Oktober in einen Monat umwandeln zur Solidarität und Verteidigung des besetzten Hauses Terra Incognita und jedes anderen besetzten Hauses, das von der Repression gedroht ist. Die besetzten Häuser sind keine toten Wände. Es sind die lebenden Momente des Kampfes von gestern, heute, immer.

Kein Rückzug, keine Unterwerfung – Angriff, Angriff, Angriff…

Besetztes Haus (für Heute und für immer) Terra Incognita
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Gruppen: Thessaloniki https://radar.squat.net/de/groups/city/thessaloniki/country/GR
Veranstaltungen: Thessaloniki https://radar.squat.net/de/events/city/Thessaloniki/country/GR

Gruppen: Griechenland https://radar.squat.net/de/groups/country/GR
Veranstaltungen: Griechenland https://radar.squat.net/de/events/country/GR

Quelle:
Barrikade https://barrikade.info/article/3799
Terra Incognita https://terraincognita.squat.gr/2020/08/21/political-statement-of-the-squat-terra-incognita-international-call-for-solidarity-en-fr-it-es/

Leipzig: Besetzung Ludwigstraße 71

Pressemitteilung 22.08.2020 Besetzung Ludwigstraße 71

Die Besetzung der Ludwigstraße 71 hat die erste Nacht überstanden. Weiterhin halten sich in dem Wohnhaus Aktivist*innen auf. Laut LVZ soll der Eigentümer oder die Eigentümerin am Mittwoch nach Leipzig kommen und bereit sein mit den Aktivist*innen in ein Gespräch zu treten. Bis dahin stehe das Haus unter polizeilicher Beobachtung.

„Wir würden uns freuen, wenn der Eigentümer oder die Eigentümerin auch den direkten Kontakt zu uns aufnehmen würde“, meint Kaya von Leipzig Besetzen. Seit Beginn der Besetzung betonte die Gruppe die Bereitschaft Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen und legte ein Nutzungskonzept vor.

„Von der Polizei erwarten wir Zurückhaltung“, pflichtet Sasha, ebenfalls von Leipzig Besetzen, bei. Am Vortag war es in den Nachbarstraßen zu einem erhöhten Polizeiaufgebot gekommen. Zwischenzeitlich versuchten sich Polizist*innen von der Mariannenstraße aus Zugang zum Gebäude zu verschaffen. Dafür hielten die Beamt*innen unter anderem Haustüren angrenzender Wohnobjekte auf, wenn Anwohnende diese verließen. Zusätzlich kam es zu Bedrängungen von
Passant*innen durch Polizist*innen.

Die Aktivist*innen bedanken sich für die entgegengebrachte Solidarität durch Anwohner*innen sowie vorbei gekommene Unterstützer*innen.

Über die ganze Nacht hinweg hielten sich Menschen vor dem Haus auf. Zusätzlich kam es in der näheren Umgebung zu Solidaritätsbesetzungen.

Leipzig Besetzen ruft weiterhin Interessierte und Unterstützer*innen dazu auf sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen und sich in der Ludwigstraße aufzuhalten.

Luwi71 bleibt!

Nutzungskonzept Luwi 71

Das Haus der Ludwigstraße 71 wurde am Freitag den 21. August 2020 besetzt. Das Haus soll zu einem Hausprojekt werden. Die Besetzung soll auch den Forderungen nach einer Prioritätenverschiebung in der Leipziger Wohn- und Stadtbaupolitik Nachdruck verleihen. Gefordert wird ebenso eine Dekriminaliserung von
Leerstandsnutzungen wie auch einen sofortigen Stopp aller Zwangsräumungen. Der Leipziger Osten wird zunehmend zum Hotspot der Gentrifizierung. Mietpreiserhöhungen und Luxussanierungen führen zur Exklusion finanziell benachteiligter Personen. Der Osten, besonders das Gebiet um die Eisenbahnstraße, soll als attraktiver und kulturell bereichernder Stadtteil erhalten bleiben und erweitert werden.
Das Grundstück steht nun bereits seit über einem Jahrzehnt leer und wird nicht genutzt. Daher halten wir es für unsere kulturelle und soziale Nutzung für optimal geeignet. Das Haus besteht aus drei Etagen und ist unterkellert. Die oberen Etagen sind mit je zwei Wohnungen mit mehreren Zimmern ausgestattet. Zum Haus gehört ein Garten. Den Räumlichkeiten werden unterschiedliche Nutzungen zugeführt.Im Erdgeschoss entsteht Raum für ein Café/ eine Bar und eine Selbsthilfewerkstatt. Viel Platz für den alltäglichen Austausch bei gekühlten oder heißen Getränken für alle Menschen. In der Selbsthilfewerkstatt wird es einige Werkzeuge und die Möglichkeit geben, Fahrräder und andere Sachen gemeinschaftlich und mit Hilfe anderer zu reparieren. Selbsthilfewerkstätten sind für uns ein Ort der Selbstermächtigung und des gemeinsamen Lernens, zu dem Menschen unabhängig ihrer finanziellen Mittel Zugang haben.

Mögliche Nutzung:
– Bar bzw. Café
– öffentliches WC
– Vortragssaal
– offene (Fahrrad-) Werkstätten

Die oberen Etagen sind als inklusive und barrierearme Wohn- und Arbeitsplätze angedacht. Auch Seminarräume und Nutzung durch Vereine und Initiativen des öffentlichen Interesses ist angedacht.
Mögliche Nutzung:
– Teeküche
– Selbstorganisierte Wohnformen mit allen Generationen
– Ruheräume
– Räume zur Nutzung für Initiativen/Vereine/GruppenIm angrenzenden Garten soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Außerdem können die angrenzenden Kindergärten und Schulen den Garten auch als Schulgarten nutzen. Somit wird ein Ort des Lernens geschaffen.

Mögliche Nutzung:
– Gemeinschaftsgarten
– Schulgarten
– Nistkästen für Bienen, Fledermäuse etc.
– Fahrradstellplätze
– Platz für künstlerische Betätigung
Im Keller wird sowohl Platz für Veranstaltungen wie Konzerte, Vorträge und ähnliches als auch für Sportgruppen sein. Dadurch wird die Lautstärke gering gehalten und die umliegende Nachbar*innenschaft nicht gestört. Bildungsarbeit wird geleistet.

Mögliche Nutzung:
– Bühne/Konzertfläche
– Konzertsaal
– Vortragssaal
– Sportraum
– ProberäumeVerwaltungsmöglichkeiten

Wir wollen das Haus als hierarchiefreien, solidarischen Raum, dessen Nutzung und Verwaltung selbstverwaltet und in freier Trägerschaft ist.
Zukünftiges
Sofern alle rechtlichen Angelegenheiten geklärt sind, werden wir uns um das Haus kümmern. Die Bausubstanz wird geprüft und auftretende Mängel beseitigt, um Sicherheit herzustellen. Wir setzen dabei vor allem auf solidarische, ehrenamtliche Hilfe, werden aber, wenn es nötig ist, auch auf Fachpersonal zurückgreifen. Uns ist die Beteiligung vieler Menschen wichti. Wir begreifen uns und das Haus als offenes Projekt, in dem soziale Kontakte gepflegt, neues gelernt und sich untereinander geholfen werden kann.
Ein emanzipatorischer, solidarischer Ansatz für alle Menschen ist das Ziel. Das Haus ist für uns und zukünftige Gäste und Bewohner*innen ein Freiraum, welcher dringend gebraucht wird.

Wir sind in jedem Fall zu Verhandlungen bereit und würden uns freuen, Sie an der Ludwigstraße 71 begrüßen zu dürfen. Wir fordern die Stadt Leipzig dazu auf, bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Dazu gehört, dass Immobilien, welche der Stadt gehören, nicht an private Investor*innen verkauft werden und ehemalige Bestände wieder in den städtischen Besitz zu bringen. Der Mietpreisdeckel soll weiter gesenkt werden. Außerdem sollen die Bewohner*innen mitbestimmen dürfen, wie sich der Wohnungs- und Häusermarkt entwickelt und wie die zukünftige Bebauung der Stadt aussieht. Bestehende unkommerzielle Freiräume sollen erhalten bleiben und nicht etwaigen Fitness- und Freizeitparks weichen müssen. Wir wollen, dass die Stadt Leipzig unser Vorhaben unterstützt und dem Nutzungsvertrag für die Ludwigstraße 71 zustimmt. Dieser Vertrag richtet sich nach dem Konzept von Leipzig Besetzen.

Pressemitteilung (Besetzung 21.08.2020)

Heute, am 21. August 2020, haben Aktivist*innen von Leipzig Besetzen das Haus in der Ludwigstraße 71 besetzt. Nachdem es bereits am 1. Mai eine Scheinbesetzung im selben Gebäude gab, sind wir diesmal gekommen, um zu bleiben!
“Ziel dieser Besetzung ist die Rückeroberung des öffentlichen Raums und die Schaffung freier, nicht-kommerzieller Räume sowie das Aufzeigen von massivem Leerstand in unserer Stadt. Die Mieten steigen, der Wohnraum wird knapper, die Kommerzialisierung des städtischen Raums schreitet weiter voran. Verdrängungs- und Gentrifizierungseffekte, wie sie sich in anderen Stadtteilen Leipzigs, wie der Südvorstadt, Plagwitz und Connewitz gezeigt haben, sind auch im Leipziger Osten schon längst traurige Realität“, erklärt Sasha, Aktivist*in der Gruppe Leipzig Besetzen.
Städtischer Raum ist heute vor allem Objekt von Spekulationen und Gewinnmaximierung. Die Vielzahl der seit Jahren ungenutzten, leerstehenden oder gerade unter Luxussanierung stehenden Gebäude beweisen das. Dieser Sachverhalt ist fester Bestandteil der neoliberalen Städtepolitik, die den Interessen von Unternehmer*innen wie der CG-Gruppe, Vonovia oder Pears Global mehr Bedeutung zumisst, als den Bedürfnissen der Menschen, die tatsächlich in der Stadt leben.
Kaya von Leipzig Besetzen ergänzt dazu:”Auch die Räumung des Syndikats am 07.08.2020 in Berlin-Neukölln hat gezeigt, dass die wirtschaftlichen Interessen von Briefkastenfirmen mehr Beachtung finden, als die solidarischen Strukturen in der Nachbar*innenschaft. Senat und Polizei haben sich dabei wieder einmal zu Komplizen aggressiv auftretender Investor*innen gemacht.“
Die Stadt Leipzig hat nun die Möglichkeit es anders zu machen und sich offen für selbstverwaltete und solidarisch ausgerichtete Stadtpolitik zu zeigen. Wir von #leipzigbesetzen sind jederzeit bereit, mit der Stadt und Vermieter*innen in Verhandlungen zu treten und hoffen auf einen Umgang auf Augenhöhe ohne Gewaltausbrüche. Als Grundlage legen wir der Stadt bereits ein Nutzungskonzept vor, welches unter anderem die Errichtung eines Veranstaltungsraumes, eines Cafés, Wohnraums sowie eines nachbarschaftlichen Gemeinschaftsgartens, welcher auch von Kitas und Schulen als Schulgarten genutzt werden kann, vorsieht.
Als politisches Projekt streben wir ein solidarisches Miteinander mit der Nachbar*innenschaft an und rufen deshalb alle Interessierten auf die Besetzung zu unterstützen, sich einzubringen und somit den Leerstand, das entstehende Projekt, mitzugestalten.
Die Freiraum-Kampagne #leipzigbesetzen versteht sich als Teil der bundesweiten Kampagne #besetzen. Wie bei unseren Freund*innen in Berlin und den anderen Städten, wird solange weiter besetzt, bis es nicht mehr notwendig ist.

Luwi71 bleibt!

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Berlin: Tag X, Syndikat geräumt

Entschuldigt, dass wir uns vorhin so abrupt verabschiedet haben. Aber die Räumung, so absehbar sie vielleicht war, hat uns im Augenblick der Durchführung doch alle mega stark mitgenommen. Hoffentlich sind einige von euch gerade am Herrfurthplatz, zur Kiezdemo nach unserer Räumung.

Unabhängig davon ist heute Tag X, das bedeutet heute findet die wütende Sponti der Interkiezionale um 9 Uhr statt. Wir werden die letzten Tage auswerten und uns zu Wort melden, sobald wir die Anstrengungen der letzten Zeit verkraftet haben.

Aber morgen veröffentlichen wir noch alle Infos über unsere Anti-Repressions-Struktur, denn leider hat die Eskalationsstrategie der Cops zu vielen Verhaftungen und Anzeigen geführt. Aber wir gehen damit genauso um, wie mit unserem Kampf: gemeinsam, solidarisch & wir lassen niemanden alleine! Unabhängig von uns, arbeiten EA und der Gesa-Support so lange weiter, bis alle Menschen draußen sind. Tiefempfundener Dank von uns an alle, die das machen.

Wir wollen nach diesen unfassbar intensiven Tagen & Wochen einfach nur Danke sagen! Danke an alle, die uns bis zu diesem Tag in so vielfältiger Weise unterstützt und dafür gesorgt haben, das wir überhaupt diesen Tag erleben konnten. Danke an all den Zuspruch, die Zeit, die Nerven, das Know-How, die Kapazitäten und die eigene Unversehrtheit.

Und tiefster Dank und Respekt an alle, die sich gestern und heute mit uns gemeinsam gegen die Räumung & die Scheiße die Cops & Senat darauf gesetzt haben, so widerständig gezeigt haben. Wir werden das sicherlich noch ausführlich auswerten, aber schon jetzt können wir sagen, dass wir alle aus den beschissenen Bedingungen das Beste gemacht haben & es ein würdiger Abschluss eines unfassbaren Kampfes war. Innensenator & Cops dachten, dass sie durch frühzeitige & umfassende Belagerung auf K.O. spielen, aber wir alle haben gezeigt, das wir uns dennoch Räume und Gelegenheiten nehmen können, unser Nicht-Einverstanden-Sein und unsere Wut auszudrücken und trotz der vermeintlichen Übermacht, die Cops immer wieder ganz schön ins Schwitzen gebracht zu haben.

Der Tag war – angesichts der überwältigenden Übermacht & trotz der Räumung – für die Cops, den Innensenator & schlussendlich den gesamten R2G Senat ein Armutszeugnis und eine Blamage. Und bei aller Trauer gibt uns der Tag Mut. Für die kommenden, drohenden Räumungen von Meuterei, Potse, Liebig34 und Rigaer94, aber auch aller anderen Mieter:innen, Hausgemeinschaften, Kleingewerbetreibende und sozialen Projekte. Und für die Möglichkeit, vielleicht irgendwann wieder ein Syndikat aus den Ruinen zu heben und so weiter zu machen, wie zuvor: für unkommerzielle, selbstorganisierte und widerständige Kiezkultur von Unten. Und für die Stadt für Alle.

Erhohlt euch, zeigt heute Abend & in Zukunft eure Leidenschaft & Wut und kämpft weiter mit uns für Häuser, Kieze und Städte in denen wir gemeinsam & solidarisch leben können und wollen.

Das Syndikat ist tot – lang lebe das Syndikat.

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quelle: Syndikat https://syndikatbleibt.noblogs.org/post/2020/08/07/danke-thank-you/

Berlin: Aktionswoche für Liebig34 – 07.09 – 13.09.20

Internationaler Aufruf zur Verteidigung von Liebig34

Liebig 34 ist von der Räumung bedroht. Wenn Staat, Polizei und Eigentümer die Räumung wollen, haben sie nur ein Desaster am Hals.
Als anarcha-queer-feministisches selbstorganisiertes Hausprojekt ohne Cis-Männer, direkt am Friedrichshainer Dorfplatz, ist die Liebig 34 ein Ort, an dem widerständige Aktionen und kollektive Momente entschieden und organisiert werden. Ein Ort, an dem Selbstorganisation zu einem gefährlichen Wort wird, an dem ein Projekt zum Ausgangspunkt von Kämpfen wird und nicht nur zu einem Raum der Selbstreferenz und alternativer Unterhaltung. Das Projekt selbst hat an der Planung vieler Demonstrationen teilgenommen, zahlreiche Aufrufe und Texte veröffentlicht und verschiedene radikale Aktionen durchgeführt. Es ist aber auch ein Symbol der Radikalisierung und Ermächtigung für die antagonistische Szene in Berlin und in Deutschland, da es zeigt, wie verschiedene Formen des Widerstands gekämpft werden können.
Liebig34 besteht aus einem Kollektiv, das sich schwerpunktmäßig für die Überwindung der immer stärker verinnerlichten Strukturen von Kapitalismus und Patriarchat einsetzt. In einer Welt, in der das Patriarchat einen der Hauptpfeiler des kapitalistischen Systems bildet, sind militante feministische Gruppen und Kollektive, die deutlich machen, dass der Widerstand und das Zurückschlagen kein Privileg der Cis-Männer ist, mehr als notwendig. In einer patriarchalen Welt, in der Patriarchat und Kapitalismus miteinander verflochten sind, ist es mehr als notwendig, das Patriarchat tatsächlich zu bekämpfen und es nicht zum Nebenschauplatz eines Textes werden zu lassen. Lassen wir uns nicht durch Unterdrückung spalten und kämpfen wir gemeinsam für eine befreite Gesellschaft.

Lasst uns gemeinsam kämpfen und Liebig34 verteidigen!
Feministische Aktionswoche 07-13.09.20, Berlin

Weitere Informationen kommen so bald wie möglich.

Autonome Gruppen für Liebig34
https://defendliebig34.noblogs.org/

Liebig34
Liebigstraße 34, 10247 Berlin
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Liebig34 http://liebig34.blogsport.de/2020/08/06/actionweek-for-liebig34-07-09-13-09-20/
International Call for the defence of Liebig34 https://defendliebig34.noblogs.org/post/2020/08/06/actionweek-for-liebig34-07-09-13-09-20/

Zürich: neue wagenplatzbesetzung

Wir haben uns heute, am 31.07.2020, den Platz zwischen Bernerstrasse, Aargauerstrasse und Depotweg genommen, um hier einen Wagenplatz ins Leben zu rufen. Hier entsteht nun ein Zuhause, ein unkommerzieller Ort, wo wir selbstbestimmt leben wollen. Wir wollen hiermit auch der durch die Stadt aktiv angetriebenen Vertreibung der Mittel- und Wenigverdienenden aus den Quartieren und dem Stadtzentrum ein starkes Zeichen entgegensetzen.

Zürich-West gleicht mittlerweile einer Lego-Landschaft bestehend aus überteuerten Wohnungen, Hotelkomplexen und Bürogebäuden. Wohnen in der Stadt wird immer teurer, bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Die Stadt Zürich treibt diese Entwicklung aktiv an, wie auch mit dem Beispiel der Räumung des Juch-Areals zugunsten eines LKW-Wendeplatzes offensichtlich wurde.

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Parkplätze und LKWs, aber wir beleben sie!

Hier, an diesem Ort, wo die Lebensrealitäten auf verschiedene Arten nicht den momentanen gesellschaftlichen Normen entsprechen, freuen wir uns auf einen Austausch und ein solidarisches Zusammenleben mit unseren Nachbar*innen. Wir schaffen hier keinen Partyort, sondern gemeinschaftlichen Wohnraum mit einem kulturellen Angebot.
Es wird gebaut, gekocht, repariert, gelebt und gelernt. Kommt vorbei! Bringt ein Zelt und Sonnenschutz mit.

Wir fordern den Erhalt bestehender Freiräume, sowie die Etablierung und Anerkennung neuer solidarischer und offener Projekte.
Für die unkommerzielle Nutzung aller freistehender Häuser und Brachen!
Für mehr Wagenplätze!

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Wagenplatz https://radar.squat.net/de/groups/topic/wagenplatz

quelle: barrikade https://barrikade.info/article/3745

Berlin: Erfolgreiche Demo trotz Polizeigewalt

Pressemitteilung der Interkiezionalen
Berlin, 3. August 2020

Am Samstag, den 01.08., fand unter dem Motto „Raus aus der Defensive“ eine wütende und kraftvolle Demonstration statt. Die Demonstration richtete sich gegen die angekündigten Räumungen linker Projekte, wie die des Syndikats, der Meuterei, der Potse und der Liebig34. Sie wollte zudem ein Zeichen gegen den Rechtsruck und den immer autoritärer werdenden Staat setzen [1]. Der Demozug von 3.000 Menschen (Zählung 20:18) wurde nach einem Viertel der Demoroute von der Polizei attackiert und zerschlagen. Später zog eine wütende Spontan-Demonstration durch den Prenzlauer Berg die zeigte, dass die Polizei die Proteste nicht unterbinden konnte.

Das Interkiezionale-Bündnis aus bedrohten Projekten und Unterstützer*innen wertet die Demo als einen Erfolg. Getreu dem Motto „Raus aus der Defensive“ gelang es durch die aktive Teilnahme vieler soldarischer Menschen, der Demonstration einen widerständigen Ausdruck zu verleihen und sich durch die Angriffe der Polizei nicht die Straße nehmen zu lassen. Stattdessen machte die Demonstration auf Orte der Verdrängung aufmerksam und brachte ihre Wut gegen die alltägliche strukturelle Gewalt durch Polizei und Kapital auf die Straße. Orte wie das Jobcenter, das SPD-Büro oder der Luxusneubau an der Flughafenstraße wurden markiert.

Die Räume für die am Samstag protestiert wurde, sind auch Räume antifaschistischen Widerstands [2]. Die Verteidigung dieser Räume geht einher mit dem Kampf gegen rechte Hetze und Ideologie, wie sie am Samstag Vormittag von Faschist*innen und Verschwörungsideolog*innnen verbreitet wurden. Dazu Robyn Schmiz: „Wir haben uns am Samstag als Antifaschist*innen zu sehr auf unsere Demonstration konzentriert, und dadurch den Gegenprotest gegen die rechten Versammlungen am Vormittag wahrscheinlich geschwächt. Die brutale Auflösung unserer Demonstration, im Gegensatz zu der Behandlung der Faschist*innen mit Samthandschuhen, verdeutlicht hingegen mal wieder die politische Motivation der Polizei“.

Für das Interkiezionale-Bündnis ist die Demo nur ein Teil der Offensive, um die angedrohten Räumungen zu verhindern. So wird bereits am Donnerstag wieder zu Protesten gegen die angekündigte Räumung des Syndikats aufgerufen [3]. Im Rahmen dieser Offensive wird es auch eine kraftvolle Aktionswoche vom 7.-13. September geben. Das Bündnis ist entschlossen, die bedrohten Projekte mit allen nötigen Mitteln zu verteidigen.

[1] Aufruf zur Demonstration https://interkiezionale.noblogs.org/demo-01-08/
[2] Antifaschistischer Aufruf zur Verteidigung bedrohter Projekte: https://antifa-berlin.info/news/1649-alerta-antifascista-aufruf-zur-verteidigung-linker-freirume
[3] Aufruf zu Tag X: https://interkiezionale.noblogs.org/tag-x/

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Quelle: Interkiezionale https://interkiezionale.noblogs.org/post/2020/08/03/pm-erfolgreiche-demo-trotz-polizeigewalt/

Berlin: Aufruf aus Syndikat. Raus aus der Defensive!

Demo 01.08. – 20 Uhr – Herrfurthplatz, Berlin-Neukölln

Nicht erst seit Corona sind die Zeiten rau. Die Faschisierung der Gesellschaft schreitet voran. Damit einhergehend wird gebetsmühlenartig die Gefahr des Sozialismus und der Hass auf alles Linke heraufbeschworen. Die Hufeisentheorie erfreut sich größter Beliebtheit. Unter dem Deckmantel totalitärer Theorien und fernab jeglicher Fakten wird eine stetige Gleichsetzung zweier angeblich gleicher Extreme gegen einer herbeihalluzinierten bürgerlichen „Mitte“ betrieben. Diese liberal-bürgerliche Gleichsetzung von Sozialismus und Faschismus hat gewisserweise Tradition in Deutschland, ebenso die Kollaboration dieser bürgerlichen „Mitte“ mit dem Faschismus, um mit ihm gegen den Sozialismus, oder gegen all das, was sie als sozialistische Gefahr begreifen, vorzugehen. So auch in ihrem Antifeminismus, einer weiteren Schnittstelle zwischen „bürgerlich-konservativen Mitte“ und Faschisten, welcher darauf abzielt, in der Aufrechterhaltung der binären Geschlechterordnung die konservativen Vorstellungen ihrer Herrschaftsordnung zu erhalten und dazu versucht Errungenschaften feministischer Bewegungen zurückzudrehen.

Faschistische Terroranschläge in Hanau und Halle, Rechte Netzwerke die sich organisieren & bewaffnen, bewaffnete Faschisten im Staatsapparat die sich auf einen Bürgerkrieg vorbereiten, Geheimdienstliche und staatliche Verstrickungen in den NSU die unter Verschluss gehalten werden. Diese Liste ließe sich ohne Weiteres verlängern. Die faschistische Gefahr ist real.

Dazu gesellt sich eine EU-Außenpolitik die auf Abschottung setzt -nachdem der Deal mit dem Erdogan Regime die Drecksarbeit die letzten Jahre in die Türkei oder nach Libyien ausgelagert hat- sehen sich Geflüchtete nun an Europas Außengrenzen erneut bewaffneten Milizen von Grenzpolizei, Frontex und faschistischen Gehilfen ausgeliefert. Nicht nur im Namen der EU auf den griechischen Mittelmeerinseln, sondern auch mit dem deutschen Lagersystem setzt Deutschland auf das Mittel des Terrors durch Isolation, psychische/ physische Gewalt und Abschiebung. Die vergeblichen Appelle die Menschenrechte zu achten, wie es Unteilbar tut, werden belächelt.

Ob bei den Wahlen und damit verbunden dem sogenannten „Dammbruch“ in Thüringen oder den harschen Reaktionen der Immobilien Lobby, der liberal-konservativen Politischen Klasse und den Springer Schmierblättern auf den Berliner Mietendeckel haben einmal mehr gezeigt. Die herrschende Klasse der BRD fürchtet alles Linke mehr als den Faschismus. Weil wir eben das Privateigentum an Produktionsmitteln und die Profitinteressen der herrschenden Klasse abschaffen wollen, sprich an den Grundfesten dieser bürgerlichen Ordnung rütteln möchten. Denn die herrschende Ordnung ist nicht der Status quo, dem es gegen all diese Gefahren zu verteidigen gelte, sondern ist den drohenden Katastrophen als Bedingung voraus.

Wir leben in Krisenzeiten, die sich durch die globale Pandemie weiter zuspitzt. Während sich auf der einen Seite ein unglaublicher Reichtum angehäuft hat, rutschen immer mehr Menschen in prekäre Lebensverhältnisse ab. Die Stagnation von Reallöhnen und die Verschlechterung von Arbeitsverhältnissen sorgten schon vor Corona für eine soziale Ungleichheit wie vor zuletzt 100 Jahren. Der Kapitalismus lässt die Corona-Krise für viele von uns zu einer existenzbedrohenden Angst werden. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten werden sichtbarer denn je. Während Millionen von Arbeiter*innen sich in Kurzarbeit befinden und auf einen großen Teil ihres Lohns verzichten müssen, werden Milliarden für die Rettung von großen Konzernen verpulvert. Hinzu kommt der kapitalistisch verfasste Mietenwahnsinn, dieser Profitmaschine der Eigentümer*innen unserer Wohn- und Lebensräume. Während die Eigentümer*innen von Immobilien massive Gewinne einfahren hat ein großer Teil der Bevölkerung auch mittels drastisch steigender Mieten mit einer Verschlechterung der Lebensverhältnisse zu kämpfen. Zu allem Übel sollen auch während der Pandemie die Mieten und somit auch die Gewinne für die Eigentümer*innen weiter fließen, während für uns ein großer Teil der Einkommen wegbrechen. Die Folgen: Verdrängung, in letzter Konsequenz durch Polizeiknüppel per Zwangsräumung. Die Neoliberalisierung der Wirtschaft, die Privatisierung staatlicher Dienstleistungen sowie der sukzessive Abbau von Sozialleistungen bescheinigen eine Erfolgsgeschichte eines Klassenkampfes von oben, eine permanente Enteignung unserer Lebensgrundlagen. Diese wird sich im Zuge der Krise weiter verschärfen, es stehen Angriffe auf unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen nicht bekannten Ausmaßes bevor, wenn es darum gehen wird, die Kosten für die Rettung des kapitalistischen Wirtschaftssystems auf uns abzuwälzen.

Das ständige Geschwafel von einem linken Extremismus und linker Gewalt täuscht dabei über diese immanente und kontinuierliche Gewalt der herrschenden Verhältnisse hinweg. Gerade deshalb dürfen wir uns nicht aus vorauseilendem Gehorsam von der bundesweiten Medienlandschaft und den politischen Entscheidungsträgern die Mittel unseres Kampfes vorschreiben lassen.
Der Staat, in Form seiner Polizei, hat es nahezu perfektioniert Demonstrationen repressiv zu kontrollieren. Da wir uns als Teil einer politischen Bewegung begreifen, die den bürgerlich-kapitalistischen Staat überwinden möchte, dürfen uns die Angriffe der Institutionen, die dazu da sind, um uns zu bekämpfen nicht wundern, jedoch muss es uns endlich gelingen dieser entstandenen Ohnmacht etwas entgegen zu setzen.

Denn:
In diesen rauen Zeiten, in denen die radikale Linke marginalisiert und schwach, ja fast schon ohnmächtig um Anschluss kämpft, sehen wir ganz akut eine ganze Reihe an emanzipatorischen selbstverwalteten Räumen und Projekten in Gefahr. Es steht nicht weniger auf dem Spiel, als eine ganze Reihe an Orte linksradikaler Vernetzung, Organisierung und Zusammenkommens gegen diese Gesamtscheiße.
All diese Projekte sind ein Bild aus der Zukunft, einer Zukunft ohne Ellenbogen und Verwertungsdruck, ohne „Survival of the fittest“ oder Ausschluss der Schwächsten. All diese Projekte waren und sind Orte eines solidarischen, unkommerziellen, widerständigen und selbstverwalteten Miteinanders. Und nun droht vielen dieser Orte in kürzester Zeit das Aus.

Nicht nur das Syndikat ist akut bedroht, in allen Ecken Berlins stehen Hausprojekte, Jugendzentren, alternative Lebensformen und andere Kollektivkneipen vor dem Aus. Täglich werden Mieter*innen aus ihren Wohnungen zwangsgeräumt oder werden anderweitig gezwungen um- oder gleich wegzuziehen.
Das anarcha-feministische Hausprojekt Liebig34, samt Veranstaltungsraum und Infoladen droht nach fast 30 Jahren zu verschwinden. Das selbstverwaltete Jugendzentrum Potse hält seine Räumlichkeiten seit Beginn des letzten Jahres besetzt und erwartet seine Räumung. Hier sollen fast 40 Jahre selbstorganisierte und unkommerzielle Jugendarbeit in die Ungewissheit verschwinden. Die Kollektivkneipe Meuterei, ein wichtiger Anlaufpunkt im immer aufgewerterteren Reiche-Kiez in Kreuzberg soll nach über 10 Jahren raus. Das Wohnprojekt Rigaer94 befindet sich im Dauerfeuer seitens seiner dubiosen Eigentümer und des Staates.

Solange wir in einer Gesellschaft leben, die der Logik der Kapitalverwertung folgt und Wohnraum als Waren gehandelt werden, um Profit zu erwirtschaften, wird sich die Verdrängungsspirale in der Stadt weiterdrehen. Aufwertung, Verdrängung und Zwangsräumungen verwandeln unsere Kieze mit lebendiger Kiezkultur in tote, entfremdete und lebensfeindliche Orte der Verwertung. Ein Bild aus der zu verhindernden Zukunft der Stadt der Reichen lässt sich schon heute am Potsdamer Platz begutachten. Unser gemeinsamer Kampf muss daher auch einer gegen die bestehenden Eigentumsverhältnisse und für die Vergesellschaftung von Wohnraum und Produktionsmitteln sein, damit unsere existenziellen Grundbedürfnisse wie das nach sicherem und bezahlbarem Wohnraum, kein Spielball eines Verwertungsinteresses mehr ist.

Die Zeit wird knapp, die Mittel scheinen begrenzt. Die Räumung des Syndikats soll den Auftakt einer ganzen Reihe von Räumungen in Berlin bilden. Daher rufen wir alle, die sich nicht mit den herrschenden Verhältnissen abfinden wollen dazu auf, am Samstag vor der angepeilten Räumung des Syndikats, am 01.08.2020 um 20 Uhr zu einer wütenden und entschlossenen Demo zu versammeln. Kommt von überall organisiert und vorbereitet zur Demonstration, bildet Bezugsgruppen, bringt Transparente mit, achtet auf Ankündigungen. Die Demo wird, was wir gemeinsam daraus machen. Den Masterplan dazu gibt es nicht, aber es ist Zeit neues auszuprobieren bzw. auf früher Bewährtes zurück zu greifen. Denn es lässt sich sagen, dass eine weitere Demo mit der Ohnmachtserfahrung Wanderkessel für uns keine Option sein kann.

Sabotiert die herrschenden Verhältnisse! Für die Stadt von Unten! Wir bleiben Alle!

Syndikat
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quelle: https://interkiezionale.noblogs.org/demo-01-08/

Berlin: Aufruf zur Demonstration am 1. August in Neukölln

Die Phase der Räumungen hat gerade begonnen. Nicht wie erwartet mit der angekündigten Räumung der Kiezkneipe Syndikat, sondern mit einem Angriff der Cops, verkleidet als Razzia mit dem Hintergedanken, sie in eine Räumung des Hauses zu verwandeln. Der Angriff wurde mit einigen widerwärtigen Figuren, die den angeblichen Hauseigentümer repräsentieren koordiniert. Ziel ist es, Kontrolle über einen Raum zurück zu erhalten, der ein Dorn im Auge einer befriedeten europäischen Metropole ist. Am 9ten Juli und den darauf folgenden Tagen haben wir uns verteidigt und ihre dreckigen Pläne zu Asche reduziert, uns die geräumten Wohnungen zurückgenommen, die Cops und Bürokraten aus dem Haus gedrückt und die Kontrolle über unser Haus zurückgewonnen.

Ohne den gemeinsamen Kampf und die Solidarität, die weit über unsere kleine rebellische Nachbarschaft hinausging, wäre das nicht möglich gewesen. Viele Menschen haben an spontanen Versammlungen vor unserem Haus und nächtlichen Demos in den reicheren Nachbarschaften Berlins teilgenommen.
Verschiedene Menschen bekochten über Tage all die, die hier waren, andere füllten mit uns die durchgehenden Schichten rund ums Haus. Vieles, was die Cops zerstört hatten, wurde fast unmittelbar wieder aufgebaut und diverse Gruppen bekannten sich zu Aktionen in Solidarität mit der Rigaer94. Das zeigte wieder einmal, das Solidarität, in all ihren Formen, unsere stärkste Waffe gegen den koordinierten Angriff des Staates auf die Bewegung und die Versuche der kommenden Monate, unsere Räume zu nehmen, ist.

Wir empfinden diesen letzten Angriff nicht als isolierten Vorfall. Vielmehr ist er ein kleines Stück im Mosaik des “Law&Order” Dogmas, welches der deutsche Staat anwendet gegen alles, das auf selbstorganisierte und anti-hierarchische Weise Widerstand leistet. Alles was sich der staatlichen Dominanz radikal entgegenstellt, Widerstand kollektiviert und dem staatlichen Gewaltmonopol entgegenstritt. Obwohl der Staat und seine Polizei sich hinter ihren Lügen versteckt, nur den selbsternannten Hausbesitz zu beschützen, sollten wir uns nicht einbilden, dass sie einen Vorwand brauchen um uns anzugreifen und nicht zögern, die Grenzen ihres Rechts zu überschreiten, wenn sie es für notwendig halten. Darum betteln wir nicht um jedwege Gerechtigkeit, welche uns von der bürgerlichen Gesellschaft auferlegt wird, sondern rufen zu aktiver Selbstverteidigung in einem Kampf für Freiheit und Gleichheit auf.

Stets im Interesse des Kapitals agierend, legt der Staat alles daran, sein Ziel der Stadt als vermarktbares Produkt durchzusetzen, indem Räume, welche nicht ihre Wünsche realisieren, unterdrückt und geräumt werden. Die Metropole wird zu einem Feld der stetigen Auseinandersetzung und Konfrontation zwischen Marginalisierten und Widerständigen einerseits und Immobilienunternehmerinnen, Investorinnen, Start-Ups, Tourismusindustrie, Sicherheitsunternehmen und Cops in einem zunehmenden überwachten und digitalisierten urbanen Raum auf der anderen Seite, mit dem Ziel alles vollends zu gentrifizieren und in ein profitables Geschäft umzuwandeln. In diesen Prozess dürfen sich die radikalen Projekte nicht hineinziehen lassen, sondern müssen als Beispiel der Selbstorganisation für die Erfüllung unserer Bedürfnisse von unten einstehen.

Aus all diesen Gründen haben Staat und Cops mit richterlichen Beschlüssen in der Hand oder durch kalte Räumungen und geplanten Repressionsschlägen schon dutzende Räumungen durchgesetzt und planen noch viele mehr. “Sabot Garden”, “G17a”, “GHS”, “Teppichfabrik”, und “Dragi” sind nur einige wenige Beispiele an Orten, die bereits geräumt wurden. Andere wie die Kollektivkneipen “Ḿeute” und “Syndikat”, der Jugendclube “Potse” und das anarcha-queerfeministische Project “L34” stehen vor drohenden Räumungen.

Wir leben in einer Zeit, in der rassistische Gewalt und faschistische Tendenzen zunehmen, in der omnipräsente Polizei mordet und allen öffentlichen Raum einnimmt, in welcher der Staat Dutzende Razzien in Leipzig, Baden-Würtemberg, Bremen und Frankfurt gegen links-radikale Strukturen durchführt. In einer Zeit, in der die Gerichte bereitwillig der Lust des Staates nach Rache nachkommen, wie im Falle Loics und den drei von der Parkbank. Desshalb müssen wir aus der Defensive heraustreten und klar machen, dass wir stets gegen Staat und Kapital stehen werden.

Wir erleben eine Periode, in der unsere Strukturen und Räume einem anhaltenden Angriff ausgesetzt sind. Jetzt ist es an der Zeit, sich die Straßen zu nehmen, gemeinsam mit denen, die gegen die Realität, welche uns die Mächtigen auferlegen wollen, Widerstand leisten. Egal in welchem Teil der Welt ein Angriff auf Strukturen und Ideen der Freiheit, der Selbstbestimmung, der Solidarität und der Revolte stattfindet, es verdient eine Antwort, die sich zu einem permanenten Angriff auf dieses mörderische System entwickelt.

Darum rufen wir zur Demonstration am 1. August am Herrfurthplatz in Berlin auf, um unsere Solidarität mit allen bedrohten Projekten kundzutun und einen kleinen Vorgeschmack auf das, was jeder möglichen Räumung folgen würde, zu geben.
Lasst uns diese Demo zu einer dynamischen Antwort auf die Agenda von Staat und Kapital machen. Eine offensive Ansage als Barrikade und Drohung gegen diesen repressiven Plan.

Gegen Staat und Bosse, gegen jede*n mit einem Interesse am Erhalt von Ungleichheit und Ungerechtigkeit.

Solidarität mit L34, Poste, Syndikat, Meute
Freiheit für Alle – Solidarität mit allen von Represion betroffenen!
Sie müssen fallen damit wir stehen können!

Rigaer94
Rigaerstrasse 94, Berlin
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https://rigaer94.squat.net/

Gruppen: Berlin https://radar.squat.net/de/groups/city/berlin
Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/de/events/city/Berlin
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Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
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Quelle: Rigaer94 https://rigaer94.squat.net/2020/07/27/they-have-to-fall/

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