Nachrichten von squat.net

Berlin: Infos zur Razzia am 9.Juli 2020

Seit 07:00 sind Bullen in den Hof der Rigaer94 eingebrochen und haben Teile des Vorderhauses besetzt. Angeblich soll es sich um eine Durchsuchung einer Wohnung im Vordehaus handeln. Die Bullen haben im Hof randaliert als sie über die Rigaer 93 unser Gelände betraten. Inzwischen sind vermutlich auch Türen im Vorderhaus zerstört. Auf den Dächern ebenfalls Bullen. Wieviele in den umliegenden Straßen sind, ist noch unklar. Weitere Infos folgen.

Wenige Tage vor dem heutigen Überfall der Schweine auf unser Haus wurden bei uns Briefe abgegeben, die einen Wechsel der Hausverwaltung darstellen sollen. Auf einer extrem verkleinerten Kopie eines angeblich von einem angeblichen Notar in England beglaubigten Schreibens, erklärt eine unleserliche Unterschrift den
Thorsten Luschnat, Kuhnaustr. 6 in 12623 Berlin (geb. am 27.11.1965)
zum Verwalter der Rigaer94. Dieser gibt in seinem Schreiben vom 06.07.2020 vor, eine Hausverwaltung unter dem Namen Luschnat Immobilien zu betreiben und im Interesse der “Lafone Investment Ltd” zu handeln. Wer Informationen über diese weitere Briefkastenfirma der Immobilienmafia besitzt, kann sie uns gerne zukommen lassen.

Securities sammeln sich in der Straße. Ihre Firma ist die gleiche, die sich auch bei der gescheiterten Räumung der Kadterschmiede beteiligten: Smart Guard Protection GmbH. Außerdem versuchen die Bullen nach der Razzia in einer Wohnung, für die sie einen Durchsuchungsbefehl hatten, in mehrere Wohnungen im Vorderhaus einzubrechen.

Rigaer94
Rigaerstrasse 94, Berlin
https://squ.at/r/49pd
https://squ.at/r/5fm
https://rigaer94.squat.net/

Gruppen: Berlin https://radar.squat.net/de/groups/city/berlin
Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/de/events/city/Berlin
Stressfaktor https://radar.squat.net/de/stressfaktor

Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Quelle: Rigaer94 https://rigaer94.squat.net/2020/07/09/infos-zur-razzia-am-9-juli-2020/

Berlin: 30 Jahre Liebig 34 – Wir hören niemals auf!

Die Liebig 34 wird Anfang Juli ihren 30. Geburtstag feiern. Räumungstitel, Medienhetze und nervige Bullen vermiesen uns diese Tage nicht. Viva la Liebig!

Kommt am 04.07. und 05.07. auf den Dorfplatz und in die Liebig34 zu allerhand interessantem Programm. Nähere Infos folgen in Kürze.

Vor 30 Jahren, nach dem Fall der Mauer, strömten Menschen mit verschiedensten Hintergründen nach Ostberlin, um die Chance der ungeklärten Befehlsketten und des unsäglichen Leerstandes zu nutzen. Ganze Straßenzüge und Häuserblöcke wurden besetzt, umgestaltet und mit Ideen und Kreativität gefüllt. Die Straßen Friedrichshains waren voller Leben und ganz praktischer Solidarität. An einer Ecke gab es eine Diskussionsveranstaltung, in der nächsten Freiluftkino und da wurde Essen für die ganze Straße gekocht.
In diesen Stunden liegt auch die Entstehung unseres Kollektives, das im Juli 1990 die Räume der Liebigstraße 34 betreten hatte und somit den Anfang dieses Projektes machten. In den folgenden Jahren hat sich viel verändert: die Instandbesetzung wurde zu einem feministischen Hausprojekt ohne Cis-Männer. Es wurde durch harte Arbeit und jahrelangen Kampf versucht einen Schutzraum zu kreieren und eine Alternative zum cis-sexistischen Alltag zu bieten.
Nun, 30 Jahre später, soll das Projekt zu Ende gehen?
Auch damals wurde der Sommer der Anarchie durch brutale Räumungen durch die Bullen auf Geheiß von Großinvestor*innen beendet, wie zum Beispiel in den tagelangen Straßenschlachten rund um die Verteidigung der Mainzer Straße im November 1990.
Wir mussten zusehen wie uns 2011 unser Geschwisterprojekt Liebig14 gegenüber genommen wurde. Nur wenige konnten sich, auf welche Weise auch immer, retten. Zu viele Projekte, die über Jahrzehnte den Kiez geprägt haben, und ihn zu dem gemacht haben, was er ist, wurden über die Jahre (brutal) geräumt. Diesen Sommer würden viele Häuser ihren runden Geburtstag feiern. 30 Jahre Selbstorganisierung, Nonkonformität und Rebellion. Wir würden uns freuen diesen großen Tag mit unseren Gefährtinnen gemeinsam zu feiern. Aber zu viele wurden aus dem Stadtbild entfernt und zu aufgehübschten Yuppieparadiesen verunstaltet.

Uns wird es nicht so ergehen!

Wir werden uns weiterhin widersetzen und wir werden diese 30 Jahre Liebig 34 feiern. Keine Räumung und kein Macker kann uns stoppen.

Kommt am 04.07. und 05.07. auf den Dorfplatz und in die Liebig34 zu allerhand interessantem Programm. Nähere Infos folgen in Kürze.

Liebig 34 lebt und feiert!

Werdet aktiv und kreativ, bringt mit dezentralen Aktionen eure Wut auf die Straße.
Am Tag X ruft die Interkiezionle zu einer kraftvollen Sponti um 21 Uhr auf.
Achtet auf Ankündigungen.

Die Liebig34 hat eine 30-jährige, lange und bewegte Geschichte die nun, 10 Jahre nachdem die Padovicz-Unternehmensgruppe das Haus kaufte, eine Ende nehmen soll. Durch den Umgang mit Wohnraum als Ware in dem kapitalistischen System, werde Zwangsräumungen und Verdrängung für tausende von Menschen zur bitteren Realität. Mit insgesamt über 200 Häusern allein in Friedrichshain ist die Padovisz-UG verantwortlich für Entmietung, Verdrängung und Wohnungslosigkeit außerdem spielen sie eine entscheidende Rolle beim Aufbauen der Stadt der Reichen.

Für uns lässt sich der Wert des Hauses nicht durch dreckige kapitalistische Zahlen bemessen und die Bedeutung des Hauses kann nicht durch Geld und Macht ersetzt werden. Wir sehen den Kampf um die Liebig34 nicht nur als einen Kampf um das Haus und somit um Lebensraum sondern auch einer für queer-feministischen Widerstand in Berlin und darüber hinaus.

Das Leben in einer patriarchalen Gesellschaftsordnung mit heteronormativen Werten führt zur Unterdrückung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Geschlechteridentität oder ihrer sexuellen Wünsche. Die Freiheit und die Selbststimmung dieser Menschen wird täglich nicht nur durch strukturelle, sondern auch durch physische, psychische und wirtschaftliche Gewalt bedroht.

Die Liebig34 ist eines der wenigen noch existierenden autonomen anarcha-queer-feministischen Häusern in Europa. Es versteht sich als Haus ohne Cis-Männer (1) und in dem Menschen kollektiv aus verschiedenen Orten, Kontexten und mit verschiedenen (a)-Genderidentitäten zusammen leben. Dabei gestalten sie den Raum nach ihren individuellen Bedürfnissen und versuchen eine anti-patriarchale Praxis zu leben in der ein Rückzugsort geschaffen wird, wo Menschen ihre Identität frei ausleben können.

Es ist ein Ort an dem gesellschaftliche und kapitalistische Machtstrukturen in Frage gestellt und sich dem entgegengesetzt wird. Ein Ort an dem queer-feministischer Widerstand und queer-feministische politische Kämpfe gelebt und sichtbar werden. Insbesondere in den letzten Jahren hat die Liebig34 einen autonomen und militanten queer-feministischen Widerstand gefördert, von dem sich viele Menschen angesprochen und empowered fühlen.

Als nicht Cis-männliche Bewohner*innen der Rigaer94 fühlen auch wir uns von unseren kämpfenden Nachbar*innen der Liebig34 gestärkt und inspiriert. Auch wir kämpfen gegen heteropatriachale und kapitalistische Strukturen und für die Liebig34. Das Haus bereichert die Nachbarschaft als Ort sozialer und politischer Kämpfe, mit der Küfa und der Bereitstellung von Lebensmittelspenden sowie der Solidarität mit Menschen, die keine Cis-Männer sind und einen sicheren Raum benötigen. Es ist auch einer der wenigen Räume in Friedrichshain, die sich auf das Organisieren ohne Cis-Männer konzentriert.

Innerhalb der radikalen Bewegung eines antikapitalistischen queer-feministischen- Bewusstseins, das sich auf Selbststimmung und Selbstverteidigung konzentriert, nimmt die Liebig34 einen entscheidenden Platz ein und wird nicht weichen. Lasst uns gemeinsam für die Liebig34 kämpfen!
Egal wer das Haus bedroht, es wird seinen Platz weiterhin einnehmen.
Liebig34? Can‘t touch this!

Werdet aktiv und kreativ, bringt mit dezentralen Aktionen eure Wut auf die Straße.
Am Tag X ruft die Interkiezionle zu einer kraftvollen Sponti um 21 Uhr auf.
Achtet auf Ankündigungen.

FIGHT LIKE LIEBIG34!

(1) Cis-Geschlecht: ist ein Begriff für Menschen, deren geschlechtliche Identität mit dem bei der Geburt zugeschriebene Geschlecht übereinstimmt.

Liebig34
Liebigstraße 34
10247 Berlin
liebig34 [at] riseup [dot] net
https://squ.at/r/4u9p
http://liebig34.blogsport.de/

Gruppen: Berlin https://radar.squat.net/de/groups/city/berlin
Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/de/events/city/Berlin
Stressfaktor https://radar.squat.net/de/stressfaktor

Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Indymedia https://de.indymedia.org/node/92033
Radar https://squ.at/r/7wu1
Liebig34 http://liebig34.blogsport.de/2020/07/02/30-years-of-liebig-34/
Indymedia https://de.indymedia.org/node/93157

Basel: Über ein Jahr besetztes Hausprojekt Elsi

Seit dem 11. April 2019 wurde in Basel zum wiederholten mal – aber dieses Mal bisher durchgängig – ein ganzer Gebäudekomplex besetzt. Radio Dreyeckland hat mit den Aktivist*innen Kontakt aufgenommen um herauszufinden was genau das Projekt ist, welches sie Elsi getauft haben, und wie es gerade mit Räumungsdrohung und Coronakrise eigentlich aussieht.

https://rdl.de/sites/default/files/audio/2020/06/20200627-dieelsiinbas-w19890.ogg

Elsi
Elsässerstrasse 128-132
4056 Basel, Schweiz
elsi4 [dot] 0 [at] immerda [dot] ch
https://squ.at/r/7t91
https://elsilebt.blackblogs.org/

Veranstaltungen: Basel https://radar.squat.net/de/events/city/Basel/country/CH
Gruppen: Basel https://radar.squat.net/de/groups/city/basel/country/CH

Veranstaltungen: Schweiz https://radar.squat.net/de/events/country/CH
Gruppen: Schweiz https://radar.squat.net/de/groups/country/CH

Quelle: Radio Dreyeckland https://rdl.de/beitrag/die-elsi-basel-ber-ein-jahr-besetztes-hausprojekt

Zürich: Juch bleibt! Neue Grossbesetzung

Heute Abend wurde die Liegenschaften an der Grimselstrasse 18 und 20, Saumackerstrasse 67 und 69 besetzt. Die Besetzer*innen haben sich diesen Raum als Antwort auf die Räumung des bestzten Juchareals am 23.5.2020 genommen.

Wenn ihr uns einen Raum wegnehmt, nehmen wir* uns einen neuen!

Heute vor genau einem Monat hat das Sozialdepartement der Stadt Zürich Strafanzeige erstattet und anschliessend das Juchareal mit einem Grossaufgebot der Stadtpolizei Zürich räumen lassen. Dies nur weil die benachbarte Stadionbaustelle der HRS Real Estate anscheinen mehr Platz braucht, um ihre Lastwagen zu wenden und so ihr Imperium im Auftrag der Stadt möglichst rasch und gewinnbringend zu vergrössern. Auch Marco Cortesi (Mediensprecher Stadtpolizei Zürich) betonte im Interview vor dem frisch geräumten Areal, dass es nun vorallem darum gehe, umgehend das Areal unbewohnbar zu machen und es dann mit privaten Sicherheitskräften zu bewachen. Selbst die linken Parteien der Stadt Zürich beanstanden, dass es äusserst fragwürdig und unangemessen ist, Wohn- und Kulturraum für eine Bauplatzinstallation zu zerstören, und schreiben in einer gemeinsam veröffentlichten Medienmitteilung: “für uns ist klar: ein Abriss von Gebäuden für die Nutzung eines Areals als Parkierungsfläche ist ein Abriss auf Vorrat.” Obwohl keinerlei sinnvolle Nutzung in Aussicht gestellt wurde und ohne jede Transparenz ein schummriger Deal zwischen der Stadt Zürich und der HRS abgewickelt wurde, mussten die Besetzer*innen das Areal verlassen. Es kann nicht oft genug gesagt werden: Das ist eine Frechheit der Stadt Zürich! Wir sind wütend!

Wir halten unsere Versprechen und lassen uns nicht so einfach vertreiben.
Das Juchareal wird dem Erdboden gleichgemacht, nicht aber unsere Anliegen.

Mit der Räumung des Juchareals ist nicht nur ein autonomer Ort zerstört worden, sondern die Stadt versucht damit auch die Geschichte des Juch unsichtbar zu machen. Denn seit den 1960er bis 2019 war das Juch ein Ort, an dem im Namen der Stadt Zürich Menschen verwaltet wurden. Erst waren es die Gastarbeiter*innen, die in den Baracken auf engstem Raum leben mussten, und in dieser Stadt für den Reichtum anderer unter schlechtesten Bedingungen und zu niedrigsten Löhnen arbeiten mussten. Dann wurden die Baracken als Asylunterkünfte gebraucht. Mit meterhohen Zäunen, Eingangskontrollen und viel zu vielen Menschen in den winzigen Zimmern, wurden auf dem Areal Menschen eingesperrt. Die Stadt Zürich nahm und nimmt diesen Personen dadurch noch immer jede Selbstbestimmung. Das Juch war ein Gefängniss und die Asylunterkünfte sind Lager. Die Lagerpolitik ist nicht Geschichte. Sie besteht weiter in Urdorf, im Duttweiler, in Embrach… Gleich nachdem die Bewohner*innen des Juchareals ins neu gebaute Asyllager Duttweiler umziehen mussten, wurde das Juchareal besetzt.

Die heute bestzte Liegenschaft gehört der UBS und somit einer derjenigen, die von der ständigen Aufwertung dieser Stadt profitieren. Wir kämpfen weiter gegen Räumung auf Vorrat. Wir kämpfen weiter gegen die Vernichtung von Räumen, in denen mensch sich vernetzen, politisieren und organisieren kann. Wir kämpfen weiter gegen eine kapitalistische Stadtaufwertung, in welcher nicht alle Menschen dieser Stadt berücksichtigt werden. Wir kämpfen weiter gegen systematische, strukturelle Ausgrenzung und gegen die Verwaltung von Menschen!

Eine Besetzung wie diese ist nur eine von vielen Antworten auf den Verwertungs- und Einordnungszwang im städtischen Raum. Besetzen ist eine Praxis, in der Vieles möglich ist, die aber aufgrund verschiedener Zusammenhänge auch Personen ausschliesst. Uns ist bewusst, dass Besetzungen vor allem am Anfang durch ihre Kriminalisierung und die mögliche Repression Räume sind, in denen sich privilegiertere Personen problemloser aufhalten können. Dieser Raum soll aber langfristig gehalten werden und dann mehr und mehr für alle zugänglich werden. Repression ist aber nicht der einzige ausschliessende Faktor bei einer Besetzung. Denn auch hier sind die diversen Diskriminierungsstrukturen dieser Gesellschaft vorhanden. Um Räume zu schaffen, die versuchen wirklich für alle offen zu sein, müssen wir uns mit eigenen diskriminierenden Mustern auseinandersetzen, Verantwortung für diskriminierendes Verhalten übernehmen und dagegen kämpfen. Der Raum soll offen sein für alle Menschen, die ihn prägen und mitgestalten wollen.

Wir sind gekommen, um zu bleiben!
Der Widerstand hört nicht auf!
Juch bleibt!

*das “wir” in diesem Communiqué ist nicht bestimmt, sondern offen für alle, die sich solidarisiern.

Juch
unten [at] protonmail [dot] com
https://squ.at/r/7gaw
https://juch.zureich.rip/

Veranstaltungen: Zürich https://radar.squat.net/de/events/city/Zurich/country/CH
Gruppen: Zürich https://radar.squat.net/de/groups/city/zurich/country/CH

Veranstaltungen: Schweiz https://radar.squat.net/de/events/country/CH
Gruppen: Schweiz https://radar.squat.net/de/groups/country/CH

quelle: Juch https://juch.zureich.rip/communique-zur-besetzung-vom-20-6-20/

Berlin: Die Stadt der Reichen angreifen. Projekte verteidigen

Die Gentrifizierung in Berlin geht unaufhörlich weiter, damit auch die Verdrängung. Neben Menschen sind auch Räume betroffen: Räume der links-radikalen Bewegung, Freiräume, Schutzräume für von Diskriminierung betroffene Menschen, unkommerzielle Orte, Orte der Subkultur, der politischen Vernetzung und Orte, an denen versucht wird, konkrete Utopien zu leben.

Bedroht sind einige – gemeint sind wir alle
In den letzten Jahren sind bereits Räume wie das Hausprojekt Liebig14, das Jugendzentrum Drugstore, der Kiezladen Friedel54, die Wagenplätze DieselA & Sabot Garden, die O-Platz Besetzung und die später besetzte Schule in der Ohlauer Straße verschwunden.

Doch es hört nicht auf, denn viele andere Räume sind aktuell bedroht. Das Jugendzentrum Potse, das Hausprojekt Liebig34 und die Kneipenkollektive Syndikat & Meuterei erwarten noch in diesem Jahr einen Räumungstermin. Weitere Räume wie das Hausprojekt Rigaer94, das Hausprojekt Köpi137, die Hausgemeinschaft Lause10/11 oder der Gemeinschaftsgarten Prachttomate drohen ähnliche Situation in der nahen Zukunft.

Ohne Räume – keine Bewegung
Damit werden Räume verdrängt, welche ein anderes Berlin leben und dafür kämpfen: ein Berlin in dem wir unsere Nachbar*innen kennen, in dem wir unsere Häuser zusammen gestalten und gemeinsam bestimmen wie öffentlicher Raum genutzt wird. Ein Berlin wo Raum für selbstgewählte Wohn- und Lebenskonzepte da ist. Ein Berlin in dem wir Alternativen zu Ausbeutung und Unterdrückung die in Lohnarbeit, Hausarbeit, Sorgearbeit, im Bildungssystem und anhand von Miet- und Eigentumsverhältnissen stattfindet, ausprobieren können.

Wie wollen wir für so eine Stadt kämpfen ohne Räume? Wo treffen wir uns zum plenieren? Wo malen wir Transparente? Wo können wir Veranstaltungen machen um uns zu bilden? Wo können unkommerzielle und subkulturelle Veranstaltungen, Volxküche, Konzerte, Lesekreise, Workshops oder Trainings stattfinden? Wo fühlen wir uns geschützter vor patriarchaler und rassistischer Gewalt? Wo können wir uns kennen lernen abseits von Konsumzwang oder autoritärer Kontrolle – zum Beispiel durch Eltern, Lehrer*innen, Professor*innen, die Polizei, Vorgesetzte oder Sicherheitspersonal?

In unserem Kampf für eine lebenswerte Stadt ist der Kampf um die Projekte ein notwendiger Teil! Deswegen kämpfen wir für den Erhalt von:

Liebig34: https://squ.at/r/4u9p http://liebig34.blogsport.de/

Die Liebig 34 ist ein selbstorganisiertes anarcha-queer-feministisches Hausprojekt, direkt am „Dorfplatz“ in Berlin-Friedrichshain. Das Haus wird von verschieden Kollektiven genutzt; dem Infoladen „Daneben“, der L34-Bar und dem Wohnprojekt, das sich ohne cis-Männer organisiert. Hier leben Menschen aus der ganzen Welt, mit verschieden Hintergründen und (a-)Genderidentitäten. Es braucht dringend Orte an dem kollektives leben ausprobiert werden kann, wo wir Geschlecht und Identitäten verschieben können, wo wir antipatriarchische Strukturen entwickeln, anwenden und ausweiten können, ein Ort an dem wir Machtstrukturen und Privilegien reflektieren und uns gegenseitig empowern können. Seit Ende 2018 ist unser Vertag ausgelaufen und der Eigentümer G. Padovicz will diesen nicht verlängern. Am 3. Juni entschied das Gericht zugunsten der Padovicz-Unternehmensgruppe. Nun bereiten wir uns auf die Ankündigung einer Räumungs vor.

Meuterei: https://squ.at/r/5kr http://www.meuterei.tk/

Meuterei ist eine seit fast 11 Jahren Kollektivorganisierte Kiezkneipe in Kreuzberg. Sie dient als Treffpunkt, Plenarraum oder Ort für Info- und Musikveranstaltungen für Menschen aus der Szene sowie der Nachbarschaft. Seit einem Jahr Jahr existiert sie auch ohne einen Mietvertrag und hat deswegen einen Räumungsprozess, da Goran Nenadic von Zelos Properties den Mietvertrag nicht verlängern will und mit absurden Kaufangeboten zwischen 650.000 – 750.000€ ankam.

Syndikat https://squ.at/r/71v https://syndikatbleibt.noblogs.org/

Das Syndikat ist Kneipenkollektiv und Kiezkneipe und seit 1985 im Schillerkiez im Norden Neuköllns. Von Anfang an mehr als reine Trinkwirtschaft, sondern verlängertes Wohnzimmer und solidarischer Ort zum Austausch und zur Organisierung für die Nachbarschaft und darüber hinaus. 2018 kam die Kündigung, ohne jede Begründung oder Verhandlungsmöglichkeit. Recherchen vom Kollektiv & Freund*innen legten das Netzwerk hinter der offiziellen Eigentümer-Briefkastenfirma offen und enttarnte die britische Milliardärsfamilie Pears. Bis dato in Berlin völlig unbekannt, nun einer der 10 größten privaten Immobilien-Investoren. Der Räumungsprozess im November 2019 wurde verloren und die Räumung ist nun auf den 7.August angesetzt.

Potse https://squ.at/r/1cm http://www.potse-berlin.de/

Die Potse und der Drugstore sind die beiden ältesten autonomen Jugendzentren Berlins. Seit fast 50 Jahren leisten sie antifaschistische, unkommerzielle und selbstverwaltete Jugendarbeit in Berlin-Schöneberg. 2015 kam jedoch die Kündigung vom Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die Mieten seien nicht mehr bezahlbar, da der Kiez dem renditeorientierten Gentrifizierungswahn verfällt. Die AZs werden verdrängt durch den Co-living und Co-working Space rent24 und der Business School BSBI. Ende 2018 musste der Drugstore seine Schlüssel abgeben. Die Potse hält die Räume weiterhin besetzt, um Druck auf die Politik aus zu üben und um für adqaute Erstzobjekte zu kämpfen. Der nächste Gerichtstermin um den Räumungsprozess der Potse, nach zweimaliger Verschiebung, ist am 08. Juli 2020.

Und mehr:

Hausprojekt B5355 (Mietvertrag läuft bald aus)

Wagenplatz DieselA (09/2018 besetzt, umgezogen & dann geräumt 09/2019, neue Besetzung 06/2020)

Kiezladen Friedel54 (im Exil seit der Räumung 06/2017, alsbald neue Räumlichkeiten?)

Großbeerenstr.17A (kalte Räumung April 2019)

Hausprojekt Köpi137 (Grundstück Frühjahr 2020 verkauft, Zukunft unklar)

Hausgemeinschaft Lause 10/11 (bedroht seit Eigetümerwechsel 2017)

besetzte Ohlauer Schule (geräumt 01/2018)

Jugendzentrum Drugstore (im Exil seit 12/2018)

Hausprojekt Rigaer94 (Senat sucht nach Räumungsmöglichkeiten, Eigentumsverhältnisse unklar)

Wagenplatz Sabot Garden & öffentliche Brache „Widerst(r)and“ (besetzt als DieselA 09/2018, stückweise und kalte Räumung 02-04/2020)

Gemeinschaftsgarten Prachttomate (bedroht seit 11/2018, Zukunft unklar)

Gruppen: Berlin https://radar.squat.net/de/groups/city/berlin
Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/de/events/city/Berlin
Stressfaktor https://radar.squat.net/de/stressfaktor

Gruppen: Deutschland https://radar.squat.net/de/groups/country/DE
Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

quelle: Interkiezionale https://interkiezionale.noblogs.org/
Indymedia https://de.indymedia.org/node/88050

Berlin: Syndikat Bleibt! Neuer Räumungstermin am 7. August

! Kiezversammlung / Kundgebung !
Sonntag, 14.06. | 16 Uhr | vor dem Syndikat (Weisestr. 56)
Aktuelle Infos, Termine & Material und Raum für Austausch und Ideen. Und natürlich solidarisch und laut klar machen: Syndikat Bleibt!

Corona ist vorbei!? – der Senat lässt wieder räumen…

Corona war für uns bisher ein Auf- und Ab der Gefühle. Auf den sehr plötzlichen Shutdown und die Angst, ohne richtigen Abschluss den 1. Räumungsversuch am 17. April erleben zu müssen, folgte dann kurz vor knapp dessen Absage. Daraufhin eine lange Hängepartie, finanzielle Sorgen und die Unklarheit, ob wir jemals wieder in irgendeiner Form öffnen können. Dann letzte Woche die recht überraschende Nachricht wieder unter bestimmten Bedingungen öffnen zu können. Die Freude hielt leider nicht lange, denn an unserem 2. (halb-)offenen Tag erreichte uns wieder Post von Obergerichtsvollzieher Bossin: der zweite erste Räumungsversuch soll nun am Freitag, den 7. August um 9 Uhr stattfinden.

Auch wenn uns die Nachricht wütend und traurig macht, so kommt sie natürlich nicht überraschend. Uns war klar, dass die Corona-Pandemie weder unseren sogenannten Eigentümer Pears Global zu Vernunft bringt, noch dass die viel beschworene Solidarität und Rücksichtnahme von Seiten der Politik irgendeinen nachhaltigen Effekt nach sich zieht. Oder gar ein rot-rot-grüner Senat mal auf die verrückte Idee kommt, dass Wohnraum und soziale Orte wichtig und so schützenswert sind und deshalb nicht zwangsgeräumt werden dürfen. Die Botschaft ist eindeutig: die Maschinerie muss wieder laufen wie zuvor und dazu gehört auch die der Verdrängung.

Wir sehen das wenig überraschend anders. Aber zumindest eines wird sicher bleiben wie zuvor und das ist unser Protest gegen die Räumung und das drohende Ende des Syndikats.

Die Corona-Krise hat noch einmal gezeigt, dass unser Kiez und ganz Berlin nicht weniger Orte wie das Syndikat brauchen, sondern viel mehr davon. Solidarische Orte des Zusammenkommens, die allen Menschen – unabhängig von Geldbeutel, sozialem Status, Hautfarbe und geschlechtlicher und sexueller Identität – offen stehen und wo genau die Netzwerke geknüpft und vertieft werden können, die in unsicheren Zeiten wichtiger sind, denn je.

Unsere Zwangsräumung könnte eine der ersten nach dem Shutdown sein, es wird sicher nicht die Letzte. Liebig34, Potse und Meuterei sind ebenfalls weiterhin akut bedroht. Und generell stehen unzählige Menschen, Kleingewerbetreibende und sozialen Projekte nach Jobverlust, Kurzarbeit oder Shutdown vor einer unsicheren Zukunft und während Maßnahmen der Politik außschließlich die Mieteinnahmen der Eigentümer:innen absichern, brauchen wir Ersparnisse auf, verschulden uns oder sparen an allem anderen bis es quietscht.

Der Kampf um den Erhalt des Syndikats ist deshalb nicht nur ein Kampf um die reine Existenz und weitere 35 Jahre bierselige Abende, sondern steht auch symbolisch für den generellen Widerstand gegen Ausgrenzung und Verdrängung und für eine ganz andere Form des gemeinsamen Wohnens, Lebens und Arbeitens. Für eine Stadt für Alle, in der die Bedürfnisse aller dort lebenden Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht allein der Profit weniger Menschen und Unternehmen.

Mit Sorge blicken wir aber nicht nur auf unsere und all die anderen drohenden Räumungen, sondern auch auf die vielen anderen Verwerfungen die jetzt (wieder) deutlich zu Tage treten, oder die sich anbahnen. Schon jetzt werden Rufe laut, das die Kosten dieser Krise wieder die üblichen Verdächtigen tragen sollen: wir. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Gesetzesverschärfungen und Grundrechtseinschränkungen in Krisen-Zeiten danach nur selten wieder zurück genommen werden, während gleichzeitig reaktionäre und autoritäre Bewegungen und Regierungen im Aufwind sind und gefühlt täglich neue rechtsradikale „Einzelfälle“ (oder Einzelfall-Netzwerke) in den Sicherheitsbehörden aufgedeckt werden. Die EU hat ihr letztes bisschen geheuchelten Humanismus verloren und trägt Corona nun vor sich her, um Geflüchtete in Elendslagern an den Grenzen vegetieren oder im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Und da war ja noch irgendwas mit Klima.

Die Liste ist lang und mehr als unvollständig, aber sie zeigt wohin die Reise geht.

Also lasst uns gemeinsam dagegen halten, ob im Kampf für eine solidarische Stadt und den Erhalt der bedrohten Projekte, gegen sozialen Kahlschlag, Rassismus in Staat, Sicherheitsbehörden und Gesellschaft, das Patriarchat oder für offene Grenzen und sichere Fluchtrouten. Und lasst uns natürlich in den nächsten 8 Wochen bis zum zweiten ersten Räumungsversuch nochmal klar und deutlich machen: Jetzt Erst Recht! – Syndikat Bleibt!

Syndikat
Weisestr. 56, 12049 Berlin
syndikatbleibt [at] riseup [dot] net
https://squ.at/r/71v
https://syndikatbleibt.noblogs.org/

Gruppen: Berlin https://radar.squat.net/de/groups/city/berlin
Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/de/events/city/Berlin
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quelle: Syndikat https://syndikatbleibt.noblogs.org/post/2020/06/09/corona-ist-vorbei-der-senat-lasst-wieder-raumen/

Berlin: Liebig34 lädt zu ihrem eigenen Gerichtsprozess auf dem Dorfplatz ein. Chaos statt Räumungsklage!

Am 3.Juni ’20 soll vor dem Gericht Tiergarten im Hochsicherheitssaal über die Räumung der Liebig34 verhandelt werden. Es wird davon ausgegangen, dass dann doch, nach zwei gescheiterten Versuchen, das Urteil gesprochen wird und so die Räumung des anarcha-queerfeministischen Hausprojekts wahrscheinlicher wird. Das Kollektiv will das allerdings nicht hinnehmen und sich weiter widersetzen. Denn: Die Häuser, denen, die sie brauchen!
In der Vergangenheit wurde schon häufig versucht unseren Protest gegen die Räumungen der bedrohten Projekte vor Gericht zu verurteilen und zu kriminalisieren. Es wird versucht uns mit Repression und Überwachung kleinzuhalten. Wir sehen dies, zum Beispiel, bei der neuen Einordnungen des L34-Kollektivs als “linksextremistisch” durch den Verfassungsschmutz und dem aggressiven und provozierenden Verhalten der BPE-Bullen Tag ein, Tag aus in den Gefahrengebieten dieser Stadt.
Gerichte entscheiden ständig in diesem patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen System FÜR die Gewinner*innen und GEGEN die Marginalisierten und Unterdrückten. Wir haben kein Vertrauen in diesen Unrechtsstaat, der faschistische TäterInnen schützt und nach den Interessen des Kapitals handelt und entscheidet. Wir stehen gegen dieses System und geben nie klein bei.
Deswegen schaffen wir am unsere wirkliche Version des Urteils und scheißen auf Räumungsklagen und gehen NICHT nach Moabit zum Gericht. Wir entscheiden uns gegen eine Räumung und das alleine zählt.
Kommt am 03. Juni ab 9:00 auf den Dorfplatz vor der Liebigstraße34. Erst gibt es Spektakel, dann gibt es Brunch.
Schließt euch auch den Aktionen am 2.Juni an und zeigt eure Solidarität mit den räumungsbedrohten Projekten: dezentral und chaotisch!

Liebig34 lebt und kämpft.

Liebig34
Liebigstraße 34
10247 Berlin
liebig34 [at] riseup [dot] net
https://squ.at/r/4u9p
http://liebig34.blogsport.de/

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Veranstaltungen: Berlin https://radar.squat.net/en/events/city/Berlin
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Veranstaltungen: Deutschland https://radar.squat.net/de/events/country/DE

Indymedia https://de.indymedia.org/node/85260

Berlin: Den kollektiven Raum für den Kampf wieder öffnen und neu aneignen

Öffnen wir unsere kollektiven Räume im Juni!

Wir empfinden die Wiedereröffnung der Kadterschmiede und anderer kollektiver Räume weiterhin für so wichtig und unumgänglich wie in einem vorigen Text erklärt [1], jetzt wo die Arterien des kapitalistischen Systems wieder im Rhythmus von Produktion und Konsum pulsieren. Während des inoffiziellen Lockdowns wurden Menschen dazu gedrängt weiter zur Arbeit zu gehen andere Firmen wichen auf home office aus um einem Breakdown zu verhindern. Seit etwa einem Monat ist die Bildungsindustrie wieder eröffnet. Zur gleichen Zeit sind öffentliche Räume unter ständigem Angriff um politische und soziale Interaktion zu unterbinden.

Zu Zeiten in denen größtenteils Faschist*innen den öffentlichen Raum einzunehmen vermögen und Bullen versuchen jede Ecke der Stadt zu kontrollieren, können unsere Räume nicht weiter geschlossen bleiben.

Es ist notwendig unseren politischen und den sozialen Raum wieder aufzubauen um endlich mit dem Prozess der Selbstisolierung der mit dem Ausnahmezustand begonnen hat zu brechen und mit politisch und sozial interaktiven Treffen fortzufahren um unsere selbstbestimmten Vorhaben wieder aufzunehmen.
Lasst uns gemeinsam gegen das Regime von Angst, Kontrolle und Isolierung anstehen und unsere gemeinsamen Kämpfe neuorganisieren. Lasst uns im Angesicht der drohenden Räumungen alle unsere kollektiven Räume im Juni wieder öffnen und dagegen kämpfen.

Ab dem 27ten Mai öffnet die Kadterschmeide wieder jeden Mittwoch. Diese Woche wird es ein Infoevent zur aktuellen Situation der Liebig34 und eine Austellung zur Geschichte der Straße geben. Die Ausstellung und das Event finden bei angemessenem Wetter draußen statt.

Wir als Rigaer94 wollen dass unsere Freund*innen, uns politisch nahstehenden Menschen und Nachbar*innen den Raum so nutzen können dass sie sich wohlfühlen. Wir wollen euch nicht ausschließen, wenn z.B. ihr oder Menschen, denen ihr nahe bleiben wollt, durch eine Infektion einer hohen Gefahr ausgesetzt seid. Wir unternehmen Schritte, um dies zu erleichtern, sind aber nicht perfekt. Wie immer könnt ihr jederzeit Leute an der Bar oder an den Türen ansprechen, wenn ihr euch unbehaglich fühlt, euch Hilfe bei etwas wünscht oder eine Frage habt. Dennoch sind wir weit davon entfernt, eine klinisch saubere Umgebung zur Verfügung stellen zu können. Daher entscheidet bitte nach eigenem Ermessen, ob Ihr hier sein könnt und wollt. Bitte seid -wie immer- rücksichtsvoll und respektiert die Grenzen anderer Menschen. Wie in den vergangenen Wochen[2] werden wir weiterhin Essen vor unserer Tür ausgeben.

Uns ist bewusst, dass dieser Aufruf Menschen ziemlich spät erreicht. Während wir als breitere politische Struktur durch Infektionsschutzmaßnahmen teilweise immobilisiert sind, haben der Staat und seine Büttel die Angriffe nie eingestellt. Wir sehen ein harmloses Beispiel vor unseren Türen, wo Polizeigewalt für uns wieder zu einer täglichen Erfahrung geworden ist. Wir verstehen die Wiederöffnung als eine wichtige Vorbereitung auf den bevorstehenden Angriff auf unsere Räume der Selbstorganisation, wie die Liebig34.

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[1] Selbstorganisation im Ausnahmezustand warum wir offene soziale Räume für wichtig halten auf rigaer94.squat.net

[2] Einladung zur Strassenvokü auf rigaer94.squat.net

quelle: Rigaer94 https://rigaer94.squat.net/2020/05/26/a-short-call-for-the-reopening-of-our-structures-lets-take-the-struggle-into-our-hands-again/

Zürich: Stellungsnahme zur geplanten Räumung des Juch-Areals

Donnerstag 21.5.

Die Stadt Zürich hält an ihrem Ultimatum bezüglich des Juchareals fest. Morgen, am Freitag dem 22. Mai 2020 um Mitternacht, müssen die Besetzer*innen das Juchareal verlassen; sonst droht die von der Stadt angekündigte gewaltsame Räumung durch die Polizei.

Für die Räumung liegen aber bis jetzt noch immer keine Gründe vor. Zwar hat die Stadt auf Druck der Politik und der Bevölkerung Zürichs bei der letzten Räumungsdrohnung von einem Monat einen “Grund” für die Räumung des Juchareals angegeben – der Platz würde für Bauinstallationen der HRS Real Estate benötigt – doch es gibt noch immer keinerlei Hinweise, dass diese Rechtfertigung haltbar ist. Weder der Öffentlichkeit noch der Politik liegen Baupläne der HRS Real Estate vor, aus denen hervorgeht, dass sie das Gelände tatsächlich jetzt sofort für den Bau des danebenliegenden Stadions benötigt. Vor wenigen Monaten war noch von einer langfristigen, durch die Stadt vermittelten Zwischennutzung des Geländes die Rede, dann wollte die AOZ (Asylorganisation Zürich) die Baracken selber nutzen. Bauliche Mängel (namentlich die Bodenabsenkungen, für die die HRS verantwortlich ist) verunmöglichen jedoch diese Nutzungen. Hier kommt die HRS ins Spiel. Mit der Offenlegung der Miete des Areals durch die HRS gaukelt die Stadt Transparenz in Bezug auf den Räumungsgrund vor. Doch solange keine tatsächlichen Pläne der einzelnen Bauetappen vorliegen, ist diese Transparenz eine Farce. Nur wenn eingesehen werden kann, in welcher Bauetappe die HRS das Gelände zwingend miteinplanen muss, um bauen zu können, ist diese Begründung politisch annähernd haltbar. Dies ist nicht der Fall. Einen Bauinstallationsplatz als Räumungsgrund zu nennen ist schon dreist genug, doch dass für die Notwendigkeit dieses Lastwagenwendeplatzes kein konkreter Beweis vorliegt, macht die Begründung gleich doppelt zu einem Abriss auf Vorrat.

Nichts deutet darauf hin, dass die HRS dieses Gelände nutzen wollte. Aus internen Quellen haben wir den Hinweis, dass die Initiator*in für den Deal, das Gelände der HRS zu vermieten, nicht etwa die HRS selbst sei, sondern der Stadtrat. Die Stadt habe der HRS den Platz angeboten. Dass der Deal mit den Schadensersatzzahlungen zusammenhängt, die die HRS der Stadt wegen der Bodenabsenkungen auf dem Juchareal durch die Baustelle des Stadions schuldet, ist dabei naheliegend. Der Vertrag zwischen der Stadt und der HRS ist interpretationsbedürftig, so unsere Quellen. Es ist nicht klar, was für einen Vertrag es gibt, noch warum der abgeschlossen wurde. Es ist aber klar, dass Daniel Leupi (Grüne) und Raphael Golta (SP) als zuständige Personen den Handlungsspielraum und die Macht haben, der Juchbesetzung als kulturellen Ort und Lebensraum längstmögliches Bleiben zu gewährleisten. Das haben sie nicht getan! Es hätte Spielraum gegeben, doch sie haben den nicht genutzt, weil sie es nicht wollten! Das obwohl sie Politiker sind, die sich angeblich für “gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Umgang mit den Schwächsten der Gesellschaft, bezahlbaren Wohnraum” (Golta), “für eine durchmischte Stadt mit Lebensqualität für alle” (Leupi) und für die Stadt als Ort für “Leute mit geringem Einkommen” (Leupi) einsetzen. Trotzdem haben sie die Entscheidung getroffen, die Juchbesetzung bald möglichst loszuwerden. Die Intransparenz in der ganzen Sache deutet darauf hin, dass an dem Deal zwischen der Stadt und der HRS Real Estate etwas faul ist. Auch interne Personen aus der Politik bestätigen dies. Wie die Petition zur Erhaltung der Juchbesetzung mit über 1600 Unterschriften und diverse Stellungnahmen von Politiker*innen aus AL, Grüne und SP zeigen, widerspricht die Räumung dem Interesse von vielen Menschen in dieser Stadt.

Die Stadt Zürich schiebt das Juchareal hin und her, um schliesslich mit der Nutzung durch die HRS einen fadenscheinigen Grund zu haben, um es zu räumen. Doch das Areal ist nicht leer und nicht ungenutzt! Die Besetzer*innen machen aus diesem Areal einen kulturellen Freiraum und öffnen das Gelände so für die Menschen dieser Stadt. Was auch immer hinter diesem Vertrag steckt, er ist faul! Der Boden dieser Stadt ist nicht für undurchsichtige Deals da. Wir wollen nicht über stadtpolitische Interna diskutieren! Eure parteipolitischen Spielchen interessieren uns nicht! Wir wollen bleiben!

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quelle: https://juch.zureich.rip/petition-und-aktionswoche/

Zürich: Aufruf des Juch-Kollektiv gegen Entmündigung und Repression

Aufgrund der Räumungsandrohung und der Bekanntgabe der geplanten Abriss-auf-Vorrat Nachnutzung des Juch-Areals im März, hat das Juch am 8.5. 2020 eine Petition gestartet. Die Petition wird bereits von über 1500 Menschen und dazu auch von Politiker*innen aus AL, Grüne und SP unterstützt. Zudem wurden die Bewohner*innen der Stadt Zürich mit einem Plakat dazu aufgerufen ihre Ablehnung dieser Pläne den zuständigen Departementen und Politiker*innen telefonisch mitzuteilen. Diese Formen des Protests wurde aufgrund der herrschenden Corona-Massnahmen und den damit verbundenen massiven Einschränkungen der Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit gewählt.

Spätestens seit dem 1.Mai ist klar, dass alle anderen Versuche von Menschen ihre Meinung zu politischen Themen öffentlich zu machen mit unvergleichbarer Repression durch die Polizei beantwortet werden. Es wurden an diesem Tag Menschen verhaftet und stundenlang festgehalten, weil sie zu zweit, mit Mundschutz, Handschuhen, 2 Meter Abstand und einem Transparent mit politischer Botschaft auf einem öffentlichen Platz standen. Wenige Tage zuvor wurde eine friedliche, Corona-konforme Auto-Demo von der Polizei noch vor Beginn aufgelöst. Ein Plakat aufhängen, eine Fahne dabei haben, all das sind mittlerweile Dinge für die mensch verhaftet und gebüsst werden kann. Dazu gibt es unzählige Meldungen davon, dass die Polizist*innen bei all diesen Festnahmen und Kontrollen selbst keinerlei Corona-Sicherheitsmassnahmen einhalten. Unter diesen Umständen ist eine telefonische Demonstration offensichtlich eines der letzten Mittel das Menschen übrig bleibt, um ihre Meinung zu äussern.

Nun wurde auch dieses Mittel von Seiten der FDP in der vergangenen Woche stark kritisiert. Denn die FDP sieht deswegen Rechtsstaat und Demokratie in Gefahr. Nicht wegen der kompletten Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, sondern wegen Mails und Telefonaten. Mit dem Tele-Demo Plakat würden Leute zu “Telefon-Terror” gegen Stadtratsmitglieder aufgefordert und es sei “schockierend” und “Klientelpolitik”, dass amtierende Parlamentsmitglieder “Kreise” unterstützen welche in dieser Art zu Hetze aufrufen.

Einen Aufruf zu telefonischer Meinungsäusserung als Terror und Hetze zu bezeichnen, zeugt von einem äusserst bedenklichen Verständnis von Demokratie und Rechtsstaat. Alle auf dem Plakat angegebenen Telefonnummern sind öffentlich im Internet zu finden.

Im Gegensatz zur FDP, die bekanntlich Klientelpolitik für Lobby, Banken und Grosskonzerne betreibt, erhalten die Unterstützer*innen der Petition zudem vom Juch tatsächlich keine Millionen zur Finanzierung ihres Wahlkampfs. (Bitte unterschreibt die Petition trotzdem)

Es geht nicht darum, Personen in politischen Ämtern privat anzugreifen, es geht darum, dass politischer Protest auch in der Krise ein Grundrecht ist. Ein Recht dessen Ausübung gewährleistet werden muss.

Wenn Menschen, die Politiker*innen anrufen mit der Frage, ob Baumultis in dieser Stadt wichtiger sind als Lebens- und Freiraum, “Terror” vorgeworfen wird, zeigt das nur ein weiteres mal was alles schief läuft.

Bleiben wir alle widerständig!

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quelle: Juch https://juch.zureich.rip/aufruf-des-juch-kollektiv-gegen-entmundigung-und-repression/

Berlin: Zur Schließung der Kadterschmiede und unserem Umgang mit offenen Räumen

Mittwoch 25. März

Wir bekommen einen Anruf unseres Anwalts, welcher eine telefonische Drohung der Bullen an uns weiter gibt. Inhalt der Drohung war, dass sie die Rigaer94 betreten werden, wenn die Kadterschmiede nicht offiziell geschlossen wird. Daraufhin kündigten wir, nach einer gezwungenermaßen kurzen Diskussion, über Twitter und auf unserer Website an, dass wir an diesem Tag nicht öffnen würden.

Bereits gegen 20 Uhr befanden sich etwa zehn Mannschaftswagen der Bullen in der näheren Umgebung und an der Wedekindwache (Bullenstation im Friedrichshainer Südkiez) stand schweres Equipment der Technischen Einheit bereit. Für den Großteil des Abends wurde der Raum zwischen Rigaerstrasse , Zellestrasse und Dorfplatz von Cops besetzt und durch Bullenketten abgeriegelt. Vor unserer Tür war wieder einmal die, zu diesem Zeitpunkt noch neue, BP-Einheit (Brennpunkt-und Präsenzeinheit [1] ) stationiert. Vertreter der größeren Klatschblätter und Massenmedien warteten ebenfalls vom frühen Abend an in der Strasse.

Einige Tage zuvor hatten wir einen Text mit dem Titel “Selbstorganisation im Ausnahmezustand – Warum wir offene soziale Räume für wichtig halten”[2] veröffentlicht und in den Straßen plakatiert. Auch wenn wir immer noch politisch dahinter stehen, war das in zweierlei Hinsicht ein Schuss ins Blaue. Weder hatten wir die Reaktion unseres Feindes in Gestalt des Staates bedacht, noch alle Unsicherheiten bezüglich hygienischer Maßnahmen aus dem Weg geräumt. So waren wir, mangels einer tiefergehenderen Diskussion und Analyse rund um die Öffnung unserer Räume, auch nicht auf die sich ankündigende Repression an diesem Mittwoch vorbereitet. Wir stapften also geradewegs in unsere eigene Falle da wir nicht in der Lage waren jedwege Entscheidung, die wir hätten treffen können, kollektiv zu verteidigen.

Schlussendlich sagten wir unsere VoKü ab und schlossen die Kadterschmiede. Der Mangel an kollektiver Analyse bezüglich unserer vorangegangenen Entscheidung sowie der Zeitdruck zur Entscheidungsfindung am Mittwoch zeigten inhärente Probleme in unserem Vorgehen auf. Kritik bezüglich der Öffnung der Kadterschmiede, die Einzelnen gegenüber zuvor geäussert worden war, das unübersehbare Statement der Szene zur Schließung fast aller kollektiver Räume (welchem wir mit der Öffnung entgegenwirken wollten) und die damit einhergehende Abwesenheit offener Solidarität mit unserer Entscheidung, eigene Unsicherheiten zum Umgang mit dem Virus, all das führte uns zu dieser Entscheidung.

Widerstand

Als Anarchist*innen werden wir stets gegen (staatliche) Repression kämpfen. Die Bildung einer solidarischen Bewegung ist ein zentrales Werkzeug zur Bekräftigung dieser Kämpfe, unsere Entschlossenheit und unsere Beharrlichkeit die Spitze unseres Speeres. Wir kämpfen gegen die Existenz des Staates und die Befehle, denen er uns unterwerfen will. Wir analysieren und untersuchen seine Diktate kritisch, stellen unsere eigenen Analysen auf und verteidigen diese. Gleichzeitig müssen wir uns unserer Möglichkeiten und Fähigkeiten bewusst sein, Prioritäten und Ziele bestenfalls so gesetzt sein, dass sie uns alle voranbringen. Die Situation, mit der wir und unsere nächsten Nachbar*innen seit einigen Monaten vor unseren Haustüren konfrontiert sind, also ihre buchstäbliche Belagerung durch die Handlanger des Staates, welche jede Bewegung in und aus dem Haus zu kontrollieren versuchen, bringt uns in eine sehr defensive Position. Der Staat versucht Freund*innen, Gefährt*innen und Nachbar*innen davon abzuhalten, uns zu besuchen. Das Ziel unserer Feinde, uns zu isolieren, ist offensichtlich. Dass der offene Konflikt mit den Autoritäten, den wir immer auszuweiten suchen, auf eine harte Reaktion ihrerseits stößt, überrascht nicht. Also nichts Neues, nichtsdestotrotz erdrückend, solange wir eine Abwesenheit von Solidarität aus einer anarchistischen und linksradikalen Szene empfinden. Dementsprechend können wir unsere Entscheidung vor einem Monat, die Kadterschmiede zu schließen, nachvollziehen, wollen uns jedoch gleichzeitig in den Mittelpunkt der (Selbst-)kritik stellen, wie mit einem solchen Dilemma, das sich uns stellte, umgegangen werden kann.

Kollektives Vorgehen

Jedoch, trotz aller Widersprüche und Verfehlungen, durch kollektive Reflektionsprozesse werden wir mit unseren Fehlern konfrontiert und sie befähigen uns, aus ihnen zu lernen. Ein horizontales und antihierarchisches Vorgehen wird durch diese Risiken nur wichtiger, sie zeigen uns klar, wie wichtig ausführliche Diskussionen sind. So können wir kollektive Antworten finden und damit unser Vorgehen stärken. Auf dass wir in der Zukunft unseren Unterdrückern stärker entgegen treten können, mit geeigneteren analytischen Werkzeugen und Argumenten und besseren Reflexen.

Offene Räume

Unsere offenen Strukturen sind eines der wenigen real greifbaren Beispiele, die durch die Prozesse zum Aufbau kollektiver Strukturen, die sich selbst organisieren und verteidigen können, unsere politischen Vorstellungen erfahrbar machen. Durch sie kommen wir in Kontakt mit der Gesellschaft und anderen radikalen Splittern; ein Kontakt, der die von Staat und Massenmedien kreierten Bilder durchbrechen kann. Beziehungen können entstehen und sich bilden, es gibt Raum und Zeit für politisches Wachstum und Diskussion. In der Kadterschmiede können wir Essen gegen Spende an Menschen, die es brauchen oder jene, die schlicht nicht an dessen Kommerzialisierung teilhaben möchten, ausgeben, wir öffnen einen Raum mit dem Bewusstsein um verschiedene Formen der Diskriminierung und dem Ziel, diese zu bekämpfen. Zudem bieten offene soziale Räume die Möglichkeit sich auch zu Zeiten steigender soziale Spannungen zu treffen und zu organisieren. Sie bringen die soziale Spannung in ihre Gegenden und werden zu Zentren der Kämpfe, die Feind*innen der Autorität, des Staates und des Kapitals willkommen heißend, in offener Feindschaft zu denen, welche die Strukturen des Systems aufrechterhalten

Aus diesen Gründen – und sicher gibt es noch mehr – sind wir überzeugt, dass offene Räume ein unverzichtbarer Teil einer anti-autoritären Bewegung sind und diese verteidigt werden müssen. Aus diesem Grund hatten wir vor etwa einem Monat in unserem Text “Selbstorganisation im Ausnahmezustand – Warum wir offene soziale Räume für wichtig halten” erklärt, dass wir die Kadterschmiede offen halten werden, auch in Zeiten von Corona.

Gleichzeitig beunruhigt uns die Realität, die wir tagtäglich erleben, weiterhin. Dass gerade in Zeiten dieser Krise – durch die Bank weg – fast all unsere Infrastruktur geschlossen hat und viele politische Prozesse vertagt wurden oder eingeschlafen sind, besorgt uns. Glücklicherweise haben sich auch neue Strukturen gebildet. Wir alle müssen mit einer Situation zurecht kommen, in der augenscheinlich ein Großteil der, auch der sonst kritisch denkenden, Menschen die Richtlinien des Staates ohne Widerstand akzeptieren. Die Fähigkeit, sich an eine neue Ordnung anzupassen, kann oft notwendig sein, nichtsdestotrotz braucht es gleichermaßen eine Antwort auf und Widerstand gegen die Forderungen, denen sie uns unterwerfen wollen. Mit einem Gefühl von politischer Verantwortung und der Gewichtigkeit unseres Handelns im Hinterkopf empfinden wir den Raum, den die Repression von Tag zu Tag gewinnt, gefährlich. Wir sind weiter davon überzeugt, dass alle für sich selbst entscheiden können wo sie hingehen möchten, wie lange sie spazieren gehen möchten, wie lange sie im Park sitzen möchten und mit dem sie dort sitzen mögen. Dabei kann solidarisches Handeln natürlich weder mit noch ohne Ausnahmezustand die Bedürfnisse anderer einfach ignorieren. Deshalb wollen wir neue Strategien und politische Antworten gegen unsere Unterdrücker finden. Antworten, die einen generellen Vorschlag einer Gesellschaft in Solidarität, Freiheit und Gleichheit, unterstützen und verteidigen.

Und jetzt?

Und so führt uns diese Situation dazu, neue Ideen vorzubringen, um unseren Kampf hier im Nordkiez weiterführen zu können. Wir freuen uns über das spontane Zusammenkommen zur Reflektion von Aktionsmöglichkeiten im Ausnahmezustand, das zu Versammlungen wie der am Kotti[4] und der Fahrraddemo[5] geführt hat. Seit einem Monat gibt es jede Woche von unseren Balkonen vom Jugendclub Keimzelle ein Kiezradio mit Informationen, inhaltlichen Beiträgen und Analysen, Musik, Quizzes und Bingo. Das knüpft neue Verbindungen zwischen uns anderen jungen Menschen und unseren Nachbar*innen, ob auf der Straße oder auf den Balkonen, aber klar sichtbar und die Straßen und Plätze zurück fordernd. Einige unserer Nachbar*innen berichten auch, dass sie nach dem Radio zum ersten Mal untereinander ins Gespräch kamen. Außerdem machen wir auch eine VoKü vor unserer Haustür, die aus den zuvor erwähnten Gründen Essen gegen Spende anbietet und einen kollektiven Raum öffnet. An den Di- und Donnerstagen gibt es eine Abgabestelle für dringend in den Lagern an der griechischen Grenze benötigte Medikamente und Spenden für Gefangene.[3]

Wir hoffen, nachdem nun bald zwei Monate des Ausnahmezustands hinter uns liegen, eine Diskussion in anti-autoritären und anarchistischen Strukturen mit an zu feuern, wie wir mit der aktuellen Situation umgehen können, wie wir trotzdem eine Kontinuität in unseren politischen Prozessen halten können, wann wir offene soziale Räume offensiv wieder öffnen sollten ohne uns darin von Entscheidungen des Staates abhängig zu machen. Und so arbeiten wir daran, die Kadterschmiede wieder vollständig zu öffnen und sind bereit zu kämpfen, für rebellische Nachbarschaften und die Revolte gegen jegliche Mechanismen der Macht.

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[1] (https://rigaer94.squat.net/2020/03/10/berliner-polizei-bereitet-eskalation-im-kbo-friedrichshain-vor/)

[2] (https://rigaer94.squat.net/2020/03/24/selbstorganisation-im-ausnahmezustand-warum-wir-offene-soziale-raume-fur-wichtig-halten/)

[3] (https://rigaer94.squat.net/2020/04/26/solidaritat-lasst-sich-nicht-in-quarantane-setzen-solida/rity-cant-be-put-in-quarantine/)

[4] Hier gibt es einen de.indymedia Artikel, aufgrund des Ausfalls fehlt leider der Link

[5] Zur Fahrraddemo wurde leider kein Resume veroeffentlicht, das es keine Katastrophe war hat sicher bei der Entscheidung zur Fahrraddemo zur Walpurgisnacht mitgewirkt

quelle: Rigaer94 https://rigaer94.squat.net/2020/05/08/zur-schliesung-der-kadterschmiede-und-unserem-umgang-mit-offenen-raumen/

Leipzig: Statement zur Scheinbesetzung

Bei den Besetzungen vom 01.05. in der Ludwigstraße & in Großzschocher handelte es sich um Scheinbesetzungen. Aufgrund der Corona-Krise waren polizeiliche Repressionen und Verbote größerer Solidaritätsdemonstrationen zu erwarten. Deshalb haben sich die Aktivist*innen entschlossen diese symbolische Aktionsform zu wählen, um auf den Start ihrer Kampagne aufmerksam zu machen und entsprechende Kräfte und Energien freizusetzen. Klar ist: Bei symbolischen Aktionsformen wird es nicht bleiben, Ziel der Kampagne ist die tatsächliche Schaffung selbstverwalteter, nicht-kommerzieller Räume durch Besetzung.

Eine Besetzung ist notwendig, weil die Menschen soweit aus der städtischen Mitbestimmung ausgeschlossen sind, dass ihre Bedürfnisse in der Stadtpolitik kein Gehör finden. Genauso radikal wie sich die Immobilienwirtschaft die Stadt unter den Nagel reißt, werden sich die Menschen ihr Leben in der Stadt zurück erobern. Bei jeder Besetzung steht es den Entscheidungsträger*innen der Stadt und Polizei offen den Interessen der Menschen Rechnung zu tragen oder direkt zu räumen und sich damit zum ausführenden Organ einer Städtepolitik der Verdrängung zu machen.

Die Kampagne Leipzig Besetzen versteht sich als städtepolitischer Akteur, dem es nicht nur um das Besetzen von Häusern geht, sondern um wirkliche Veränderungen in der Stadt. Die Aktivist*innen von Leipzig Besetzen sind daher jederzeit bereit, mit der Stadt und Vermietern in Verhandlungen zu treten und hoffen auf einen Umgang auf Augenhöhe ohne Gewaltausbrüche. In Zeiten einer Pandemie ist das solidarische Schaffen von Freiräumen für schutzlose Menschen, die nicht Zuhause bleiben können, um sich und andere zu schützen, unverzichtbar. Zuhause bleiben ist einfach, wenn mensch ein Zuhause hat.

Indy-Artikel zu Scheinbesetzungen und Kampagnenstart am 1. Mai

1. Die Verdrängung des Lebens aus der Stadt // Gentrifizierung ist Angriff auf individuelles Leben

Wir erfahren die moderne Städtepolitik als Verdrängung, als Inbeschlagnahme und Ausverkauf des schönen und freien Lebens in der Stadt. Im Kapitalismus ist städtischer Wohnraum, so wie alles andere, eine Ware mit der Profit gemacht wird. Wir erleben wie Angehörige der Immobilienwirtschaft immer reicher dabei werden neoliberale Städtepolitik umzusetzen, während die Menschen , die tatsächlich in der Stadt leben, leidvoll davon betroffen sind. Die Luxussanierungen der schönen, alten Häuser in Leipzig haben zwar teilweise hippe Lofts, Studierendenwohnungen und Cafés ergeben, aber gleichzeitig die Vertreibung derjenigen bedeutet, die sich nach der Mieterhöhung die Wohnung oder das Geschäft im Viertel nicht mehr leisten konnten. Zu der Verdrängung gehören auch die Polizeieinsätze, wie sie beispielsweise in der Eisenbahnstraße zu erleben sind, nämlich als staatliche Maßnahmen ein Viertel sicher, d.h. wirtschaftlich verwertbar zu machen und zu halten.

All diese Phänomene dieser Verdrängung sind auf den immer krasser werdenden Widerspruch zwischen den realen Bedürfnissen der Menschen und den Kalkülen und Logiken des Kapitalismus und der Regierungen zurückzuführen. Die gesellschaftliche Ordnung, die bestehenden Verhältnisse sind nicht nur dysfunktional, sondern schädlich. Gesellschaftliches Leid wird im Kapitalismus systematisch erzeugt. Die rassistische Migrationspolitik der Nationalstaaten hat den Tod von Menschen direkt zur Folge, es triumphiert die kaltblütige Irrationalität: Das System, die staatliche Ordnung, die das gesellschaftliche Leben schützen soll, ist zu dessen Bedrohung, zu dessen sozialer und ökologischer Negation geworden.

2. Freiraumkampf als notwendige Widerstandsform // Rückeroberung des öffentlichen Raums

Neben progressiven und guten Projekten wie dem Mietshaussyndikat und dem Wächterhäusern, die in den letzten Jahren erfolgreich angenommen wurden, sind Hausbesetzungen als radikale Form der individuellen doch zugleich kollektiven Selbstermächtigung unabdingbar. Genau wie das Individuum im freien Markt verdinglicht wird, muss sich das Individuum in der solidarischen Organisation mit Anderen seine persönliche Freiheit erkämpfen, ihr Leben zurückerobern. Wir wollen mit der Kampagne Leipzig Besetzen einen Freiraumkampf in Leipzig entfachen. Wir wollen nicht, dass die Menschen Vereine gründen, Unterschriften sammeln oder bei der Stadt betteln, wir wollen direkte Aktionen, wir wollen Besetzungen, wir wollen den Kampf um die Rückeroberungen des eigenen Lebens in der Stadt entfalten.

Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie ist es wichtig, dass wir unsere politischen Kämpfe und deren Äußerung auf der Straße und in den Aktionen nicht zugunsten des staatlich erlassenen Lockdowns aufschieben oder gar aufgeben. Natürlich werden wir so wie IMMER bei den Aktionen darauf achten, dass die revolutionären Ziele nicht über das Bedürfnis persönlicher Gesundheit gestellt werden. Wir werden uns daher vermummen und die nötigen Abstände einhalten! Wir finden es höchst problematisch, dass die staatliche Verordnung die politische und kulturelle Praxis in der Gesellschaft zum Schutz der Bevölkerung komplett verbietet, während aber der kapitalistische Normalbetrieb krampfhaft versucht wird aufrechtzuerhalten. Sehr viele Menschen können nicht im Home-Office arbeiten oder sich in ihre Wohnungen zurückziehen. Sie sind weiterhin gezwungen ihre Arbeitskraft zu verkaufen, leben sowieso auf der Straße oder werden in Auffanglagern an der EU-Außengrenze festgehalten. Während der deutsche Staat alles daran setzt seine Bürger gesund, d.h. arbeitsfähig zu halten, werden Menschen mit anderer Herkunft oder gesellschaftlicher Stellung einfach sterben gelassen. Das ist für uns kein Humanismus, sondern die Abwesenheit menschlicher Solidarität, die menschenverachtende Logik von Nationalismus und Kapitalismus, die Bedürfnisbefriedigung nur insofern kennt, als dass sie mit den Kapitalinteressen zusammenfällt.

3. Warum selbstverwaltete Freiräume?

Wenn wir leerstehende Gebäude in der Stadt besetzen, wollen wir damit Räume schaffen, innerhalb derer sich so etwas wie das schöne und freie Leben der Menschen schon heute temporär und nischenweise entfalten kann. Der staatlichen Logik von Unterwerfung und Kontrolle wollen wir die Prinzipien eines selbstbestimmten und solidarischen Lebens entgegenstellen. Nichts und niemand darf über unser Leben entscheiden, außer uns selbst. Die Räume des städtischen Lebens, die wir zurückerobern, sollen Orte der Zuflucht, des Experiments und der persönlichen Sehnsucht sein, der Sehnsucht nach einem schönen, d.h. nicht so beschädigten Leben.

Wir sind der Überzeugung, dass gesellschaftliches Zusammenleben am besten dezentral und nicht-hierarchisch organisiert wird. Eine vernünftige gesellschaftliche Ordnung stellen wir uns nicht als staatliche Ordnung vor, sondern als Organisation und Assoziation selbstbestimmter Individuen. Wir wollen nicht durch den Staat, Politiker*innen oder sonst wen vertreten werden, sondern unser Leben selbst in die Hand nehmen. Deswegen haben wir am 1. Mai die Häuser in der Ludwigstraße und den Gebäude-Komplex in Großzschocher scheinbesetzt. Den Symbolen werden Besetzungen folgen!

Wir rufen alle dazu auf sich mit ihren Freund*innen in autonome Besetzer*innen-Cliquen zu organisieren. Unter dem Leipzig Besetzen können wir unsere lokalen Kämpfe für ein selbstbestimmtes Leben in der Stadt verknüpfen und unsere Kräfte verbinden. Bildet Besetzer*innen-Banden, seid laut, seid entschlossen! Zusammen holen wir uns die Häuser und das Leben zurück!

Leipzig Besetzen! 2020 Freiraumkämpfe entfalten! Aus dem Krater in die Häuser!

Leipzig Besetzen
leipzigbesetzen [at] riseup [dot] net
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https://leipzigbesetzen.noblogs.org/

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Quelle: https://leipzigbesetzen.noblogs.org/post/2020/05/01/scheinbesetzung/
https://leipzigbesetzen.noblogs.org/post/2020/05/03/indy-artikel-zu-scheinbesetzungen-und-kampagnenstart-am-1-mai/

Basel: Ein Jahr Elsi!

Seit dem 11. April 2019 sind die Häuser an der Elsässerstrasse 128-131 nun besetzt. In diesem Jahr ist viel passiert, es wurde gebaut, gemalt, gequasselt, gefeiert, gestritten, geliebt und vor allem gelebt. Wir durften tolle Begegnungen, Gespräche aber auch wichtige Kritik erfahren. Wir hoffen, dass die Elsi euch bald wieder willkommen heissen kann, bis dahin bringen wir euch ein kleines Update!

Besetzungsupdate

Alle guten Dinge sind vier – so unsere Devise. Denn es hat geklappt. Die vierte Besetzung war schlussendlich mit Erfolg. Und zwar bereits ein Jahr sind die Liegenschaften nun belebt; mit Wohnraum und einem Autonomen Zentrum. Momentan ist bei dem Denkmalschutz und dem Regierungsrat in Abklärung, ob die Häuser unter Schutz gestellt werden sollten. Wir hoffen sehr um einen positiven Entscheid, denn es würde nicht nur eine der ältesten Häuserzeilen im St.Johann sondern auch eine Gemeinschaft und eine Austauschplattform erhalten bleiben.

Regelmässige Veranstaltungen
Bar (Jeden Donnerstag ab 18Uhr)

Angefangen hat’s mit Bier und Chips, dann wurde es zu einem gemütlichen Zusammensein im Hinterhof und nun hat die Elsi eine einladende Bar mit einem Kino, wo schon mancher Film gezeigt wurde.
Autonomer Mittagstisch (Jeden Mittwoch 12Uhr)

Nach dem die Elsi ein schönes Esszimmer und eine ausgestattete Küche verpasst bekommen hat, wurde der Mittagstisch ins Leben gerufen. Da gibt es nun jeweils nach einem gemeinsamen Kochen lecker Speis und Trank auf Kollekte.

 Gekocht wird gemeinsam ab 10Uhr.

Feste
Elsi lebt und lädt ein

Am 31. August 2019 feierte die Elsi die letzten Sommertage. Es wurde lecker gegessen, am Glücksrad gedreht, im Gratisladen neue Kleider geshoppt und eine schöne Zeit verbracht.
Winterfest in der Elsi (14.12.19)
Die Elsi macht sich winterfest! Dank neu eingebauten Fenstern, Dächern und Isolierungen war die Elsi parat für die kalten Monate. Das musste gefeiert werden! Stundenlang waren die Menschen am Kerzenziehen, es entstanden wunderschöne Lebkuchenhäuser, das Feuer wärmte und auch die Wohnzimmerkonzerte waren ein Ohrenschmaus.
Soliparty: Die Toilette ist kaputt (18.01.20)
Leider ist auch die Elsi von Geld abhängig. Baumaterialien, Werkzeuge, Farbe usw., welche für das Renovieren und Unterhalten gebraucht werden sind nicht gerade günstig. Darum wurde am 18. Januar im Hirscheneck eine grosse Solifete geschmissen! Wie immer mit gutem Essen, Spielen, grossartiger Dekoration und vielseitiger Musik.




Räumlichkeiten in der Elsi
Werkstatt
Viel Holz, einige Sägen, Bohrer, Fahrradequipment, Transpimalmaterial und Vieles mehr darf sich zur Ausstattung der Gemeinschaftswerkstatt zähen. Falls du auch mal was kreieren oder reparieren willst, bist du herzlich eingeladen, die Werkstatt mitzunutzen.
Sportraum
Der grosse, mit Matten ausgelegte Raum kann für Trainings, grosse Sitzungen oder einfach um sich auszutoben gebraucht werden.
Gratisladen
Second Hand ist doch jetzt in, oder? Hol dir jetzt in der Elsi die neuen Modehighlights für den Sommer!
Sitzungszimmer
Braucht ihr einen Raum für einen Workshop, ein Plenum oder um Ideen Platz zu lassen? Kommt vorbei!
Hinterhof und Garten
Gemütlich zusammensitzen und über die neusten Schlagzeilen diskutieren, eine Pingpong-Partie spielen, Pizza backen oder ein Hochbeet bepflanzen. Der Hinterhof soll leben! Die Elsi hofft bald wieder die Türen aufzumachen und viele von euch anzutreffen.

Ausblick ein Jahr Elsi!
Das Fest war bereits in Planung, die Bands schon angefragt. Jedoch musste es leider aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden. Schade! Die Elsi hofft trotzdem voller Vorfreude, ihren Geburtstag bald zusammen mit euch nachholen zu können. Für Ideen und Wünsche meldet euch gerne per Mai oder Briefkasten. Die Elsi freut sich, euch nach der Krise wieder mit einem tollen Programm willkommen zu heissen.

Elsi
Elsässerstrasse 128-132
4056 Basel, Schweiz
elsi4 [dot] 0 [at] immerda [dot] ch
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https://elsilebt.blackblogs.org/

Veranstaltungen: Basel https://radar.squat.net/de/events/city/Basel/country/CH
Gruppen: Basel https://radar.squat.net/de/groups/city/basel/country/CH

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Zürich: Finger weg vom Juch! Das Juch wird vorläufig nicht geräumt!

Communiqué Freitag 24.4.2020

Es ist uns dank politischem Druck und Solidarität von verschiedenen Seiten gelungen, die an Intransparenz und Willkür kaum zu überbietenden Räumungspläne der Liegenschaftsverwaltung vorläufig zu verhindern.Darüber freuen wir uns und danken für all die Unterstützung.Es handelt sich dabei jedoch lediglich um einen einmonatigen Aufschub bis am 22. Mai 2020.Dafür sind nun möglicherweise auch die Gründe für die anfängliche Geheimnistuerei von Seiten der Stadt, bezüglich der Pläne für das Areal offensichtlich geworden.

In der Medienmitteilung des Sozialdepartements der Stadt Zürich vom 24.4.2020 heisst es:“Aufgrund der beengten Verhältnisse auf dem Bauplatz ist die vom ZSC beauftragte Generalunternehmerin (HRS Real Estate) interessiert, das Nachbargelände (Juch-Areal) bis Bauende während rund 2.5 Jahren für Bauplatzinstallationen von der Stadt zu mieten.”

Zweieinhalb Jahre Bauplatzinstallationen statt Wohn- und Kulturraum ist der schlechteste Witz den wir seit langem gehört haben.

Diesbezüglich heisst es in der Medienmitteilung ausserdem:”Der Stadtrat erachtet diese Nutzung unter Berücksichtigung der Ausgangslage als zweckmässig und zonenkonform.“ Die genannte Ausgangslage bezieht sich auf eine Bodenabsenkungen auf dem Areal und anscheinende Schäden an der Kanalisation. Deshalb sei zum einen der Aufwand für eine allfällige Sanierung für die AOZ nicht vertretbar und zum anderen auch eine längerfristige Besetzung nicht zuzulassen.

Dazu zwei Punkte.
Erstens: Die Bodenabsenkung betrifft einen Teilabschnitt einer der Baracken auf dem Areal. Zu Beginn der Besetzung im November 2019 haben sich die Besetzer*innen mit der damals zuständigen AOZ darauf geeinigt, diesen Abschnitt nicht zu benutzen. An diese Vereinbahrung halten wir uns nach wie vor obwohl uns von, bei der Prüfung anwesenden Statikern versichert wurde, auch dieser Teil sei nicht einsturzgefährdet. Dieses Argument gegen die Besetzung ist hinfällig.

Zweitens:Die Bodenabsenkung und die anscheinenden Schäden an der Kanalisation wurden durch ebenjene angrenzende Baustelle der HRS Real Estate verursacht.Noch vor einem halben Jahr strebte die AOZ deswegen einen Versicherungsfall mit der HRS an.Warum diese das Areal nun plötzlich benötigt und von der Stadt vermietet bekommt, sollte nicht nur in unseren Augen äusserst fragwürdig sein.
Weiter wurde der Räumungsaufschub von einem Monat nicht wie von der Stadt behauptet “im Austausch mit allen Beteiligten“ beschlossen. Die Besetzer*innen wurden lediglich über die Entscheidung des Stadtrates informiert und haben diese zur Kenntnis genommen.

Ihr habt eure Baupläne ohne uns gemacht!

2.5 Jahre Lastwagenwendeplatz kommt einem Abriss auf Vorrat gleich.Dieses Vorgehen ist weit entfernt von der bisherigen Praxis der Stadt Zürich mit besetzten Liegenschaften.

Im Schatten der Notstandsgesetze wurde, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und am Gemeinderat vorbei, hier etwas eingefädelt.Eine Stille Einigung über die zukünftige Nutzung zwischen einst zerstrittenen Parteien und die dafür notwendige Entledigung der Besetzer*innen.Nur dank politischen Druck und solidarischen Aktionen konnte das Sozialdepartement zu einer Stellungnahme bewegt werden.Es ist nicht auszuschliessen, dass der Stadt ihr kleines Projekt ebenso peinlich ist wie uns.

Das Areal gehört der Stadt und die Stadt gehört den Menschen die darin leben. Deshalb stellen wir hier die Frage: in was für einer Stadt wollen wir leben?Ganz sicher nicht in einer, in welcher Frei-und Wohnraum Lastwagen weichen muss.

Es ist nicht vorbei, wir haben heute lediglich einen Etappensieg errungen.
Wir kämpfen weiter! Wir bleiben zuhause.

Juch
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Zürich: Ein weiteres leerstehendes Haus besetzt

Heute am Mittwoch 22. April wurde in Zürich ein weiteres leerstehendes Haus besetzt, um prekarisierten Menschen ein sicheres und selbstbestimmtes Zuhause und Schutz vor dem Coronavirus zu verschaffen.

Schon letzte Woche wurde von uns nahestehenden Menschen mit dem gleichen Ziel besetzt. Viel hat sich seither allerdings nicht verändert und deshalb bleiben unsere Anliegen bestehen. Der Notstand trifft immer noch diejenigen am härtesten, für die die Umstände vorher schon beschwerlich waren. Denn viele freuen sich momentan über die baldigen Lockerungen der Massnahmen, haben sich eingeigelt und isoliert oder werfen mit sozialdarwinistischen oder verschwörungstheoretischen Phrasen um sich. Das letzte Geklatsche für das Pflegepersonal ist abgeklungen und der Gabenzaun ist leer. Das Wort „Solidarität“ bleibt als die Worthülse zurück, zu der es verkommen ist. Doch es gibt mitten unter uns noch immer Menschen, für die der Lockdown zu ständigem Stress geführt hat und die sich nicht wie wir anderen auf unsere eigene Art mit dem Virus arrangieren konnten. Den Menschen, die bisher den Zwangsmassnahmen entkommen sind, aber die es härter haben denn je – ihnen gehört unsere Solidarität. Eine praktische Solidarität.

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Zürich: Mobilisierung und Aufruf zur Solidarität

«Gaht’s no?!?

Während die Stadt mit dem Slogan „Bleibt Zuhause. Bitte. Alle.“ dazu aufruft, sich im eigenen Heim zu verschanzen, stellt Sie den Besetzer*Innen vom Juch ein Ultimatum von 4 Tagen, bis sie auf die Strasse gesetzt werden.

Im Schatten der Corona-Krise werden also Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben und kultureller Freiraum zerstört. Dies passiert ohne Nennung von Gründen, dem bekannt geben von Plänen oder dem Vorweisen einer Baufreigabe. Die letzten Wochen haben wohl so einige feuchte Träume bei autoritären Kräften ausgelöst und so erstaunt es nicht wirklich, dass uns gerade jetzt ein harter Wind entgegen bläst. Wir sind trotzdem sprachlos über die Dreistigkeit der Stadtregierung, die einerseits von Solidarität schwafelt und gleichzeitig völlig kontraproduktive, repressive Massnahmen gegen ein linkes Projekt durchsetzt. Am letzten Samstag wurde mit dem Corona-Argument versucht die pandemie-gerechte Demo „Safety for all refugees“ im Keim zu ersticken. Obwohl alle vom Bund empfohlenen Vorsichtsmassnahmen umgesetzt werden, ist es in dieser Stadt also momentan nicht möglich, während eines Protest auf die Strasse zu gehen. Jedoch scheint es für das Sozialdepartement gerechtfertigt Bewohner*Innen eines Squats ohne Nennung von Gründen auf eben diese zu stellen?!

Die offensichtliche Willkür in der Auslegung ihrer eigenen Gesetzte und Umsetzungen der Schutzmassnahmen, je nach dem mit wem die Stadt es zu tun hat, lässt sich nicht von der Hand weisen. Es lässt aber an ihrer Glaubwürdigkeit in Sachen Corona-Bekämpfung zweifeln. Es geht hier also um das Ausnützen von Notstandgesetzen. Denn dies alles passiert während Grundrechte eingeschränkt werden, Versammlungsverbote uns verbieten einen echten Protest zu organisieren und wir es nicht verantworten können, dazu aufzurufen uns gegenseitig physisch zu Unterstützen.

Wir müssen uns hier und jetzt die Frage stellen, in was für einer Stadt wir nach der Krise leben wollen und wie wir jetzt schon solidarisch gegen autoritäre Allmachtsphantasien vorgehen. In diesem Sinne rufen wir alle antiautoritären und emanzipatorischen Menschen, Gruppen und Projekte dazu auf sich mit uns zu solidarisieren.

Euer Hî 2020»

Communique von den Besetzer*innen des Kochareals

An den Stadtrat und Vorsteher des Sozialdepartements Raphael Golta (SP)

Wir wurden gestern, am 20. April 2020, über die von Ihrem Departement geplante Räumung des besetzten Juch-Areals in Kenntnis gesetzt. Im von Ihrem Departementssekretariat verfassten Schreiben werden die Besetzer*innen und Nutzer*innen des Juch-Areals dazu aufgefordert, die auf dem Areal befindlichen Baracken bis spätestens Freitag, 24. April 2020, 24.00 Uhr, zu räumen. Wie das Juch-Areal in Zukunft durch das Sozialdepartement genutzt werden soll, ist aus besagtem Schreiben nicht ersichtlich.

Die Art und Weise, wie das Sozialdepartement der Stadt Zürich, gerade im Kontext der noch nicht überwundenen Corona-Krise, Menschen ohne festen Wohnsitz auf die Strasse stellen will, ist für uns unverständlich. Der fehlende Hinweis auf die zukünftige Nutzung und die damit vorweggenommene Verunmöglichung eines Diskurses darüber wirkt arrogant und autoritär.

Angesichts der prekären Lage während, aber auch ausserhalb des Notstandes, ist die Räumung eines Areals dieser Grösse innert solch kurzer Frist schlicht nicht durchführbar. Das Auseinanderreissen und Aufteilen einer Wohngemeinschaft birgt zudem ein grosses Risiko in Hinsicht auf die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2.

In einer Zeit, in der sogar vom Bund Solidarität propagiert wird, wirkt es umso zynischer, wenn auf diese Art und Weise solidarische, selbstverwaltete und emanzipatorische Projekte angegriffen werden, die auch Menschen Wohnraum bieten, welche vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen sind. Wo sollen die von Ihnen vertriebenen Menschen, denn bitte Ihrer Meinung nach so kurzfristig ein ZUHAUSE finden?

Wir fordern Sie deshalb nachdrücklich auf, von den Räumungsplänen abzusehen und erinnern Sie an die Leitlinien des Stadtrates betreffend Corona-Krise; BLEIBEN SIE ZU HAUSE. BITTE. ALLE.

Das Juch-Areal ist ein ZUHAUSE!

Besetzer*innen KocHarEAl
21. April 2020

Juch
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Koch Areal
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Quelle: Barrikade https://barrikade.info/article/3414
Radar https://radar.squat.net/de/event/zuerich/konzert-raum-koch-areal/2020-04-22/pfotenweg-vom-besetzen-juchareal-communique-von-den

Zürich: Juch Räumungsbedroht

Am 20. April haben wir von der Stadt Zürich Post bezüglich der Nutzungsmöglichkeiten des Juch-Areals erhalten. Der Brief vom Sozialdepartement setzte uns darüber in Kenntnis, dass das Juch-Areal ab Montag dem 27. April für eine potentiell künftige Nutzung vorbereitet werden soll. Umbau- und Abrissarbeiten sollen ebenfalls am 27. April beginnen. Somit werden wir, die Besetzerinnen und Nutzerinnen des Juch-Areals dazu aufgefordert, das Areal bis um 24:00 Uhr am Freitag dem 24. April zu räumen. Wir sollen also innert vier Tagen ein Areal auflösen, welches wir über ein halbes Jahr aufgebaut haben.

Die Stadt Zürich fordert mit dem Slogan “Bleiben Sie Zuhause. Bitte. Alle“ die Bevölkerung dazu auf zuhause zu bleiben. Die Menschen, welche auf dem Areal wohnen haben keinen zweiten Wohnsitz . Ihr Zuhause ist das Juch-Areal. Wenn das Juch-Areal geräumt wird, gibt es mehrere dutzend Menschen, die keinen Ort haben, wohin sie sollen, um sich und andere zu schützen.

Die Aufwertung dieser Stadt und die daraus resultierenden steigenden Mieten, sind schon lange ein grosses Problem. Im Schatten der Corona Krise fragen sich nun immer mehr Leute, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.Trotzdem wird gerade in in dieser Zeit versucht, uns kommentarlos auf die Strasse zu setzten.
Weder wurden wir über die geplante Nutzung des Areals informiert, noch wurden uns Bau- oder Abrissfreigaben vorgelegt. Nach unserem Wissensstand bedarf es für eine polizeilich durchgeführte Räumung konkrete Nutzungspläne. Wenn kein Plan für eine Nutzung des Areals durch die Stadt kommuniziert wird, stellt sich unweigerlich die Frage ob ein Abriss auf Vorrat vorgenommen wird.

Das Sozialdepartement der Stadt Zürich will sich uns Besetzer*innen, ohne die Gründe dafür ersichtlich zu machen, in einer Zeitspanne, mit kaum einzuhaltender Frist entledigen. Dies ist nicht nur in Zeiten von Corona, sondern immer, absolut inakzeptabel.

Seit der Besetzung vom 31. Oktober 2019 ist auf dem Areal einiges passiert: Wir haben einen kollektiv verwalteten und freien Raum geschaffen. Wir haben Austausch, Aufführungen, Ausstellungen und Konzerte organisiert. Es gibt eine offene Werkstatt, Siebdrucki, Bibliothek, einen Fitness-und Veranstaltungsraum. In unserem selbstverwaltetem Radio wird produziert und im Bandraum nebenan geprobt. Mit einem minimalen Budget beleben wir diesen Raum und sind somit ein Gegenpol zum vorherrschenden Konsumzwang in dieser Stadt. Dieser Raum wird endlich selbstbestimmt organisiert. Vor der Besetzung war dieser Ort ein Gefängnis und ein Ort, in dem Menschen aufgrund ihrer Herkunft unterdrückt wurden.
Die Baracken hat man für Gastarbeiter*innen erstellt, die ökonomisch ausgebeutet und geografisch teilweise unfreiwillig verschoben wurden. Später betrieb dann die AsylOrganisation Zürich (AOZ) die Baracken als Lager für geflüchtete Personen. Hier wurde ausprobiert, welche Repressionsmassnamen besonders gut funktionieren. Hier wurden Menschen kontrolliert, eingesperrt, an der Teilname an der Gesellschaft gehindert, ihnen wurden grundlegende Rechte verwehrt. Heute sehen wir das Resultat davon, in Embrach und im Bundeslager auf dem Duttweilerareal, im immer gewaltvolleren Diskurs in den Medien über Geflüchtete, im kollektiven Wegschauen vor racial profiling der Polizei.
Dass dadurch ein Rechtsrutsch, von gesellschaftlichen Denkmustern vorangetrieben wird, ist das traurige Resultat gegen das wir hier auf dem Juch-Areal, unserem täglichen Zuhause, ankämpfen.

Es ist nicht verwunderlich, dass gerade jetzt wo Grundrecht wie die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, versucht wird die Besetzung des Juch Areals still und leise zu beenden.
Gemeinsam werden wir dafür weiter kämpfen, dass dieses Areal unser Zuhause bleibt – solidarisch und frei von Kontrolle.

Wir sind hier, wir bleiben hier.
Mit besetzerischen Grüssen
Die Besetzer*innen des Juch-Areals

Juch
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Zürich: Neues aus Altstetten

Am Donnerstag haben wir in Zürich Altstetten vier Häuser besetzt. Diese Aktion ist ein Zeichen für eine inkludierende Solidarität. Bald wird das erste Haus an Menschen übergeben, die konstant von der Gesellschaft ausgeschlossen sind und vergessen werden. Die aktuelle Situation variiert von Haus zu Haus. Wir erlebten solidarische Reaktionen seitens der Besitzer*innen, genauso wie Unverständnis und Ablehnung.

Oft werden wir gefragt, wieso wir besetzen und nicht den „legalen“ Weg wählen:

1. Wir stehen dafür ein, dass alle Menschen selbstbestimmt leben können. Sie selbst entscheiden können, wo, wie und mit wem sie leben. Wir haben diese Häuser besetzt, um unser Privileg besetzen zu können, mit Menschen zu teilen, welche dies aufgrund von Repression selbst nicht können.

2. Da die Besitzer*innen und der Staat nicht dafür sorgen, dass leere Liegenschaften von Menschen bewohnt werden, die keinen Wohnraum haben, sahen wir uns gezwungen, selbst aktiv zu werden.

3. Die Aktion ist eine unbürokratische Inspiration für die Hausbesitzer*innen und den Staat, dies zu ändern, sowie für andere sich Räume selbstbestimmt anzueignen und zu beleben. Jede*r kann etwas tun.

Die gestrigen Besetzungen sind eine direkte Hilfe für einige wenige Menschen. Wir fordern, dass alle Menschen ein Dach über dem Kopf haben, welches ein Zuhause und ein Zufluchtsort ist. Solange dies nicht gegeben ist, werden wir weitermachen.

Wir stellen uns gegen jede Ungleichheit & zählen auf eure gelebte Solidarität!

Update vom 14.4.20

Wir haben heute morgen einem Hauseigentümer, der unsere Besetzung letzte Woche räumen liess, eine zweite Chance gegeben sich solidarisch zu zeigen. Leider wurde diese Chance erneut nicht wahrgenommen. Wir bleiben weiterhin dabei: Für alle ein Zuhause!

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quelle: Für alle ein Zuhause: https://zuhause.zureich.rip/

Zürich: Wir haben in Altstetten vier Häuser besetzt.

Wie jeder Notstand trifft auch dieser diejenigen am härtesten, für die die Umstände vorher schon beschwerlich waren.

Um die Bevölkerung zu schützen appelliert der Bundesrat an alle, solidarisch zu Hause zu bleiben. Während die Mehrheit in der Schweiz das Privileg hat, sich in ein Haus zurückziehen zu können, stehen jene im Regen, die das nicht können. Einige Menschen haben keine Papiere, ihre Rechte werden verweigert. Sie werden illegalisiert, isoliert und ignoriert. Viele dieser Menschen werden auf engem Raum in sogenannten Asylcenter, in Gefängnissen und Lagern eingesperrt. Ihre Freiheit und Selbstbestimmung wird ihnen verwehrt. Wiederum andere Menschen sind “durch die Maschen” gefallen – sie passen nicht in die Leistungsgesellschaft. Unsere Gesellschaft nimmt den frühzeitigen Tod all dieser Menschen hin, indem Schutzmassnahmen für sie nicht zu gelten scheinen. Diese Situation war schon vor Corona untragbar. Jetzt wird noch klarer, dass es keinen Tag so weitergehen darf.

Alle Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, sind in ihrer Existenz jetzt bedrohter denn je. Viele Sans Papiers verlieren ihren Job und können nicht mehr alleine für ihren Grundbedarf aufkommen. Staatliche Institutionen haben ihren Betrieb heruntergefahren, Bars und Clubs, in die sich Menschen vor kalten Nächten draussen flüchteten, sind zu. Wegen der von Panik getriebenen Hamsterkäufe sind die Abfallcontainer der Lebensmittelläden leer. “Tischlein deck dich“, wo sich prekarisierte Personen für einen symbolischen Franken wöchentlich mit Lebensmitteln eindecken konnten, schloss zum Schutz der mehrheitlich über 65 jährigen freiwilligen Helfer*innen alle 132 Lebensmittelabgabestellen.

Beim ganzen ‘Stay the fuck home’ geht unter, dass Solidarität heisst gemeinsam füreinander einzustehen. Solidarität schliesst alle Menschen ein und hört nicht beim eigenen Gartenzaun, im eigenen Quartier, im eigenen Umfeld oder Land auf. Eine solidarische Gesellschaft sorgt dafür, dass in so einer Situation alle die Möglichkeit haben, sich vor einer Ansteckung zu schützen und selbstbestimmt zu leben. Das ist im Moment offensichtlich nicht der Fall.

Es gehen die Menschen vergessen, die unbezahlte Arbeit leisten und Menschen die aus verschiedenen Gründen nicht unter regulären Bedingungen arbeiten können. Zugang zu Wohnraum, Zugang zu Staatlicher Hilfe hängt vom Arbeitsverhältnis und vom Aufenthaltsstatus ab. Das darf nicht so sein, darum:

Wir fordern:

– Für alle ein Zuhause.
– Für alle die Möglichkeit, sich zu schützen.
– Für alle eine gesicherte Existenz.
– Alle Lager und Gefängnisse – sofort schliessen.

Wir schlagen vor:

– Bist du Hauseigentümer*in, und deine Liegenschaften stehen leer? Öffne sie denen, die kein Zuhause haben! Öffne sie den Menschen, die in Lagern eingesperrt sind
– Hotelzimmer als Wohnraum öffnen! Airbnb’s abschaffen
– Für alle anderen: Wenn Grosskonzerne und Andere ihre Liegenschaften nicht teilen wollen: Besetz ein Haus. Teilt es mit denen, die keins haben. Verlange Gerechtigkeit.

Wir stellen uns gegen das Vergessen von Menschen. Gegen jede Ungleichheit. Jede*r kann etwas dagegen tun.

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quelle: Für alle ein Zuhause: https://zuhause.zureich.rip/
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